VfB Stuttgart

Explodierende Infektionszahlen: Drohen bald wieder Geisterspiele in der Bundesliga?

Kopie von Kopie von VfB Stadion Mercedes benz Arena Bundesliga
Wird auch der VfB Stuttgart bald wieder vor leeren Rängen spielen müssen? © Danny Galm (Archiv)

Die vierte Corona-Welle trifft Deutschland mit voller Wucht. Drohen der Bundesliga und ihren Fans angesichts der explodierenden Infektionszahlen bald wieder leere Stadien? Nicht nur beim VfB Stuttgart blickt man gespannt auf die Ministerpräsidentenrunde am Donnerstag (18.11.). 

Rückkehr der Geisterspiele in den Niederlanden

Die Niederlande haben bereits am Wochenende die Notbremse gezogen und einen dreiwöchigen Teil-Lockdown verhängt – inklusive Geisterspiele im Fußball. Betroffen sind sowohl der Profi- als auch der Amateursport. So wird das WM-Qualifikationsspiel der Niederlande gegen Norwegen am Dienstagabend (16.11.) im Rotterdamer Stadion De Kuip vor leeren Rängen ausgetragen werden. 44.000 Karten waren für die Partie verkauft worden. 

VfB verschiebt Vorverkauf für Bayern-Tickets

Viele Anhänger des VfB Stuttgart haben sich derweil den 14. Dezember dick im Kalender angestrichen. Dann kommt der Rekordmeister aus München in die Stuttgarter Arena. Doch den Ticket-Vorverkauf für Dauerkartenbesitzer und Mitglieder hat der Klub nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Noch ist unklar, wie sich die Corona-Lage in den nächsten Wochen entwickeln wird. Zudem findet am Donnerstag (18.11.) eine Ministerpräsidentenkonferenz statt, nach der es voraussichtlich neue (strengere) Regelungen geben wird. Die Topfunktionären im Fußball, Eishockey, Handball und Basketball bis hin zu den Breitensportverantwortlichen werden also gespannt auf die Ergebnisse des Corona-Gipfels warten. 

Wie kritisch ist ein Stadionbesuch?

„Außenbereiche sind immer unkritischer als Innenbereiche“, sagte unlängst Professor Jan Rupp, Direktor der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein den Kieler Nachrichten. „Wenn man das gut kontrolliert, ist das Stadion kein Problem, weil man draußen ist und Abstand halten kann.“ Die Probleme können aber vor und nach einem Spiel kommen. „Manche treffen sich auch davor und stehen am Stadion eng beieinander, nachher gehen sie vielleicht zusammen in die Kneipe“, sagte Rupp.

Anfang September hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach der teilweisen Rückkehr von Zuschauern in die Stadien eine erste Bilanz gezogen. Bei den 73 Partien unter der Organisation der DFL hatte es demnach sechs positive Corona-Tests gegeben. „Wenn jetzt immer noch kommuniziert wird, dass Fußball-Spiele potenzielle Superspreader-Events sind und es gefährlich ist hinzugehen, das ist in der Zwischenzeit vorsätzlich falsch“, sagte Seifert damals. 

Corona-Lage hat sich dramatisch verändert

Zwei Monate später aber haben sich die Corona-Zahlen in Deutschland dramatisch verändert. Zu Wochenbeginn stieg die Inzidenz erstmals auf über 300. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hatte am Freitag (12.11.) schon betont, es sei „fünf nach zwölf“. Die vierte Welle treffe Deutschland jetzt mit voller Wucht. Wenn Großveranstaltungen durchgeführt würden, dann nur mit maximaler Sicherheit, die zurzeit zur Verfügung stehe. 

„Am besten wäre es, wenn wir Großveranstaltungen absagen würde, ganz klar“, sagte Wieler aber auch insbesondere mit Blick auf Großveranstaltungen in Innenräumen. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) brachte derweil verschärfte Regeln ins Spiel: „Es wäre konsequent, wenn wir öffentliche Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene zulassen mit aktuellem Test – also 2G-Plus.“

Aktuell Vollauslastung unter Einhaltung der 2G-Regel

Die aktuelle Fassung der Corona-Verordnung (CV) in Baden-Württemberg ermöglicht den Klubs im Ländle eine Vollauslastung unter Einhaltung der 2-G-Regelung. Sprich: Besucher müssen vollständig geimpft oder genesen sein. Tritt nun ab Mittwoch (17.11.) die Alarmstufe in Kraft, wird sich an dieser Vorgabe nichts ändern. Gut möglich aber, dass sich beim Termin zwischen Bund und Ländern am Donnerstagmittag (18.11.) auf die von Spahn geforderte 2G-Plus-Regelung für Großveranstaltungen geeinigt wird.

Kretschmann schließt erneuten Lockdown nicht aus

Engültig vom Tisch wären die Geisterspiele im Sport damit aber noch nicht. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt sogar einen erneuten Lockdown nicht mehr aus. „Ob wir nochmal in die Situationen kommen, dass wir noch weitergehen müssen, hängt auch von den Auffrischungsimpfungen ab“, sagte er am Dienstag (16.11.) - und stellte bereits in Aussicht, die Größe von Veranstaltungen zu begrenzen. Wenn man feststelle, dass sich die Lage nicht bessere, dann müsse man über Beschränkungen befinden, so Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

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