VfB Stuttgart

VfB nicht immer überzeugend, aber in Titelform: Das macht die Hoeneß-Elf stark

Der DFB-Pokal ist für den VfB und Sebastian Hoeneß einmal mehr in greifbarer Nähe.
Der DFB-Pokal ist für den VfB und Sebastian Hoeneß einmal mehr in greifbarer Nähe. © Hansjürgen Britsch

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat beim 3:0-Sieg im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Holstein Kiel den dritten Sieg in sieben Tagen und den insgesamt sechsten Pflichtspielerfolg des Jahres eingefahren. Damit reiten die Schwaben ihre Erfolgswelle weiter, die zuletzt zwar fast gebrochen ist, aber am Ende dennoch die Gegner aus dem Stadion schwemmte. Denn: Maßlos überzeugend und berauschend waren die Siege in den vergangenen Tagen nicht – die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß entschied die Spiele dennoch für sich. Wir erklären den Lauf des VfB.

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„Auf den Punkt da“ – VfB Stuttgart gewinnt weiter

Drei Spiele, drei Wettbewerbe, drei Siege – die Partien gegen die Young Boys Bern (3:2, Europa League), den SC Freiburg (1:0, Bundesliga) und nun Holstein Kiel warfen für den VfB allesamt das gewünschte Endresultat ab. Wer das Haar in der Suppe sucht, könnte jedoch auch sagen: Drei Spiele, dreimal nur in Phasen überzeugt, dreimal Glück gehabt. Doch ganz getreu dem Motto „immer Glück ist Können“ trotzen die Schwaben diesen Kritiken – und begeben sich besonders im Titelrennen um den Pokal wieder in Lauerstellung.

„Im Pokal brauchst du eine gewisse Mentalität, musst auf den Punkt da sein“, erklärte Sebastian Hoeneß am Sky-Mikro nach dem Spiel in Kiel, worauf es in den K.o.-Spielen ankommt. Gleichzeitig fasste er damit aber auch zusammen, womit es seine Mannschaft zuletzt wettbewerbsübergreifend immer wieder zum Erfolg brachte: die richtige Aktion im richtigen Moment. Chema Andrés’ Siegtreffer gegen Bern, Ermedin Demirovics Traumtor gegen Freiburg, nun Deniz Undavs Treffer gegen Kiel als Dosenöffner in einem Pokalspiel, in dem sich die Schwaben lange schwertaten.

Dem VfB winkt erneut eine historisch gute Saison

Zieht man das Bild etwas größer, sind da natürlich im aktuellen Kalenderjahr weitere Siege, bei denen der Gesamtauftritt auch deutlich überzeugender war. Nur im Europa-League-Spiel in Rom verlor der VfB 2026 ein Spiel. Und blickt man auf das große Ganze, die Saison 2025/26, ist klar: Was der VfB spielt, ist einmal mehr im Kontext der langen Geschichte des Vereins historisch. Nach der Vizemeister-Saison 2023/24 spielt Stuttgart aktuell die nach Punkten zweitbeste Bundesliga-Spielzeit aller Zeiten, hat im Vergleich zu damals aber noch die Mehrfachbelastung mit der Europa League.

Der Parade-Wettbewerb des Hoeneß-VfB ist und bleibt aber der Pokal. Der Titelverteidiger der abgelaufenen Saison steht zum dritten Mal in vier Jahren im Halbfinale. Inzwischen haben die Schwaben zehn Pokalspiele in Serie gewonnen – und sind dort so routiniert, dass selbst Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem Führungstreffer keine Zweifel hatte: „Ich hatte das Gefühl, dass wir heute auch das 1:0 nach Hause gefahren hätten.“ Die Entscheidungstreffer von Chris Führich und Atakan Karazor hätte es demnach also nicht zwingend gebraucht. „Die Mannschaft hat eine Geduld und Reife entwickelt, um in diesen Spielen auf Sieg zu spielen.“

VfB im Pokal-Halbfinale: beinahe Routine, aber nicht selbstverständlich

Trainer Hoeneß wusste trotz der regelmäßigen Besuche in den entscheidenden Pokalrunden, den Erfolg seines Teams einzuordnen: „Wir sind einfach froh, im Halbfinale zu stehen. Das ist besonders und nicht selbstverständlich für uns – auch wenn es sich normal anfühlt.“ Die Art und Weise des über Strecken einfallslos bis schläfrigen Spiels? Da schon fast vergessen. „Wir mussten heute keinen Schönheitspreis gewinnen“, sagte Kapitän Atakan Karazor zu Sky. „Für uns ging es nur darum, weiterzukommen und das haben wir geschafft.“

Kurzum: Der VfB riss zuletzt immer wieder die Schlüsselmomente auf seine Seite, erzwang sich dieses vermeintliche Glück. Nun im Pokal-Halbfinale unter den heißen Anwärtern angekommen, rückt die Titelverteidigung immer näher – wenngleich man auf dem Weg dorthin wohl am übermächtigen FC Bayern München vorbei muss. Natürlich ist ein Pokal pro Saison beim VfB alles andere als Pflicht. Im Gesamtkontext der aktuellen Spielzeit wäre es am Ende aber doch fast schade, wenn diese Saison und die aktuelle Form ungekrönt bleiben würden.

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