Rems-Murr-Kreis

Razzien in linksautonomer Szene nach brutalem Angriff vor Stuttgarter Corona-Demo: 21-Jähriger verhaftet

Verbrechen
Symbolbild. © Benjamin Büttner

Am Donnerstagmorgen (2.7.) durchsuchten Polizeiangaben zufolge hundert Polizisten Zimmer und Wohnungen von neun Tatverdächtigen in Waiblingen, Fellbach, Remseck am Neckar, Ludwigsburg, Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen. Ein 21-Jähriger wurde auf dem Weg zur Arbeit verhaftet. Er steht im Verdacht, eine versuchte Tötung begangen zu haben. Seine Wohnung wurde durchsucht. Weitere acht Objekte wurden wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch durchsucht. 

Wie die Polizei unserer Redaktion mitteilte, stünden die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Angriff auf einen Daimler-Betriebsrat und zwei weitere Mitglieder der umstrittenen Arbeitnehmervertretung "Zentrum Automobil". Die Männer im Alter von 38, 45 und 54 Jahren wurden auf dem Weg zu einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen am 16.5. angegriffen. Der 54-Jährige war damals niedergeschlagen und lebensbedrohlich verletzt worden. Auch seine 38 und 45 Jahre alten Begleiter wurden damals verletzt. 

Die Ermittler beschlagnahmten Polizeiangaben zufolge umfangreiches Beweismaterial, das nun ausgewertet werden muss. Der festgenommene 21-jährige Deutsche, gegen den laut Polizeibericht bereits ein Haftbefehl wegen versuchtem Totschlag vorlag, wird im Laufe des Donnerstags einem Haftrichter vorgeführt. 

Die Beamten gingen von einem gezielten Angriff aus. Ein politischer Hintergrund der Tat wird nicht ausgeschlossen. "In den durchsuchten Objekten wohnen überwiegend uns bekannte Anhänger der linken Szene", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen der Nachrichtenagentur dpa.