Schwacher VfB Stuttgart verliert gegen St. Pauli: Müder Auftritt beim Vorletzten
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat sein Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli in der Bundesliga mit 1:2 verloren. Damit wurden die Schwaben ihrer Favoritenrolle gegen die Kiezkicker nicht gerecht und zeigten einen schwachen Auftritt gegen motivierte Gastgeber. Die Niederlage war für die Hoeneß-Elf die erste nach sieben ungeschlagenen Bundesliga-Partien. RB Leipzig hat am Sonntag die Möglichkeit, die Cannstatter mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln wieder auf den fünften Platz zu verdrängen. Wir berichten vom Spiel des VfB Stuttgart.
Sie wollen unseren VfB-WhatsApp-Channel abonnieren? Dann klicken Sie hier auf diesen Link .
VfB Stuttgart: St. Pauli kauft den Schwaben den Schneid ab
Trainer Sebastian Hoeneß wechselte im Vergleich zum 3:0-Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen Holstein Kiel am Mittwoch zweimal: Für Jamie Leweling rückte Ermedin Demirovic in die Startelf, Finn Jeltsch begann für Jeff Chabot in der Innenverteidigung. Schon zu Spielbeginn zeigte der Tabellenvorletzte St. Pauli, dass er vor heimischer Kulisse gegen den Viertplatzierten keinesfalls nur zuschauen möchte. Mutiges Offensivspiel, hohes Pressing, angetrieben vom Millerntor – die Kiezkicker machten zu Beginn richtig Alarm. Auf der anderen Seite zeigte der VfB einen müden Auftritt.
Zu konkreten Abschlüssen führte das nicht, in der 10. Minute klärte Maximilian Mittelstädt in letztem Moment vor dem schussbereiten James Sands. Wenig später hatte auch der VfB seine erste Chance, Mittelstädt bediente Chris Führich, der an Nikola Vasilj scheiterte (12.). Auch in der Folge schaffte es Stuttgart nicht, die Spielkontrolle vollends an sich zu reißen. Immer wieder kamen die Gastgeber durch die teils unsortierte Gäste-Defensive und hatten durch Martijn Kaars, Danel Sinani und Arkadiusz Pyrka weitere Gelegenheiten (19./23./29.).
Kleiner Aufreger: Wurde dem VfB ein Handelfmeter verwehrt?
Gefährlicher wurde es bei Kaars’ und Mathias Rasmussens Doppelchance (33.)., ehe der Ball im Netz zappelte: Nach einer starken Kombination über links hatte Mittelstädt zwei Gegenspieler, Sinani ließ die Hereingabe durch, Manolis Saliakas schloss stramm ab und brachte St. Pauli nicht unverdient in Führung (35.). Bis auf Führichs Chance in der Anfangsphase kam der VfB auch weiterhin zu keinen klaren Chancen – hätte aber in der 27. Minute einen Handelfmeter bekommen können, als Rasmussen einen Ball von Deniz Undav mit dem Arm blockte – unklar blieb auch nach VAR-Check allerdings, ob das Vergehen inner- oder außerhalb des Strafraums war.
Zur Halbzeit reagierte Hoeneß ungewohnt früh, brachte Jamie Leweling für Bilal El Khannouss. Und während bei den Schwaben weiterhin vorne nicht viel klappte, erzielte ein Kiezkicker beinahe selbst den Ausgleich: Ein Ball von Undav trudelte ungefährlich durch den Strafraum, Adam Dzwigala rutsche die Kugel aber dennoch über den Schlappen, der Verteidiger traf den eigenen Pfosten (50.). Dann wurde es richtig bitter für den VfB: Ohne Gegnerdruck sprang Chris Führich beim Versuch, den Ball zu kontrollieren, der Ball an die Hand. Dieses Mal gab es den Handelfmeter – Danel Sinani verlud Alexander Nübel zum 2:0 (55.).
St. Pauli erhöht per Strafstoß – VfB weiter ideenlos
Im Anschluss schickte der sonst schwache Demirovic Undav gut in die Tiefe, der Stürmer setzte seinen Lupfer über Vasilj – aber eben auch über das Tor. In der Folge entwickelte sich ein Bild, dass die tabellarischen Unterschiede weiterhin verschwimmen ließ: Kaum kam Stuttgart vor das gegnerische Tor, fand keine Lösungen. Assignons weit verzogener Ball in der 80. Minute war der nächste „Abschluss“. St. Pauli hatte keine Mühe, die Führung über die Zeit zu bringen. Nübel verhinderte gegen Kaars mit einer Gesichtsparade und gegen Jackson Irvine sogar noch Schlimmeres (84.). Der eingewechselte Badredine Bouanani leistete sich einen weiteren Querschläger (89.), ehe Jamie Leweling mit einem Abschluss ins kurze Eck auf 1:2 verkürzte (90.).
Ein Traumtor durch Saliakas zählte für St. Pauli nicht, weil der Ball zuvor im Toraus war (90.+2). Die letzten Stuttgarter Bemühungen, noch den Ausgleich zu erzielen, waren ohne Erfolg. Ein wenig schien nach den anstrengenden vergangenen Wochen die letzte Kraft zu fehlen, dazu fielen die Würfel in Sachen Handspiel eben gegen die Schwaben. So stand am Ende die überraschende, aber nach dem Spielverlauf verdiente Niederlage gegen den FC St. Pauli.



