VfB Stuttgart

VfB legt im Allgäu los: Wo die Schwerpunkte der Woche in Weiler liegen sollen

Chris Führich
Das Trainerteam hat das Ziel, das Team auf ein besseres Fitnesslevel zu bringen. Damit auch Flügelspieler Chris Führich seinen Gegenspieler künftig häufiger links liegen lässt. © Danny Galm

In sprichwörtlich letzter Sekunde hat sich der VfB Stuttgart in der vergangenen Saison vor dem Abstieg gerettet. Viele Verletzungen und ausgebliebene Entwicklungsschritte waren die Hauptursache für die durchwachsene Runde. Aber auch eine Fitness-Problematik hat Sportdirektor Sven Mislintat ausgemacht. Um in der kommenden Spielzeit besser gerüstet zu sein, sollen im Trainingslager die Grundlagen gelegt werden.

Was die VfB-Profis im Trainingslager erwartet

Auf die Frage, wie die Woche in Weiler laufen soll, antwortet Sven Mislintat kurz und knapp: „Hart.“ Bis zu drei Einheiten pro Tag - wovon eine ein Lauftraining sein wird - warten auf die Stuttgarter Profis. „Wir werden schon klar herausfordernd sein“, sagt Sven Mislintat. Und so ging es für die Spieler am Sonntag (10.07.) noch vor dem Frühstück direkt zu einer Morgenrunde um das Mannschaftshotel Tannenhof.

Die Fitness-Thematik hat die Verantwortlichen genervt. Und die Spieler vermutlich ebenfalls. Immer wieder waren die gegnerischen Teams den Schwaben läuferisch überlegen, immer wieder setzte es späte Nackenschläge. Der Blick in die Zahlen untermauert diesen Befund: Zwischen dem 7. und dem 32. Spieltag lief der VfB dauerhaft weniger als der Gegner, verzeichnete meist auch weniger Sprints und intensive Läufe. 

„Wir hatten nie das Gefühl, dass wir hintenraus oder in bestimmten Spielphasen mehr Körner hatten als der Gegner“, sagt Sven Mislintat, „daran werden wir arbeiten. Das werden wir gemeinsam anpacken.“

„Kicken können wir“

Verbunden mit der Fitness-Frage ist auch die nach den vielen verletzungsbedingten Ausfällen der vergangenen Saison. „Die Frage ist, was war zuerst da: die Henne oder das Ei? Also: erst die Verletzungen, dann das athletische Problem oder umgekehrt? Schließlich bedingt das eine das andere. Es ist ein kleiner Teufelskreis“, hatte Mislintat bereits im Mai gegenüber der Bild-Zeitung erklärt. Stimmen die Grundlagen, erspart man sich zahlreiche Problemfelder, so die Hoffnung der sportlichen Leitung. „Denn: Kicken können wir. Das haben wir echt oft gezeigt“, sagt Sven Mislintat. 

Neben der Arbeit im Ausdauer-Bereich geht es im Allgäu aber auch um die individuelle Entwicklung der Profis. Vor allem Techniktrainer und „Bessermacher“ Nate Weiss durfte sich zu Beginn des Trainingslagers austoben. In Kleingruppen sortiert nach Mannschaftsteilen arbeitete der Amerikaner am Sonntagvormittag mit den Spielern, korrigierte Fußhaltungen beim Passen und Stoppen oder schärfte die Präzision bei Flugbällen. 

Nate Weiss
Technik-Trainer Nate Weiss bei der Arbeit. Hier mit Stürmer Thomas Kastanaras. © Danny Galm

Insgesamt sollen das Leistungsklima und die Ansprache nachgeschärft werden. Das hat Chefcoach Pellegrino Matarazzo schon angekündigt: „Es geht um ein neues Bewusstsein und darum, eine Führungsstruktur zu festigen und gemeinsame Werte weiterhin zu leben.“ Die Arbeit an der Physis und Athletik soll dabei ein zentraler Baustein sein, um das große Ziel Klassenerhalt auch in der nächsten Saison zu erreichen. Mit Blick auf die Nerven der Fans natürlich auch gerne vor der Nachspielzeit am letzten Spieltag. 

Matarazzo weiter in Quarantäne

  • Pellegrino Matarazzo muss weiter auf ein negatives Testergebnis warten. Anfang der Woche war der Coach des VfB positiv auf das Coronavirus getestet worden und begab sich daraufhin in Quarantäne. 
  • Laut Klubangaben soll Matarazzo möglichst zeitnah zum Team stoßen. Er wird regelmäßig getestet. Und sobald nur noch ein Strich auf dem Corona-Test aufleuchtet, darf auch der Cheftrainer ins Allgäu fahren. Bis dahin leiten weiter die Assistenten Michael Wimmer und Michael Kammermeyer die Einheiten.