Fast 1,1 Millionen Euro auf Spendenkonto für Hochwasseropfer im Rems-Murr-Kreis
Auch wenn Bund und Land eher schwer mit Hilfen in die Gänge kommen – zumindest das Spendenkonto, das Rems-Murr-Kreis und Kreissparkasse Waiblingen ruck, zuck nach dem Hochwasser an den Start gebracht hat, füllt sich erfreulich. „Die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Privatpersonen, Unternehmen und Vereine in diesen Tagen ist überwältigend“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. Mittlerweile seien fast 1,1 Millionen Euro für die Betroffenen der Hochwasser- und Starkregenereignisse kreisübergreifend eingegangen. Allein der VfB und seine Firmenpartner steuern 500.000 Euro bei. Wir stellen diese und weitere Großspenden vor.
Nach den schweren Überschwemmungen Anfang Juni hatte die Kreissparkasse Waiblingen umfassende Hilfsmaßnahmen eingeleitet, um betroffene Haushalte und Unternehmen zu unterstützen. Als Initialspende überreichte Olaf Kordian, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, am Winterbacher Stauwehr den symbolischen Scheck in Höhe von 50.000 Euro an Landrat Dr. Richard Sigel. Die Kreissparkasse legte zudem ein Sonderkreditprogramm für Betroffene auf – mit Sonderzinssatz, um die nötigsten Ersatzinvestitionen stemmen und eventuell die Zeit bis zum Eingang der Versicherungsleistungen überbrücken zu können.
Das Schorndorfer Mode-Label Riani überreichte Landrat Dr. Richard Sigel wenige Tage später einen symbolischen Scheck für eine Großspende auf das zentrale Spendenkonto: zunächst 10.000 Euro, weitere Erlöse aus zwei Veranstaltungen sollen folgen – es kamen mittlerweile schon weitere 10.000 Euro zusammen. 20.000 Euro steuerte auch der Hilfsverein des Zeitungsverlages Waiblingen bei.
Mittlerweile, bis Mitte Juni, haben rund 2000 Firmen und Privatpersonen aufs Spendenkonto der Kreissparkasse Waiblingen (KSKWN) überwiesen. Einige Beispiele:
Großspenden: Eine noch unvollständige Auflistung
- VfB Stuttgart, Mercedes und Porsche: 500.000 Euro
- Kreissparkasse Waiblingen: 50.000 Euro
- Palmer Bleche, Remshalden: 20.000 Euro
- ZVW-Hilfsverein: 20.000 Euro
- Riani: 10 000 Euro plus 10.000 Euro
- Kiwanis Hilfsfonds: 10.000 Euro
- Sprintus GmbH, Welzheim: 10.000 Euro
- Harro Höfliger Verpackungsmaschinen GmbH, Allmersbach im Tal: 10.000 Euro
- Bort GmbH, Weinstadt: 10.000 Euro
- Kreisbau: 7500 Euro
- Krämerbau, Winnenden: 7500 Euro
- Fried Kunststofftechnik, Urbach (möchte nur namentlich erwähnt werden).
VfB Stuttgart und seine Sponsoren bringen 500.000 Euro auf
Der VfB Stuttgart spendet gemeinsam mit seinen Partnern von Mercedes-Benz, Mercedes-Benz-Bank, Porsche und Jako insgesamt 500.000 Euro an die besonders vom Hochwasser betroffenen Landkreise Rems-Murr, Ludwigsburg, Göppingen und Ostalb. Wie der Klub am Donnerstag (13.06.) mitteilte, wird das Geld an das zentrale Spendenkonto der Landkreise Rems-Murr, Ludwigsburg, Göppingen und Ostalb überwiesen. Man wolle mit der Aktion „ein Zeichen für die Unterstützung sowie den Zusammenhalt in unserer Region“ setzen, so VfB-Vorstandsboss Alexander Wehrle. Jetzt komme es darauf an, „unkompliziert zu helfen“, sagte Britta Seeger von Mercedes.
Darüber hinaus wird der VfB im Rahmen des offiziellen Saison-Openings am 10. August in der MHP-Arena 5000 Eintrittskarten für Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und das THW zur Verfügung stellen. Die VfB-Stiftung „Brustring der Herzen“ werde im Rahmen des Freundschaftsspiels gegen Athletic Bilbao zudem zu weiteren Spenden für die Hochwasser-Geschädigten im Südwesten aufrufen.
Porsche-Vorstand Lutz Meschke betonte derweil, „dass der Leitgedanke unseres Engagements beim VfB lautet ‚Aus der Region und für die Region‘ – mit dieser Spendenaktion füllen wir dieses Motto mit Leben.“ Nadine Sprügel von Jako ergänzte: „Mit der gemeinsamen Spende wollen wir einen Beitrag für unbürokratische Hilfen leisten, wollen unseren Dank an die Hilfskräfte richten und zeigen, dass wir als Region zusammenstehen.“
Stihl: Interne Spendensammlung und Lohnfortzahlung für Feuerwehrleute
Der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl hat entschieden, den Lohn der Mitarbeitenden, die Anfang Juni im Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr oder anderen Organisationen waren, zu übernehmen und nicht – wie gesetzlich vorgesehen – den Kommunen aufzuerlegen. „Mitarbeitende, die vom Hochwasser betroffen waren und nicht zur Arbeit kommen konnten, wurden bis zu drei Tage bezahlt freigestellt“, teilt Stihl mit.
Für betroffene Stihl-Mitarbeitende wurde zudem eine interne Spendensammlung unter dem Motto „Von STIHLern für STIHLer“ ins Leben gerufen. Die dabei erzielte Summe werde vom Unternehmen verdoppelt. „Sollten die Spendengelder den Bedarf übersteigen, fließt der Restbetrag an eine überregionale gemeinnützige Organisation“, heißt es in der Mitteilung.
Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen die Freiwilligen Feuerwehren in Haubersbronn, Rudersberg und Geislingen an der Steige mit Gerätespenden im Wert von mehr als 30.000 Euro.
Beschäftigte der Kreissparkasse helfen auch vor Ort
Hervorzuheben sind auch das Engagement und die Unterstützung der Sparkassen-beschäftigten vor Ort. Möglich gemacht wurde dies durch den Social Day, den die Kreissparkasse Waiblingen im Rahmen ihres 50-jährigen Fusionsjubiläums allen Mitarbeitenden im Jahr 2024 gewährt. Ursprünglich für den Einsatz in sozialen Einrichtungen, Vereinen usw. gedacht, hat die Kreissparkasse kurzerhand entschieden, dass der Social Day 2024 auch für die akute Hochwasserhilfe genutzt werden kann.
So waren bereits kurz nach den Überschwemmungen erste Mitarbeitende in Rudersberg und Miedelsbach im Einsatz. Gegen Ende der ersten Juni-Woche waren ganze Teams, Abteilungen und sogar ein komplettes Beratungscenter bei den Aufräumarbeiten vor Ort aktiv. Das Beratungscenter in Endersbach blieb für einen Tag geschlossen, während die Sparkassenmitarbeitenden in den Überschwemmungsgebieten mit anpackten. „Besondere Situationen erfordern ungewöhnliches Handeln“, so KSKWN-Vorstandsvorsitzender Uwe Burkert. „Unsere Mitarbeitenden haben mit ihrem Einsatz eindrucksvoll bewiesen, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten zusammenzustehen und aktiv zu helfen“, sagt Burkert.
Landrat sagt vielmals Danke
„Mein Dank richtet sich an alle Spenderinnen und Spender, die solidarisch unterstützen und damit einen Beitrag leisten, gemeinsam die Herausforderungen zu bewältigen“, sagt Landrat Sigel. „Auch die vielen Sachspenden von Unternehmen wie Reinigungsgeräte oder Waschmaschinen leisten einen enorm wichtigen Beitrag.“ Auch der Partnerlandkreis Meißen hat 80 Trocknungsgeräte zur Verfügung gestellt. „Ich bedanke mich bei allen für diese unkomplizierte, schnelle Hilfe“, so Sigel.
Wollen Sie spenden? Hier die nötigen Informationen
- Wenn Sie spenden wollen: Spendenkonto Hochwasser, IBAN DE72 6025 0010 0015 2229 14. Im Verwendungszweck können Sie den Landkreis angeben, in den die Spende gehen soll. Wenn Sie den Verwendungszweck „Spende“ angeben, dann wird der Betrag zwischen den vier Landkreisen aufgeteilt: Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis, Landkreis Ludwigsburg, Landkreis Göppingen.
- Bei einer Spende angesichts eines Hochwassers genügt laut Landratsamt der Kontoauszug als Spendennachweis – unabhängig vom Betrag der Spende. Kontaktformular und weitere Infos finden Sie auf der Internetseite des Rems-Murr-Kreises, www.rems-murr-kreis.de, im Bereich „Hochwasserhilfe“. Wer Sachspenden hat, kann diese bei der Fundgrube der AWRM einstellen (siehe www.abfallwirtschaft-rems-murr.de).
