Starkregen-Gefahr im Rems-Murr-Kreis: Warnlage verschärft, Unklarheiten bleiben
Nachdem wir am Montag (24.06.) über eine potenzielle Starkregen-Gefahr im Rems-Murr-Kreis ab Mittwoch (26.06.) berichtet haben, hat sich die Warnlage noch mal verschärft. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnet mittlerweile extrem heftigen Starkregen in Baden-Württemberg als "wahrscheinlich". Ab dem Nachmittag könnten Regenmengen um die 60 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde herunterkommen, punktuell sogar bis zu 80 Liter. Die Schwierigkeit bleibt weiterhin, die mutmaßlich betroffenen Orte vorherzusagen. Der Rems-Murr-Kreis könnte also auch verschont bleiben. Die aktuelle Prognose (Stand Dienstag, 15.10 Uhr).
Anmerkung der Redaktion: Den aktuellsten Artikel zur Warnlage finden Sie hier.
Meteorologe: Heftige Gewitter im "Raum Stuttgart-Waiblingen" möglich
"Wir erwarten, dass morgen ab den Mittagsstunden zunächst im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb, dann aber auch vermehrt in der Region Stuttgart heftige Gewitter heraufziehen", sagte DWD-Meteorologe Marco Puckert unserer Redaktion am Dienstag (25.06.). Der DWD geht davon aus, dass spätestens zum Abend auch die Region Stuttgart betroffen sein wird. "Das Hauptaugenmerk wird auf den Niederschlagsmengen liegen." Sprich: Starkregen.
Der Meteorologe sagt aber auch klar: "Nicht alle Gebiete bekommen so hohe Mengen ab. Trotzdem erwarten wir kleinräumig auch Gewitter dieser Heftigkeit." Die Vorhersagemodelle würden momentan zeigen, dass im Tagesverlauf des Mittwochs auch "der Raum Stuttgart-Waiblingen" betroffen sein könnte. Am Konjunktiv ist aber nicht zu rütteln – es bleibt unklar.
"Punktuell" Gewitter: Eingrenzen nur schwer möglich
Warum ist die Vorhersage so schwierig? Gewitter sind ohnehin schwer vorherzusagen, weil sie sich sehr schnell und aus verschiedenen Gründen bilden können. Im aktuellen Fall kommt laut Puckert noch eine Schwierigkeit hinzu: "Weil diese Gewitter ganz, ganz wenig Zuggeschwindigkeit haben, kann die Regensumme an einem einzelnen Ort so hoch sein", so der Experte. "Man kann überhaupt nicht eingrenzen, ob das jetzt in Waiblingen ist oder zehn Kilometer weiter in Esslingen."
Wie dynamisch die Lage ist, zeigt schon ein Beispiel: Marco Puckert sagte uns mit dem Stand vom Dienstagvormittag, extreme Gewitter treten voraussichtlich nur "punktuell" aus. Am Nachmittag sieht es schon wieder anders aus. Sein Kollege Peter Crouse sagte auf Nachfrage: "Das Unwetterpotenzial ist nicht mehr nur vereinzelt, sondern örtlich bis gebietsweise". Gebiete seien beispielsweise ganze Landkreise, so der Meteorologe. Was sich nicht geändert habe: Die Region Stuttgart und der Rems-Murr-Kreis liegen im potenziellen Risikogebiet.
Wie warnt der DWD weiter? Das ist laut dem Meteorologen noch unklar. Ob eine Vorabinformation auf Landkreis-Ebene kommen soll, werde am Abend in einer Konferenz des DWD entschieden. Es ist spürbar: Die Verantwortlichen nehmen die Lage ernst. Was aber könnte an Auswirkungen drohen?
Weiter keine Entwarnung: Was bei Starkregen drohen kann
Wie am Montag berichtet, rechnet der DWD nicht damit, dass die Hauptflüsse in der Region mit dem Starkregen Probleme hätten. Die Pegelstände an Rems und Neckar sind niedrig, ein Dauerregen wie beim Hochwasser Anfang Juni ist nicht vorhergesagt. Die Nebenflüsse könnten aber ebenso zum Problem werden wie die Böden, die mancherorts nur noch wenig Wasser aufnehmen können. Und natürlich sind Keller und Kanäle gefährdet, vollzulaufen, sobald extreme Wassermengen nicht mehr abfließen können. Der DWD erwartet "Sturzbäche", für die betroffenen Ortschaften könnte die Lage "katastrophal" werden.
Entwarnung kann also weiter nicht gegeben werden. Die Wetterlage bleibt bis zum Wochenende angespannt. Es muss gar nichts passieren. Wenn etwas passiert, dann aber voraussichtlich ohne große Vorankündigung. Man sollte auf das Beste hoffen – und auf das Schlimmste vorbereitet sein.



