Partizan Belgrad gibt wohl Angebot für Milosevic ab: VfB-Zukunft weiter unklar
Stuttgart. Hinter dem VfB Stuttgart liegt ein ereignisreiches Testspiel: Gegen den FC Luzern gewannen die Schwaben mit 3:2 (2:0). Nicht mit dabei bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt war Jovan Milosevic. Der Stürmer, der nach seiner Leihe nach Belgrad erst seit ein paar Tagen wieder in Stuttgart ist, fiel mit einer Handverletzung aus. Ohnehin stellt sich bei dem 20-Jährigen die Frage: Wie geht es für Milosevic in Stuttgart weiter? Sein ehemaliger Leihclub hat wohl ein Angebot für den Stürmer abgegeben. Wir erklären die Ausgangslage.
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VfB Stuttgart: Das sind die Pläne mit Jovan Milosevic
Im Sommer 2023 kam Jovan Milosevic als junges Talent nach Stuttgart. Eine Halbserie und nur 40 Einsatzminuten später wurde der serbische Stürmer in die Schweiz verliehen. Von Februar 2024 bis Januar 2025 ging Milosevic für St. Gallen auf Torejagd, anschließend wurde der damals 19-Jährige erneut für ein Jahr verliehen. Bei Partizan Belgrad blühte der Angreifer dann auf: In 17 Ligaspielen erzielte Milosevic zwölf Tore und bereitete vier Treffer vor. Auch in der Qualifikation für die Conference League machte der Serbe auf sich aufmerksam: vier Spiele, vier Tore.
Zum Jahreswechsel endete dann die Leihe von Jovan Milosevic. Ein untypisches Leihende mitten in der Saison. Beim Trainingsauftakt am 3. Januar durften die rund 3.000 Fans dem Stürmer dann das erste Mal seit knapp zwei Jahren wieder im VfB-Outfit beim Fußballspielen zuschauen. Allerdings: Hat Milosevic überhaupt eine Zukunft in Bad Cannstatt? Oder wird der Stürmer bis zum Ende der Winter-Transferperiode (2. Februar) erneut verliehen?
Erneute Leihe? VfB-Verantwortliche loten alle Möglichkeiten aus
Hintergrund: Auf der Stürmerposition sind die Schwaben nach dem Arévalo-Transfer und der Demirovic-Rückkehr eigentlich gut aufgestellt. „Wir müssen eher schauen, dass der Kader schlanker wird“, sagte etwa Trainer Sebastian Hoeneß zur Stürmersituation am Rande des Trainingsauftakts. Dazu kommt: In der U21 darf Milosevic als Nicht-EU-Bürger nicht spielen. Und in der Hoeneß-Elf dürfte der Serbe kaum auf viele Einsatzminuten kommen, was die Entwicklung des 20-Jährigen wieder einbremsen könnte.
Die Verantwortlichen im roten Clubhaus wägen daher aktuell die Möglichkeiten ab. „Jovan hat bei uns einen Vertrag und wir erörtern zusammen die Perspektiven“, sagte jüngst etwa Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. „Er selbst hat eine klare Sicht auf seine Möglichkeiten. Das werden wir in den nächsten ein bis zwei Wochen besprechen.“ Im Zentrum stehen zwei Fragen: Gibt sich der Stürmer mit seiner Reservisten- und Herausfordererrolle in Stuttgart zufrieden? Und wie sehr will der Milosevic zurück zu Partizan – und damit auch in seine serbische Heimat?
VfB-Trainer Hoeneß: „Wir schauen ihn uns jetzt in Ruhe an“
Fakt ist: Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Jovan Milosevic darf sich die nächsten Tage im Training zeigen. „Wir schauen ihn uns jetzt in Ruhe an. Von da aus entscheiden wir dann weiter, wie die Zukunft aussieht“, sagte Sebastian Hoeneß. Und während der VfB Stuttgart intern die Zukunft Milosevics bespricht, buhlt Partizan Belgrad weiter intensiv um den Stürmer. Die Serben können sich eine erneute Leihe von Jovan Milosevic vorstellen, verbunden mit einer Kaufoption im Sommer.
Ein konkretes Angebot soll bei den Schwaben bereits eingegangen sein, berichtet etwa das serbische Nachrichtenportal direktno: Eine erneute Leihe bis Sommer 2026 inklusive einer Kaufoption von fünf Millionen Euro. Zu wenig für den VfB Stuttgart, der angesichts des steigenden Milosevic-Marktwerts (aktuell sieben Millionen Euro) schon jetzt eine Summe von acht oder zehn Millionen Euro für den Stürmer aufruft. Ob sich Partizan Belgrad finanziell so weit strecken kann, scheint Stand jetzt unwahrscheinlich.
Warum der VfB Stuttgart ganz entspannt in die Verhandlungen geht
Die VfB-Verantwortlichen jedenfalls haben in der Personalie Milosevic keinen Zeitdruck. Im Optimalfall leihen die Schwaben den Stürmer zu ihren Konditionen erneut aus, womöglich verbunden mit einer finanziell lukrativen Kaufoption oder Kaufpflicht. Kommen Partizan und der VfB zu keiner Einigung, hat Hoeneß eine weitere Sturmalternative im Kader, der in der serbischen Liga bewiesen hat, dass er Tore schießen kann. Nicht die schlechteste Ausgangslage für Fabian Wohlgemuth in den Verhandlungen mit der Milosevic-Seite und Partizan Belgrad, die sich noch bis mindestens Mitte Januar ziehen dürften. Gut möglich auch, dass eine Entscheidung erst kurz vor Ende der Transferperiode fällt – mit aktuell ungewissem Ausgang.




