VfB Stuttgart

Neuer Vertrag beim VfB Stuttgart: Spielmacher Daniel Didavi will noch einmal angreifen

Fußball Bundesliga  Borussia Mönchengladbach  vs. VfB Stuttgart
Daniel Didavi, hier im Duell mit Gladbachs Rami Bensebaimi, will in der neuen Saison noch einmal Vollgas geben. © Pressefoto Baumann

Daniel Didavi hat am Dienstag (18.05.) seinen Vertrag beim VfB Stuttgart um ein Jahr verlängert. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler ist tief verwurzelt im Schwabenland. Mit der Rolle eines kickenden Maskottchens will er sich allerdings nicht zufrieden geben. Der Spielmacher will der Mannschaft auf dem Platz helfen und dafür noch einmal alles investieren.

„Auch Sportlich kann ich noch einen Mehrwert haben“

Zum Pressegespräch anlässlich seiner Vertragsverlängerung kommt Didavi mit rund zehn Minuten Verspätung. Der Grund: Trainer Pellegrino Matarazzo hat die Einheit am Mittwochvormittag (19.05.) überzogen, was dem gebürtigen Nürtinger gefallen haben dürfte. Schließlich will der Spielmacher mit dem feinen linken Fuß nächste Saison noch einmal angreifen. „Mit 31 Jahren ist es noch nicht vorbei“, sagt Didavi und betont: „Auch Sportlich kann ich noch einen Mehrwert haben.“ Zwar kam „Dida“, wie ihn alle im Club nennen, in dieser Spielzeit bislang lediglich zu 932 Einsatzminuten, doch seine Ausbeute (vier Tore, vier Vorlagen) kann sich sehen lassen.

„Ich werde versuchen, nächstes Jahr noch fitter zu sein“

Unzufriedenheit gab es natürlich, wie Didavi berichtet - aber niemals mit seinen Teamkollegen oder dem Trainer. Sondern einzig und allein mit sich selbst. Mit einer Rolle als kickendes Maskottchen, der auch nächste Saison nur auf ein paar Kurzzeit-Einsätzen kommt und ab und an einen schönen Freistoß schießt, will er sich nicht zufrieden geben. „Ich werde versuchen, nächstes Jahr noch fitter zu sein.“

Zum sportlichen Ehrgeiz kommt im Fall von Daniel Didavi eine tiefe Verwurzelung im Schwabenland. „Seit ich sieben Jahre alt bin ist der VfB ein Teil meines Lebens“, sagt Didavi. 1997 kam er in den Verein und trug mit Ausnahme von vier Spielzeiten in den vergangenen 24 Jahren immer das Trikot mit dem roten Brustring. Mit dem VfB hat Didavi viel erlebt - und von diesem Erfahrungsschatz profitieren die zahlreichen jungen Profis im Stuttgarter Kader.

Vorbild für die VfB-Youngsters

Vor allem beim Thema Verletzungen kennt er sich unfreiwillig bestens aus. Unzählige zähe Stunden musste Daniel Didavi in der Reha-Welt schuften. Seine Lauf­bahn hätte auf­grund einer schweren Knie­ver­let­zung längst auch schon vorbei sein können. An die 180 Spiele hat er in seiner Karriere bislang verletzungsbedingt verpasst. Doch im Edeltechniker schlummert auch ein Kämpferherz. Immer wieder kam er zurück auf den Platz. Daher taugen seine Vita und seine Einstellung auch als Vorbild für aktuell verletzte Youngsters wie Silas Wamangituka (Kreuzbandriss), Tanguy Coulibaly (Innenbandanriss) und Lilian Egloff (Knochenödem).

Keine Sorgen vor einem Ausverkauf

Mit seiner positiven und integrativen Art ist „Dida“ laut Sportdirektor Sven Mislintat „nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine ein sehr wichtiger Faktor und Orientierungspunkt“. Und in der jungen Truppe fühlt sich Didavi pudelwohl. „In der 2. Liga habe ich schon gemerkt, dass in der Mannschaft viel Potential steckt.“ Sorgen, dass der talentierten Truppe im Sommer der Ausverkauf droht, macht er sich nicht. „Natürlich hoffe ich, dass die Mannschaft einigermaßen zusammenbleibt. Aber wenn ein Spieler gehen sollte, wird Sven schon jemanden aus der Tasche zaubern.“

Volle Identifikation im dem Stuttgarter Weg

Mit dem eingeschlagenen Stuttgarter Weg kann sich Didavi voll identifizieren: „Das ist auch ein Grund, warum ich gerne hier bleibe und den Weg mitgehe. Wir sind gespannt, wo er noch hingeht.“ Womöglich führt er ja sogar schon im Aufstiegsjahr nach Europa. Im Saisonfinale gegen Arminia Bielefeld am Samstag (22.05.) können die Schwaben noch auf den 7. Tabellenplatz springen und sich so für die neugeschaffene Europa Conference League qualifizieren. „Gerade für die jungen Spieler wäre es eine gute Erfahrung“, findet Didavi. „Wir werden versuchen, gegen Bielefeld zu gewinnen. Und wenn die anderen patzen, werden wir uns freuen. Falls uns das nicht gelingt, geht die Welt auch nicht unter.“

Das Ausland reizt Didavi

Und was kommt nach der Saison 2021/22? Hängt Daniel Didavi die Kickschuhe dann an den Nagel? „Es kann sein, dass ich nächstes Jahr aufhöre. Es kann sein, dass ich noch ein Jahr beim VfB dranhänge. Es kann alles sein“, sagt Didavi, den auch eine Station im Ausland noch reizen würde. „Ich kann mir sehr, sehr schwer vorstellen, dass ich innerhalb von Deutschland noch mal den Verein wechseln würde.“

Die USA reizen den Basketball-Fan. „Ein, zwei Jahre dort Fußball zu spielen und den Lifestyle zu erleben, hätte ich schon Bock“. Aber letztlich könnte es auch ein ganz anderer Kontinent werden. Fest steht bislang nur: „Ich glaube, wenn ich noch mal was anderes machen würde, dann würde ich darauf schauen, dass das Wetter schöner ist als hier in Deutschland.“