VfB Stuttgart

VfB findet zurück zu alter Stärke: Taugt der Sieg gegen Hoffenheim auch zur Trendwende?

Fußball VfB Stuttgart vs. TSG 1899 Hoffenheim
Endlich wieder Party mit den Fans: Die Mannschaft des VfB Stuttgart feierte nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim vor der Cannstatter Kurve. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat am Samstag (02.10.) beim 3:1 gegen die TSG Hoffenheim überzeugt. Nach fünf sieglosen Spielen in Serie folgte eine Energieleistung und ein verdienter Heimerfolg. Aber taugt der Sieg auch zur Trendwende?

Matarazzo, der stille Genießer

Während sich die Mannschaft von der Cannstatter Kurve für den zweiten Dreier in der noch jungen Bundesliga-Spielzeit feiern ließ, stand Trainer Pellegrino Matarazzo etwas abseits und beobachtete die Szene. Ein stiller Genießer eben. „Dieser Moment gehörte der Mannschaft. Tolle Fans. Tolles Stadion. Ich habe es einfach aufsaugen wollen“, umschrieb er anschließend die Gedanken in seinem Kopf.

Womöglich muss sich der Coach aber auch erst wieder an die Siegesfeier nach den Partien seiner Elf gewöhnen. Schließlich gab es vor dem Spiel gegen Hoffenheim zuletzt nur einmal Grund zur Freude. Nämlich direkt am ersten Spieltag beim 5:1 über Aufsteiger Fürth.

Sven Mislintat ordnet ein

Gebeutelt von Verletzungen und gefordert von starken Gegner gab es nach dem fulminanten Start in die neue Spielzeit eine Durststrecke. Taugt der Heimerfolg gegen die TSG nun zur Trendwende? Nach der Länderspielpause warten mit Gladbach (16.10.) und Union Berlin (24.10.) zwei echte Brocken auf die junge Stuttgarter Mannschaft. „Wir sind immer noch ein Aufsteiger in seinem zweiten Jahr in der Liga“, ordnete Sportdirekte Sven Mislintat am späten Samstagabend im ZDF-Sportstudio ein, „wir müssen noch wachsen und Erfahrungspunkte sammeln.“

Mit nun acht Punkten aus den ersten sieben Spielen lässt es sich jedenfalls fürs Erste ruhig weiterarbeiten. Und die mutige Leistung gegen die Kraichgauer sollte nebenbei noch für etwas Optimismus sorgen. Hohes Pressing, tiefe Laufwege, giftige Zweikampfführung: Die TSG bekam am Samstagnachmittag die wiederentdeckten Qualitäten der Schwaben zu spüren. „Ich glaube, das war der Fußball, den wir letzte Saison gezeigt haben, der uns stark gemacht hat“, sagte Marc Oliver Kempf, der den VfB per Kopf in Führung gebracht hatte (18.). 

Mavropanos wie einst Lucio

Besonders Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos stach heraus. „A la Lucio“, schmunzelte Sven Mislintat anerkennend über den Griechen. Mit welcher Energie der 1,92 Meter Hüne im Nachbarschaftsduell das zweite Tor für den VfB erzielte, erinnerte ihn an den Brasilianer. Der frühere Leverkusener Verteidiger und Bayern-Star war bekannt für seinen Vorwärtsdrang und seinen unbedingten Siegeswillen. Und das tat eben auch Mavropanos.

Der 23-Jährige holte sich auf Höhe der Mittellinie den Ball, sprintete zum Strafraum und schlenzte mit links ins linke untere Eck (60. Minute). „Das war Wahnsinn. Einmal Maschine angeschmissen“, freute sich Mislintat: „Mit vollem Willen geradeaus.“ Roberto Massimo, der nach seiner Einwechslung den Treffer zum 3:0 beisteuerte, lächelte anschließend verschmitzt: „Was auch immer er dachte. Aber es hat halt geklappt.“

Der Glaube an die eigenen Stärken ist zurück

Wie stabil der VfB nun wieder zurück in der Spur ist, wird sich im Laufe des Oktobers zeigen.  Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben dürfte in jedem Fall wieder da sein. Auch der Glaube an die eigenen Stärken ist zurück. Dabei steckt die VfB-Elf weiter mitten in einem Entwicklungs- und Wachstumsprozess. Doch dieser lässt sich deutlich besser voranbringen, wenn auch die Ergebnisse stimmen.