VfB Stuttgart mit Mühe im DFB-Pokal-Halbfinale: Pflichtaufgabe in Kiel erfüllt
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel mit 3:0 gewonnen und ist ins Halbfinale eingezogen. Die Schwaben wurden ihrer Favoritenrolle beim Zweitligisten und Erstliga-Absteiger gerecht. Der Sieg ging allerdings alles andere als leicht von der Hand, war ein hartes Stück Arbeit. Eine Einordnung, die nötig, aber am Ende völlig egal ist – schlussendlich steht der VfB Stuttgart unter den letzten Vier und dürfte sich nur bedingt um die Art und Weise scheren. Wir berichten vom Pokal-Viertelfinale.
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VfB Stuttgart: Hoeneß-Elf hat in Kiel Schwierigkeiten
Eine kleine Überraschung gab es am Pokalabend in Kiel schon vor Anpfiff: Gegen den unterklassigen Gegner hatte so mancher eine größere Rotation beim VfB Stuttgart erwartet, wie sie Sebastian Hoeneß schon häufiger in dieser Saison gezeigt hatte. Doch falsch gedacht, der VfB-Coach wechselte im Vergleich zum 1:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg nur zweimal: Chris Führich für den angeschlagen ausgefallenen Nikolas Nartey, Maximilian Mittelstädt für Finn Jeltsch in der Abwehrkette. Der Verzicht auf größere Änderungen im eiskalten Kiel zeigte, wie ernst Hoeneß und die Schwaben die Partie im Vorfeld genommen hatten: kein Risiko, kein Raum für Experimente, das Halbfinale im Blick.
Als das Spiel lief, zeigte sich aber direkt, dass die Gäste recht schläfrig und die Gastgeber hellwach daherkamen: Kiel hielt das Zentrum mit einer Mittelfeldraute kompakt und eng, lauerte auf Konter. Der VfB fand in der gesamten ersten Halbzeit nie voll ins Spiel und wäre beinahe früh in Rückstand geraten: Adrian Kapralik wurde hinter die Stuttgarter Kette geschickt, Alexander Nübel hielt seinen Abschluss (8.). Nach einer Ecke köpfte Phil Harres neben das schwäbische Tor (10.), Kapralik nutzte abermals seinen Tempovorteil gegenüber Jeff Chabot und verpasste das Tor (15.). Im Anschluss kam auch Stuttgart ansatzweise im Spiel an, Chris Führich verpasste mit einem Abschluss aus 16 Metern knapp den Kasten (19.).
Dem VfB fehlt in Kiel die zündende Idee
Ohnehin war Führich beinahe immer involviert, wenn beim VfB etwas nach vorne ging. Nach einer Flanke des Flügelspielers setzte Deniz Undav seinen Kopfball über das Tor. Als Kiel Stuttgart nach einem Missverständnis in der Hintermannschaft beinahe einlud, verpassten die Gäste den richtigen Schusszeitpunkt, Bilal El Khannouss wurde schlussendlich geblockt (28.). So wirklich zwingende Chancen waren auch der verzogene Distanzschuss von Jamie Leweling (30.) und der Kopfball Undavs nach einem Freistoß (40.) nicht – am Ende fehlte immer die zündende Idee gegen die tief verteidigenden Kieler. In Halbzeit zwei musste eine deutliche Leistungssteigerung her, so viel war klar.
Deniz Undav besorgt mit Stocher-Tor den Dosenöffner
Auch wenn diese nicht direkt zu erkennen war, hätte Jamie Leweling die Partie schnell in Richtung der Schwaben lenken können: Seine Abschlüsse in der 52. und 54. Minute waren aber nicht zielgenau genug, im Abseits wäre er wohl bei beiden gestanden. Beinahe exemplarisch für das bisherige Spiel war dann die Führung für den VfB: Freistoß El Khannouss, Atakan Karazor köpfte seinen Gegenspieler an, Undav beförderte den Ball im Stolpern über die Linie – der Treffer war alles andere als sehenswert, aber umso wichtiger, um das Viertelfinale in die Bahnen der Stuttgarter zu lenken (56.). Bilal El Khannouss verpasste nach starkem Dribbling und „Doppelpass“ mit einem Kieler Verteidiger knapp die Vorentscheidung (75.).
Kiel bäumte sich nochmal auf, kam durch Aldin Jakupovic zu einer Doppelchance: Einmal hielt Nübel, einmal verzog der Kieler nach Fehlpass Chabot (80./81.). Harres packte den Hammer aus der Distanz aus, Nübel hielt fest – Kiel warf wirklich alles nach vorne, um die Verlängerung zu erreichen. Daraus entstanden Konterchancen, eine davon nutzte Führich zum 2:0 und belohnte sich für seine engagierte Leistung (90.). Der Steckpass kam von Doppel-Scorer Undav. Das größte Slapstick-Tor des Abends markierte dann den Schlusspunkt: Ermedin Demirovic bediente Karazor, der von Holstein-Keeper Timon Weiner gelegt wurde und im Fallen mit dem Hinterteil den Ball über die Linie schnipste (90.+3). Der Sieg war am Ende klarer, als es der Spielverlauf über weite Strecken hergegeben hat – dennoch aber verdient.



