VfB Stuttgart

Großkreutz: Die Schlägerei und ihre Folgen

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Kevin Großkreutz beim Training des VfB. © Danny Galm

Stuttgart.
Das Gesicht geschwollen, die schwarze Kapuze tief ins Gesicht gezogen – am Mittwochmittag wurde VfB-Abwehrspieler Kevin Großkreutz auf der Geschäftsstelle des VfB Stuttgart vorstellig. Der 28-Jährige war in der Nacht von Montag auf Dienstag bei einer Schlägerei am Stuttgarter Wilhelmsplatz übel zugerichtet worden und wurde am Mittwoch zum Rapport bei seinem Arbeitgeber einbestellt.

Großkreutz weilte fast zwei Stunden zu Gesprächen mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser in der Stuttgarter Geschäftsstelle, ehe er von dort direkt ins Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen fuhr.

Handy-Fotos aus dem Krankenhaus

Im Laufe des Dienstags waren scheibchenweise weitere Details zu den Vorgängen in der Nacht von Montag auf Dienstag an die Öffentlichkeit gekommen – inklusive zweier Handy-Fotos, die den zusammengeschlagenen Fußballprofi im Krankenhaus zeigen.

Gesicherte Fakten sind bislang, dass Großkreutz bei einer Auseinandersetzung zweier Gruppen am Wilhelmsplatz verletzt wurde. Sowohl Großkreutz als auch ein Bekannter aus seiner Gruppe bekamen einen Faustschlag ab. Großkreutz stürzte nach dem Schlag und zog sich eine klaffende Platzwunde am Hinterkopf sowie Verletzungen im Gesicht zu.

Vier Tatverdächtige konnten kurz nach der Auseinandersetzung in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. Großkreutz und das andere Opfer wurden in ein Stuttgarter Krankenhaus gebracht. Gegen die Täter läuft ein Ermittlungsverfahren.

War Großkreutz mit Jugendspielern des VfB unterwegs?

Unklar ist bislang, ob unter Großkreutz‘ fünf jungen Bekannten auch drei Spieler aus der U17 des VfB Stuttgart waren, ob Großkreutz angetrunken war und welche Konsequenzen der Vorfall für den Abwehrspieler haben wird.

Der Verein wollte sich am Mittwoch zunächst nicht weiter zu den nächtlichen Vorfällen äußern. Man wolle sich zunächst ein komplettes Bild vom Tatverlauf machen. Die Verantwortlichen des VfB warten auf den offiziellen Polizeibericht. Erst dann will sich der Verein zu den nächtlichen Eskapaden und den möglichen Konsequenzen für den 28-Jährigen äußern. Allerdings sind die Verantwortlichen des VfB Stuttgart alles andere als begeistert über Großkreutz' nächtliche Eskapaden. 

Am Rande einer Charity-Aktion in der Stuttgarter Leonhardskirche äußerte sich Sportvorstand Jan Schindelmeiser am Donnerstag erstmals öffentlich zum Thema. Der Vereine gehe "gewissenhaft und verantwortungsvoll" mit dem Thema um und werde "zeitnah" eine Entscheidung fällen. VfB-Coach Hannes Wolf äußerte sich gegenüber der Bild-Zeitung bestürzt: "Er hat noch Glück, dass nicht mehr passiert ist."

Eskapaden neben dem Fußballplatz

Die Meinungen der VfB-Fans zu Großkreutz‘ nächtlicher Rauferei gehen derweil auseinander. Sie reichen von „Lass den Kevin Großkreutz einfach in Ruhe, er wird genug privat provoziert. Wollen wir jetzt wirklich einer der letzten Fußballer, der Ecken und Kanten hat, bestrafen?“ bis „Ich frage mich nur, was ein verletzter Profi/Familienvater nachts um 2 mit ein paar Teenagern in Stuttgart zu suchen hat?“

Weltmeister, Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger – Kevin Großkreutz hat in seiner Vita schon einige Trophäen eingesammelt. Döner-Wurf, Pinkeln in eine Hotel-Lobby und jetzt die Schlägerei auf dem Wilhelmsplatz – Kevin Großkreutz hat aber auch neben dem Platz schon für einige Aufreger gesorgt.

Der Konkurrenzkampf auf seiner Position ist groß

Sportlich läuft es für den gebürtigen Dortmunder bislang noch nicht rund im Schwabenland. Der Konkurrenzkampf auf seiner Position ist groß. Klein, Pavard, Zimmermann, Zimmer – sie alle können auf seiner Position rechts in der Viererkette spielen und stehen bereit.

Am letzten Sonntag gegen Kaiserslautern fehlte der 28-Jährige wegen einer Fußprellung. Nächsten Montag im Spitzenspiel gegen Eintracht Braunschweig (20:15 Uhr/ZVW-Liveticker) könnte er wieder zum Zusehen verdammt sein. Obwohl seine Prellung auskuriert ist.