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VfB Stuttgart: In der Tabelle verlaufen – warum Wolfsburg kein Spaziergang wird

Sebastian Hoeneß und der VfB wissen, dass der VfL Wolfsburg kein gewöhnlicher Tabellen-15. ist.
Sebastian Hoeneß und der VfB wissen, dass der VfL Wolfsburg kein gewöhnlicher Tabellen-15. ist. © Sofiia Shahaievska (Archiv)

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat trotz der 0:1-Niederlage gegen Celtic Glasgow das Achtelfinale der Europa League klar gemacht und in dessen Auslosung am Freitag den FC Porto gezogen. Nach den internationalen Hochgefühlen folgt nun am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) der – zumindest aus fußballromantischer Sicht – graue, fast schon triste Ligaalltag gegen den Werksverein VfL Wolfsburg. Sportlich ist das Spiel aber enorm wichtig für die Schwaben: um die Bilanz gegen untere Teams aufzubessern und wertvolle Punkte zu sammeln. Wir blicken auf das Spiel voraus.

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VfB Stuttgart: Gegner Wolfsburg steckt im Abstiegskampf

Direkt nach dem Spiel gegen Celtic Glasgow wollte Sebastian Hoeneß noch wenig vom kommenden Bundesligaspiel wissen. Die übliche Prämisse „das nächste Spiel ist das wichtigste“ wurde nach dem ersten Achtelfinaleinzug im Europapokal seit 13 Jahren vom VfB-Trainer erstmal pausiert. Dennoch hatte der Coach für die Journalisten direkt eine interessante Antwort parat, zitierte seinen Augsburger Kollegen Manuel Baum, der am vergangenen Bundesliga-Spieltag meinte: „Es fühlt sich an, als hätte sich Wolfsburg ein bisschen in der Tabelle verlaufen.“

Und zutreffender könnte eine Gegneranalyse kaum sein. Denn der VfL Wolfsburg ist mit dem großen Autobauer im finanziellen und geografischen Hintergrund kein Team, das irgendetwas im Tabellenkeller zu suchen haben sollte. 249 Millionen Euro beträgt laut transfermarkt.de der Kadermarktwert der Wölfe. Das ist ligaübergreifend Platz sieben. Die sportliche Realität: Platz 15, punktgleich mit dem FC St. Pauli, der rund ein Viertel des Wolfsburger Marktwerts hat – und nur ein Punkt vor dem direkten Abstiegsrang 17, auf dem der strauchelnde SV Werder Bremen steht.

Auf den VfB wartet ein zweischneidiges Schwert

Auch wenn Kapitän Maximilian Arnold weiter verletzt fehlt, müsste die individuelle Klasse des VfL Wolfsburg locker für mehr reichen als Abstiegskampf: Amoura, Majer, Eriksen – um nur ein paar zu nennen – sind keine Namen für Absteiger. Wo krankt es also? Ihren neuen Trainer Paul Simonis, der den VfL noch bei der klaren 0:3-Hinspielniederlage coachte, haben die Wölfe durch Daniel Bauer ersetzt, den Interimstrainer zum permanenten Chef gemacht. Doch auch dessen Stuhl wackelt nach nur einem Sieg aus neun Spielen wieder.

Ein zweischneidiges Schwert also, das da auf die Hoeneß-Elf wartet: Einerseits gibt es offensichtlich Angriffspunkte, andererseits lauert auch individuelle Qualität, die im Fußball manchmal alleine Spiele entscheiden kann. „Es ist wieder Bundesliga. Da heißt es: Top-Leistungen bringen“, sagt Sebastian Hoeneß. „Für sie geht es im Abstiegskampf um alles.“

VfB Stuttgart: Zuletzt hakte es gegen die unteren Gegner

Gegen diese Gegner von unten schnitt der VfB zuletzt aber nicht sonderlich gut ab, verlor gegen St. Pauli und spielte gegen Heidenheim nach diskussionswürdigen VAR-Entscheidungen 3:3. Ein guter Zeitpunkt also, diese Bilanz aufzubessern, wichtige drei Punkte im Rennen um die Champions League zu sammeln und nach den Spielen in Heidenheim und gegen Celtic gar nicht erst kritische Stimmen einer Sieglos-Serie aufkommen zu lassen.

Auch wenn es vor ein paar Jahren noch absurd geklungen hätte: Die Kaderqualität des VfB Stuttgart ist nochmal höher als die des VfL Wolfsburg: sowohl nach Kaderwerten als auch im Auge des Betrachters. Ein Sieg ist also fest im Blick – im Alltag zwischen Liga, Pokal und Europa gibt es aber nichts geschenkt, wie der VfB zuletzt zu spüren bekam. Grund genug, den dritten Bundesliga-Heimsieg in Folge einzufahren – und gegen das ambivalente Kellerkind aus Wolfsburg nichts anbrennen zu lassen.

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