Kernen

Wir rollen den roten Teppich aus: Pop-up-Redaktion macht wieder Halt in Kernen

Kernen-Redakteurin Lynn Nagy (links) und Fellbach-Redakteurin Zülal Acar (rechts) beim Eingang der neuen Pop-up-Redaktion in der
Kernen-Redakteurin Lynn Nagy (links) und Fellbach-Redakteurin Zülal Acar (rechts) beim Eingang der neuen Pop-up-Redaktion in der Stettener Straße 5 in Rommelshausen. © Sofiia Shahaievska

Kernen. Die ZVW-Pop-up Redaktion kehrt im Juni zurück nach Kernen! Und bevor Sie gähnend die Zeitung weglegen oder den Artikel wegklicken: Ja, es ist uns klar. Nach zwei Jahren auf Achse durch den Rems-Murr-Kreis ist das für die Leserschaft keine echte Neuigkeit mehr. Trotzdem hat die zuständige Redakteurin eine ganze Menge Vorfreude auf diese besondere Interims-Redaktion im Herzen von Rommelshausen – und das aus guten Gründen.

Die Tür steht allen Besuchern offen

Die ein oder der andere hat es vielleicht schon bemerkt: In den ehemaligen Räumen des Fairteilers in dem schönen, denkmalgeschützten Gebäude der Gemeinde (Stettener Straße 5) gleich gegenüber von Bäcker Mildenberger, Obst und Gemüse Kirschbaum und Metzgerei Schäfer hat sich zum ersten Mal seit längerer Zeit etwas getan in den zurückliegenden Wochen. Die Wände des rustikalen, kellerartigen Raums haben eine frische Schicht Tünche bekommen, eine Reinigungsfirma war vor Ort und wer weiß, vielleicht hat auch jemand mich, Kernen-Redakteurin Lynn Nagy, dabei beobachten können, wie ich, mit einem leicht verwirrten Gesichtsausdruck minutenlang nach einem Lichtschalter gesucht habe. Die Auflösung lautet übrigens: Das Licht funktioniert mit Helligkeitssensoren und Bewegungsmeldern. Im Nachhinein ist man eben immer schlauer.

In der ersten Juniwoche haben wir kurzzeitig ganz frech den Bürgersteig in beschlaggenommen und unsere gesamte Einrichtung mit Tischen, Stühlen, einem großen roten Teppich (ja, wir machen richtig ernst, liebes Kernen!), Monitoren und Werbematerial hier eingezogen. Denn wir dürfen dem Raum ab Montag, 8. Juni, vier Wochen lang neues Leben einhauchen: Immer Montag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr sind dann Mitglieder unserer Redaktion und unseres Marketing-Teams vor Ort am arbeiten – und die Tür steht jedem offen, der hereinschauen möchte. Sei es für ein kurzes Pläuschchen, eine ernst gemeinte Frage, eine Themenanregung oder für Hilfestellung bei Themen wie E-Paper, Abonnement und Co.

Pop-up hilft uns dabei, Kernen besser kennenzulernen

Dieses Projekt, bei dem der Zeitungsverlag Waiblingen immer für vier Wochen irgendeinen Raum anmietet, am besten im Herzen einer der Ortschaften, über die wir tagtäglich berichten, i st seit der ersten Pop-up-Redaktion (die übrigens auch in Rommelshausen war) im Frühling 2024 unser Aushängeschild geworden. Innerhalb der deutschen Verlagswelt hat es uns zu einer gewissen Popularität verholfen, könnte man fast sagen – und Lokalredaktionen im ganzen Land orientieren sich inzwischen an dem Konzept.

Denn der Pop-up-Gedanke besticht in seiner Einfachheit – und bringt für beide Seiten Nutzen. Für die Menschen in den Ortschaften bedeutet es vier Wochen im Jahr einen sehr kurzen Weg zu uns in die Redaktion. Jeder kann sich selbst ein Bild davon machen, wie wir arbeiten, wer die Gesichter hinter den Namen sind, die da tagtäglich in der Autorenzeile stehen. Für uns vom Verlag bedeutet Pop-up: Potenzielle Artikel-Themen und künftige Leser kommen zu uns, ohne dass wir so richtig arg viel dafür tun müssen. Und, dieser Langzeiteffekt ist nicht zu unterschätzen: Es hilft uns Redakteuren enorm dabei, unsere Gemeinden besser kennenzulernen.

Kellerraum: Ungewöhnliche Standorte sind Teil des Konzepts

Als ich mich im April 2024 auf die allererste Redaktionsstation in Kernen vorbereitet habe, dachte ich tatsächlich, den Ort und die Menschen schon ganz gut zu kennen. Wenn ich jetzt zurückdenke, kann ich über diese Einschätzung nur sagen: kompletter Blödsinn. Es ist schwer, den Effekt genau greifbar zu machen, aber die Pop-up-Redaktionen haben auch etwas mit mir persönlich gemacht. Mich in einer Gemeinde ein Stück weit verankert, mit der ich ansonsten privat keinerlei Berührungspunkte habe. Wie weit das reicht, wurde mir erst kürzlich wieder bewusst, als ich mit einer Freundin auf dem Weg zum Kulinarischen Weinweg war – und ihr sogar zur Seife auf der öffentlichen Toilette eine Anekdote erzählen konnte.

Nach wie vor charakteristisch für Pop-up-Redaktionen ist außerdem die immer irgendwie etwas unpassende Örtlichkeit. Gestartet sind wir in einer leer stehenden Fahrschule, dann ging es in einen Barbershop, einen Blumenladen, in eine Markthalle, eine Metzgerei – und jetzt eben in einem denkmalgeschützten, nicht ausgebauten Raum, der sich trotz seiner ebenerdigen Lage am besten als „Keller“ beschreiben lässt. Ob es innerhalb des ZVW-Teams ein paar Zweifel gab, was diesen speziellen Standort betrifft? Durchaus möglich. Aber spätestens beim Einzug zeigte sich dann schnell, was ein bisschen frische Farbe, ein paar Möbel und ein bisschen kreative Vorstellungskraft auch in so einem Raum bewirken können.

Neu mit im Boot: Zülal Acar ist Redakteurin für Fellbach

Und noch etwas sorgt in der Redaktion für große Vorfreude: Anspruch an uns selbst war und ist es in jeder Pop-up-Redaktion, den Besuchern wirklich zuzuhören und es nach Möglichkeit auch umzusetzen, wenn sinnvolle Verbesserungsvorschläge kommen. Manchmal geht es direkt, manchmal liegt es außerhalb unserer Möglichkeiten. Und manchmal braucht es einfach einen etwas längeren Atem. So ging es unserer Redaktion auch mit der in der ersten Römer Interimsredaktion mehrfach geäußerten Kritik: Berichterstattung über Kernen im Lokalen ist ja schön und gut – aber Fellbach habt ihr einfach viel zu wenig.

Wir haben zugehört. Und seit Juli 2025 ist Redakteurin Zülal Acar Teil unseres Teams, kümmert sich täglich um Neuigkeiten aus Fellbach – und auch im Kernener Pop-up wird sie an dem ein oder anderen Tag anzutreffen sein.

Pop-up-Redaktion in Rommelshausen

Die Station des Waiblinger Zeitungsverlags ist ab Montag, 8. Juni 2026, bis einschließlich Donnerstag, 2. Juli 2026, in der Stettener Straße 5 in Rommelshausen zu finden (Erdgeschoss). Öffnungszeiten sind unter der Woche jeweils von 11 bis 16 Uhr. Besucher sind jederzeit willkommen.

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