Das VfB-Zwischenfazit: Viel Aufwand, großes Pech und in der Summe zu wenig Ertrag
Nur ein Sieg aus sechs Liga-Spielen: Vizemeister VfB Stuttgart trauert einmal mehr den vielen vergebenen Chancen im Duell mit Eintracht Frankfurt hinterher. Nach zehn Spieltagen ist es Zeit für ein erstes Zwischenfazit zur bisherigen Bundesliga-Saison der Schwaben.
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Ermedin Demirovic zog sich das Trikot ins Gesicht und haderte - mit sich, mit der ungekrönten Aufholjagd und dem Absturz des Vizemeisters VfB Stuttgart in die untere Tabellenhälfte der Bundesliga. Besonders der glücklose Auftritt des Angreifers diente nach dem 2:3 gegen Eintracht Frankfurt als Sinnbild für die Leistung der ganzen Mannschaft: Viel Aufwand, großes Pech und in der Summe zu wenig Ertrag.
«Es ist so, dass wir zu wenig Punkte haben. Wenn wir gewonnen hätten, und das war möglich, würde uns jeder auf die Schulter klopfen. So haben wir den einen oder anderen Punkt verschenkt», sagte Trainer Sebastian Hoeneß. Das gelte es nach der Länderspielpause, wenn die Stuttgarter am 23. November den VfL Bochum empfangen, zu ändern.
Vermeintlicher VfB-Ausgleich gegen Frankfurt nicht anerkannt
Demirovic vergab gegen die Hessen beim Stand von 0:0 einen Elfmeter (22.) und scheiterte zweimal an der Latte (18./70.). «Es ist mehr als bitter», trauerte der Neuzugang vom FC Augsburg seinen ausgelassenen Gelegenheiten hinterher. «Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich fühle gerade nur Leere. Wenn alles gut läuft, mache ich hier einen Hattrick.»
Trotz der Fehlversuche des 26-Jährigen durften die Schwaben, bei denen Nationalstürmer Deniz Undav verletzt ausfiel, in einer dramatischen Schlussphase noch auf zumindest einen Zähler hoffen. Nachdem Josha Vagnoman die Aufholjagd mit einem sehenswerten Schlenzer spät eröffnet und der eingewechselte Nick Woltemade mit Ablauf der regulären Spielzeit nachgelegt hatte, landete der Ball in der siebten Minute der Nachspielzeit durch Chris Führich ein drittes Mal im Eintracht-Tor. Allerdings wurde der vermeintliche Ausgleich wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben, das Happy End aus Stuttgarter Sicht blieb aus.
Hätte der VfB seine zahlreichen Chancen zuvor genutzt, wäre es jedoch gar nicht zu der hektischen Schlusssequenz gekommen. Doch besonders vom Punkt aus soll es in dieser Spielzeit einfach nicht sein. Vier verschossene Strafstöße - zweimal scheiterte Demirovic, zweimal Enzo Millot - sprechen eine deutliche Sprache. Nur Atakan Karazor zeigte sich im Erstrunden-Spiel des Pokals nervenstark.
Der VfB und sein Elfmeter-Problem: «Dann fällt das auf»
«Elfmeter sind immer Kopfsache, das hat was mit Selbstverständnis zu tun, mit Momentum und das hatten wir offensichtlich nicht», sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. «Aber wenn man den vierten Elfmeter in Folge verschießt, dann fällt das auf.»
Auffällig auch: Der VfB hat nur eins der letzten sechs Liga-Spiele gewonnen und verpasste es, den Anschluss an den dritten Rang herzustellen. Ein Grund dafür ist die fehlende Effizienz. «Wir müssen weiter an der Chancenverwertung arbeiten», erteilte Wohlgemuth vor der Länderspielpause einen klaren Arbeitsauftrag an die Mannschaft. Und Elfmeter dürften auf Hoeneß' Trainingsplan ebenfalls aufgelistet sein.



