VfB Stuttgart

Polizei prügelt auf Fans ein: VfB Stuttgart kritisiert Behörden scharf

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Die VfB-Fans in der Cannstatter Kurve (Symbolbild). © Danny Galm

Deventer. Der VfB Stuttgart ist am Donnerstagabend (27.11.) in den Niederlanden zu Gast. Um 21 Uhr steht das fünfte Spiel in der Europa League gegen die Go Ahead Eagles Deventer an. Im Vorfeld der Partie kam es rund um den offiziellen VfB-Fantreff zu unschönen Szenen, die organisierte Fanszene der Schwaben trat daraufhin geschlossen die Heimreise an. Die Geschehnisse vor Ort veranlassten den VfB Stuttgart sogar dazu, eine Stellungnahme zu den Vorfällen abzugeben - mit scharfer Kritik an den Behörden. Wir ordnen die Lage ein.

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VfB Stuttgart: Ärger vor dem Europa-League-Spiel in Deventer

Bereits vor der Partie war klar: Die Fans des VfB Stuttgart dürfen nicht in die Innenstadt von Deventer. Die Behörden sprachen kurzfristig ein Verbot für Gästefans in der Stadt aus. Daher wurde ein Treffpunkt für alle VfB-Fans außerhalb der Innenstadt organisiert: der DAVO Brewpub. Dort kamen alle Fans zusammen, auch Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle war vor Ort. Rund um den Fantreff kam es rund drei Stunden vor Anpfiff aber zu äußerst unschönen Szenen, als Teile der organisierten VfB-Fanszene in drei Bussen ankam.

Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, dass Polizisten mit Schlagstöcken auf Fans einprügelten. Was davor passierte, ist nicht zu hundert Prozent geklärt. Augenzeugen vor Ort sprechen davon, dass es vor der Brauerei wohl einen Security Check-in gab, den manche Fans aus diesen Bussen wohl ignorierten. Bestätigt ist diese Info aber nicht.

„Regeln sind Regeln“: Klare Kante von den Go Ahead Eagles

Die Deutsche Presseagentur (dpa) schreibt, dass niederländische Medien davon berichten, dass VfB-Fans vor Ort Absperrgitter umgerissen hätten und es daraufhin zur Konfrontation zwischen Polizei und Teilen der Fans kam. Die Fans wurden von der Polizei zurück in die Busse gedrängt. Der Direktor der Go Ahead Eagles, Jan Willem van Dop, sagte, dass es zu dem Polizeieinsatz kam, weil in den Bussen Fans ohne Tickets gesessen hätten, berichtete die Zeitung De Stentor. Menschen ohne Tickets sollten aber nicht zum Stadion kommen. „Regeln sind Regeln und das wird hier gut gelöst“, sagte der Direktor.

„Aggressives Verhalten“ der Fans? VfB Stuttgart widerspricht

Daraufhin sprachen die Behörden gegen die VfB-Fans aus den drei Bussen ein Betretungsverbot für Deventer aus. Als Grund dafür wurde „aggressives Verhalten“ der Fans angeführt, wie der VfB Stuttgart mitteilt. Aufgrund der Vorfälle solidarisierten sich die VfB-Anhänger der anderen drei Fanbusse, die noch auf dem Weg nach Deventer waren, mit den den Fans, die bereits an der Brauerei waren und ein Vertretungsverbot ausgesprochen bekamen. Die organisierte Fanszene trat daraufhin geschlossen den Heimweg nach Stuttgart an.

Der VfB Stuttgart, der in Person von Alexander Wehrle und anderen Vorstandsmitgliedern zu dem Zeitpunkt an der Brauerei vor Ort war, gab eine Stellungnahme zu den Vorfällen ab und kritisiert die Behörden in Deventer scharf: „Die Behörden von Deventer haben gegen die Insassen von drei Fan-Bussen des VfB ein Betretungsverbot für Deventer ausgesprochen. Als Grund wurde angebliches aggressives Verhalten von Fans des VfB gegenüber der Polizei am offiziellen „Fan Meeting Point“ angegeben. Vorstand und Präsidiumsmitglieder des VfB waren zum betreffenden Zeitpunkt vor Ort am „Fan Meeting Point“ und konnten kein entsprechendes Verhalten unserer Fans erkennen. Weitere VfB-Fans, die bereits in Deventer angekommen waren, haben sich mit den Insassen der betroffenen Busse solidarisch erklärt und haben ebenfalls die Rückreise nach Stuttgart angetreten.“

VfB-Boss Alexander Wehrle fordert „lückenlose Aufklärung“ der UEFA

Alexander Wehrle sagt zu den Vorfällen: „Ich war die ganze Zeit vor Ort am Treffpunkt der Fans und konnte mir ein Bild von den Gegebenheiten machen. Die örtlichen Behörden haben aus für uns überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen ein Betretungsverbot für Teile unserer Fans ausgesprochen. Wir sind mit den Behörden und der UEFA im engen Austausch und drängen auf eine lückenlose Aufarbeitung der Vorkommnisse. Dieses unverhältnismäßige Vorgehen gefährdet unsere Fußballkultur.“

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