VfB Stuttgart

Philipp Klement, Erik Thommy und Co.: Für diese VfB-Profis könnte im Sommer Schluss sein

VfB Montage Stenzel Thommy Klement
Wer muss den VfB Stuttgart im Sommer verlassen? Oder wer ist mit seiner Reservistenrolle unzufrieden und will gehen? Pascal Stenzel, Erik Thommy, Philipp Klement und Co. planen ihre Zukunft beim VfB. © ZVW/Alexandra Palmizi

32 Profis hat der VfB Stuttgart aktuell im Kader. Das sind angesichts der engen Finanzlage in Corona-Zeiten und nachrückenden jungen Talenten (Beyaz, Kuol, Meyer) ein paar Spieler zu viel. Klar also, dass Sportdirektor Sven Mislintat den Kader der Schwaben im Sommer „moderat weiterentwickeln“ will. Während Spieler wie Holger Badstuber und Gonzalo Castro den Verein sicher verlassen werden, gibt es noch andere Profis, die auf der Kippe stehen. Für wen könnte im Sommer Schluss sein? Eine Analyse.

Philipp Klement

Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte im Sommer 2019 vom SC Paderborn nach Stuttgart und ging mit dem VfB in Liga zwei die Mission Wiederaufstieg an. Der 28-Jährige kam mit der Empfehlung von 16 Toren und sieben Vorlagen an den Neckar. Sein Potential konnte er in der zweiten Liga so gut wie nie auf den Platz bringen, auch in der laufenden Erstliga-Saison kam Klement kaum zum Zug.

16 Kurzeinsätze stehen zu Buche, kein einziges Mal stand der geborene Ludwigshafener in der Startelf. Seinen einzigen Treffer erzielte er beim 5:1-Sieg gegen den FC Schalke. Zu wenig, um eine langfristige Rolle beim VfB zu spielen. Zudem setzen die Schwaben immer mehr auf junge Talente – und das ist der 28-Jährige nun wirklich nicht mehr.

Prognose: Klement muss den VfB im Sommer verlassen, er hat in Cannstatt keine Zukunft mehr.

Erik Thommy

Der Offensivspieler hat keine leichte Saison hinter sich. Im Sommer 2020 brach sich der 26-Jährige im Testspiel gegen den FC Liverpool den Ellenbogen und fiel monatelang aus, im Februar 2021 warf ihn eine Zerrung im Hüftbeuger wochenlang zurück. Dabei kam er erst vor der Saison von seiner Fortuna-Leihe zurück und wollte sich im Team von Coach Pellegrino Matarazzo einen Stammplatz erkämpfen.

Dadurch stehen bislang nur magere sechs Einsätze zu Buche, nur zwei davon in der Startelf. Dazu setzt der VfB in der Offensive vermehrt auf junge Nachwuchstalente, erst zuletzt verpflichtete Sportdirektor Sven Mislintat zwei verheißungsvolle Jungspunde. Obwohl Matarazzo den Einsatzwillen und die Professionalität von Thommy schätzt, sinken die Chancen auf einen Verbleib in Stuttgart.

Prognose: Der 26-Jährige, dessen Vertrag 2023 ausläuft, verlässt den VfB bei einem entsprechenden Angebot.

Pascal Stenzel

Der 25-Jährige gilt als Musterprofi auf und neben dem Platz. Trainer Pellegrino Matarazzo weiß ganz genau, was er an dem Verteidiger hat: solides Abwehrspiel ohne große Schwankungen. Zu Beginn der Saison stand Pascal Stenzel oft noch in der Startelf, wurde aber immer mehr vom Griechen Dinos Mavropanos verdrängt. Zuletzt blieb ihm nur ein Bankplatz.

Dass die Verantwortlichen der Schwaben dem 24-Jährigen nahelegen, den Verein zu gelassen, gilt als ausgeschlossen. Stenzels Vertrag läuft bis ins Jahr 2024. Ob sich der Ex-Freiburger aber auf Dauer mit dem Reservisten-Dasein abfinden kann, ist die andere Frage. Sollten Kempf und Mavropanos bleiben, wird Stenzel weiter in die Röhre schauen. Vor allem bei dem Griechen sieht vieles nach einer erneuten Leihe aus.

Prognose: Stenzel bleibt, weil er sich bei den Schwaben durchsetzen will – und weil der VfB den Verteidiger nicht abgeben will.

Roberto Massimo

Der 20-Jährige kam im Sommer 2018 für 2,5 Millionen Euro von Arminia Bielefelds U19 zu den Schwaben und galt als Versprechen für die Zukunft. Nach einem weiteren Jahr auf der Bielefelder Alm kam Massimo der Zweitliga-Saison auf elf Einsätze, in dieser Spielzeit setzte in Matarazzo 15-mal ein – bislang gelang ihm kein Treffer im VfB-Dress. Während er zu Beginn der Saison zunächst im Schatten von Wamangituka und Co. stand, durfte der 20-Jährige in den vergangenen Wochen öfter ran.

Allerdings konnte Massimo zu selten überzeugen, körperlich und spieltaktisch hat das Bielefelder Eigengewächs viel Nachholbedarf. Bei seinen Einsätzen gab es viel Licht und Schatten, er brauchte meist zu lange, um sich an das Spielniveau der Partie anzupassen. Da der VfB in Ömer Beyaz und Alou Koul zwei neue, vielversprechende Talente verpflichtet hat, wird es für Massimo so langsam eng. Bleibt er das ewige Talent – oder kann er den nächsten Schritt gehen?

Prognose: Der 20-Jährige ist ein Wackelkandidat, könnte bei einem Angebot abgegeben werden (bspw. in die zweite Liga).

Darko Churlinov

Auf den jungen Nordmazedonier kann das Geschriebene über Roberto Massimo eins zu eins übertragen werden. Auch der 20-jährige Churlinov kam als Talent aus der Kölner U23 und stand in der laufenden Saison nur elfmal auf dem Platz. Torbeteiligungen: null. Wobei man verteidigend sagen muss, dass Churlinov in den letzten Partien näher an der ersten Elf stand als zuvor – sicher auch wegen den vielen Verletzungen.

Aufgrund der immer größer werdenden Talentdichte (Beyaz, Kuol und Co.) beim VfB gilt für den Mittelfeldspieler dasselbe, wie für den gleichaltrigen Massimo: es wird eng für den 20-Jährigen. Mislintat und die Schwaben können sich keinen Kader mit 35 Spielern leisten.

Prognose: Churlinov steht wie Massimo auf der Kippe. Der VfB wird versuchen, den 20-Jährigen abzugeben.

Luca Mack und Antonis Aidonis

Auch die beiden Jungprofis haben einen schweren Stand. Während sie in der Vorbereitung auf die Saison noch bei den Profis dabei waren, blieb den beiden VfB-Eigengewächsen in der laufenden Spielzeit nur ein Platz in der zweiten Mannschaft. Der Druck auf die beiden wird immer größer, auch weil Talente wie Jordan Meyer aus der eigenen Jugend nachrücken.

Prognose: Beide sollen verliehen werden, um Spielpraxis sammeln zu können. Im Optimalfall in der zweiten Liga.