„St. Pauli hat uns den Schneid abgekauft“: Die Stimmen zur VfB-Niederlage
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat gegen den FC St. Pauli mit 1:2 verloren. Gegen den Tabellenvorletzten, der zuvor seit dem 14. September nur ein Spiel gewonnen hatte, verloren die Schwaben durchaus verdient und mussten die erste Liganiederlage seit dem 0:5 gegen den FC Bayern München Anfang Dezember hinnehmen. Der Auftritt war schwach, für die zuletzt gute Form der Hoeneß-Elf gar untypisch – nach dem Spiel äußerten sich Spieler und Trainer ähnlich zur Stuttgarter Leistung. Wir ordnen die Niederlage des VfB ein.
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VfB Stuttgart: Niederlage auf St. Pauli nicht unverdient
Es war ein Dämpfer für den VfB Stuttgart, so viel ist klar. Der FC St. Pauli war das mit Abstand formschwächste Team der Bundesliga, hatte zwischen dem vierten und 20. Spieltag nur sieben Punkte geholt. Ausgerechnet gegen die im Jahr 2026 noch ungeschlagenen Schwaben platzte dieser Knoten, nachdem der VfB seine PS überhaupt nicht auf die Straße brachte.
Die starken und erfolgreichen Wochen zuvor gehören natürlich zur Stuttgarter Wahrheit: Die Schwaben bleiben weiter voll im Rennen um die besten europäischen Plätze, die Bilanz der Wochen zuvor verschwindet nicht plötzlich durch eine Niederlage. „Wenn man sieht, was wir in den letzten englischen Wochen geleistet haben, dann kann man uns auch mal zugestehen, ein Spiel zu verlieren. Natürlich ist die Art und Weise nicht gut, das müssen wir uns ankreiden lassen“, wehrte Ermedin Demirovic nach Spielende gegenüber den Medienvertretern tiefergreifende Charakterfragen ab. Der Stürmer stand symptomatisch für die schwache VfB-Offensive, war im Prinzip komplett abgemeldet und kaum eingebunden.
Dem VfB fehlen die entscheidenden Prozente
„Heute sollte es am Ende nicht sein, wahrscheinlich geht es auch in Ordnung, dass St. Pauli heute gewinnt“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß am Sky-Mikrofon. „Wir haben unsere Basics nicht auf den Platz bekommen. Viele Fehler im Spielaufbau, da hat Pauli uns den Schneid abgekauft“, analysierte Demirovic. „Überall hat ein bisschen, ein Prozent, gefehlt. So verlierst du dann ein Spiel auf St. Pauli.“
Kapitän Atakan Karazor wurde ebenfalls deutlich: „Wir wussten, was auf uns zukommt, es gibt keine Ausreden. Wir haben die erste Halbzeit einfach verschlafen. Der Start in die zweite Hälfte tut einfach weh.“ Damit meinte er den Handelfmeter, unglücklich verursacht von Chris Führich, der früh im zweiten Durchgang ein Polster für St. Pauli schaffte. Die resultierende Niederlage sei ernüchternd. Ein weiterer Grund war, dass dieses Mal eben nicht der Killerinstinkt der Stuttgarter einsetzte wie noch in den drei Spielen zuvor.
VfB Stuttgart: Pause zur richtigen Zeit?
So wirklich erklären konnte nach Abpfiff niemand, warum vor der zugegeben hitzigen Kulisse am Millerntor kaum ein Rädchen wie sonst ins andere gegriffen hatte. „Es war ein gebrauchter Nachmittag“, fasste Hoeneß auf der Pressekonferenz zusammen. „Vielleicht eines der Spiele, in denen auch die Belastung spürbar wurde.“ In der kommenden Woche steht erstmals im Kalenderjahr kein Spiel unter der Woche an, sein Team kann also durchatmen bis zum kommenden Spiel gegen den 1. FC Köln (Samstag, 18.30 Uhr). Vielleicht eine Auszeit, die mit Blick auf den müden Auftritt gerade zur rechten Zeit kommt.



