„Brutale erste Halbzeit“: So hat der VfB Stuttgart seinen Angstgegner gedemütigt
Leverkusen. Der VfB Stuttgart hat einen rundum gelungenen Jahresauftakt hingelegt. Der 4:1-Sieg bei Bayer Leverkusen war hochverdient. Besonders in der ersten Halbzeit überrannten die Schwaben die Hausherren regelrecht. Und das gegen den eigentlichen Angstgegner, gegen den in den vergangenen Jahren zwar oft gute Leistungen, aber nie ein Sieg stand. Wir sammeln die Eindrücke nach dem Kantersieg des VfB in Leverkusen.
Sie wollen unseren VfB-WhatsApp-Channel abonnieren? Dann klicken Sie hier auf diesen Link .
Erster Sieg nach über 2800 Tagen: VfB demütigt Leverkusen
2814 Tage – so viel Zeit war seit dem letzten Sieg des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen vergangen. Gleichzeitig war die Werkself nicht nur der Angstgegner der Schwaben, sondern auch der des VfB-Trainers Sebastian Hoeneß. Der hatte in seiner Trainerkarriere noch gar nicht gegen das Bayerkreuz gewonnen. Doch am Samstagabend erfuhr der VfB das Ketchupflaschen-Prinzip: Je länger und stärker man darauf klopft, desto mehr kommt am Ende auf einmal heraus. „Da hatte sich etwas aufgestaut, ein verdienter Sieg“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth direkt nach Abpfiff. Alles kam zusammen, die Hoeneß-Elf war gnadenlos und fertigte die Gastgeber ab.
„Eine fulminante, fast brutale erste Hälfte“, war Sky -Kommentator Wolff-Christoph Fuss begeistert vom Auftritt des VfB vor dem Pausenpfiff. Nach Jamie Lewelings Führungstreffer und Maximilian Mittelstädts Elfmeter führten die Stuttgarter schon mit 2:0, ehe abermals Leweling und Undav mit einem Doppelschlag binnen 73 Sekunden den Deckel draufmachten und Leverkusen in sich zusammenfallen ließen. „Einer geht noch, einer geht noch rein“, skandierten die VfB-Anhänger im Gästeblock. „Wir haben ab der ersten Minute gemerkt, dass es etwas wird“, sagte Leweling in seiner gewohnt lässigen Art. „So einfach kann es sein – einfach den Ball ins Tor schießen.“
Nahezu perfekte 45 Minuten des VfB Stuttgart
„Für Leverkusen geht es jetzt darum, das Schlimmste zu verhindern“, befand Sky-Experte Lothar Matthäus in der Halbzeitpause – eine richtige Einschätzung, drohte der VfB doch, die Werkself noch weiter auseinanderzunehmen – es schien, als hätte der Halbzeitpfiff die Hausherren ein wenig vor jenem Schicksal gerettet. Doch ein Blick auf die Statistiken verrät: Bei Stuttgart lief vieles bis alles zusammen, in den Ballbesitz- und Zweikampfstatistiken lag Leverkusen ebenso vorne wie bei den gespielten Pässen. Statistiken gewinnen eben nicht immer Spiele.
VfB-Sieg in Leverkusen: Hoeneß glaubte erst kurz vor Schluss an Sieg
„Vielleicht war es ein Tor zu hoch in der ersten Halbzeit“, sagte auch VfB-Coach Hoeneß, der aufgrund seines ersten Sieges gegen Bayer und des geglückten Jahresauftakts hochzufrieden war. Da die Leverkusener im zweiten Durchgang gegen souverän verwaltende Stuttgarter noch zu einzelnen Gelegenheiten und zum Ehrentreffer kamen, war sich Hoeneß lange nicht siegessicher – trotz des beruhigenden Vorsprungs: „Erst in der 88. Minute habe ich gedacht: Okay, das Ding geht durch.“
Am Ende steht der fünfte Tabellenplatz und der unmittelbare Anschluss an die Champions-League-Plätze. Besser hätte das Jahr 2026 für den VfB kaum beginnen können. Aus Schwaben-Sicht bleiben bei diesem Auftakt eigentlich nur zwei Hoffnungen: zum einen, dass der VfB am Dienstag (18.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt daran anknüpft. Und zum anderen, dass der nächste Sieg gegen Bayer Leverkusen nicht wieder 2814 Tage auf sich warten lässt.



