VfB Stuttgart

Vor dem Baden-Württemberg-Duell: VfB Stuttgart mit Sorgen, SC Freiburg mit Rückenwind

Fußball Bundesliga RB Leipzig vs. VfB Stuttgart
Schafft es der VfB Stuttgart, nach der 0:4-Pleite gegen RB Leipzg wieder aufzustehen? Kapitän Wataru Endo (am Boden) und Philipp Förster werden es gegen den SC Freiburg zeigen. © Pressefoto Baumann

Schwaben gegen Baden. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) knistert es wieder im Ländle. Der VfB Stuttgart hofft nach der schmerzhaften Niederlage bei RB Leipzig und einigen noch schmerzhafteren personellen Ausfällen auf den zweiten Heimsieg in der noch jungen Saison der Fußball-Bundesliga. Der SC Freiburg will seinen Coup über den achtmaligen deutschen Meister Borussia Dortmund veredeln und einen Vereinsrekord aufstellen.

Die Ausgangslage: Getrübte Stimmung in Stuttgart

Die schweren Verletzungen und langen Fehlzeiten der Stürmer Sasa Kalajdzic (Schulter-OP) und Mohamed Sankoh (Knie-OP) trübten die Stimmung beim VfB zuletzt enorm. Er müsse «der Truppe ein Kompliment aussprechen, dass wir weiterhin sehr vorwärtsdenkend bleiben», sagte Trainer Pellegrino Matarazzo am Donnerstag zwar. Dennoch dürfte es spannend werden, wie sie sich nach dem furiosen 5:1 gegen Fürth und dem bitteren 0:4 in Leipzig nun präsentiert.

Die Freiburger hingegen reisen nach dem überraschenden 2:1 gegen Dortmund mit mächtig Rückenwind an. Sein Team werde «bis in die Haarspitzen motiviert sein», versicherte Coach Christian Streich. Mit einem Sieg am Samstag hätten die Badener bereits sieben Punkte - so viele wie noch nie nach drei Spieltagen einer Bundesliga-Saison. Von der herben Schlappe des VfB in Leipzig will sich Streich nicht blenden lassen. RB hätte «brutal gut gespielt», sagte er.

Das Personal: Corona-Fall beim SC, Offensivprobleme beim VfB

VfB-Flügelspieler Tanguy Coulibaly steht nach überstandener Corona-Infektion vor dem Comeback. Ansonsten ist die Lage bei den Schwaben gerade in der Offensive weiter angespannt. Hamadi Al Ghaddioui, vergangene Saison verletzungsbedingt selbst fast komplett draußen, ist plötzlich der große Hoffnungsträger im Sturm - zumindest solange noch kein Ersatz für Kalajdzic verpflichtet ist. Eventuell steht auch der aus Bielefeld zurückgekehrte und eigentlich für die 2. Mannschaft eingeplante Sven Schipplock im Kader. Der 32-Jährige trainiert aktuell - wie Manuel Polster (18) - bei den Profis mit.

Beim Sport-Club fehlt Rechtsverteidiger Jonathan Schmid wegen eines Corona-Falls im häuslichen Umfeld. «Das ist ärgerlich, weil Johnny gut drauf war», sagte Streich. Der Franzose, der selbst negativ getestet wurde, wird wohl durch Lukas Kübler ersetzt. Torjäger Nils Petersen, der am Mittwoch knapp 70 Minuten für das Drittliga-Team spielte, kehrt nach seiner Meniskus-OP womöglich in den Kader zurück.

Die Trainer: Lob, Lob und nochmal Lob

Die gegenseitige Wertschätzung ist riesig. Streich mache in Freiburg, wo er mittlerweile schon seit fast zehn Jahren als Cheftrainer auf der Bank sitzt, «einen herausragenden Job», sagte Matarazzo. Der SC-Coach wiederum bezeichnete sein Stuttgarter Pendant als «eine Bereicherung für uns alle». Der Italo-Amerikaner habe «viel soziales Gespür und Intelligenz», betonte Streich. Die kurzen Gespräche mit Matarazzo rund um die Duelle in der Vorsaison seien schön gewesen. Und: «Der VfB spielt guten Fußball, seit er da ist.»

Die Statistik: Vorteil für den SC Freiburg?

Vergangene Saison gewannen die Freiburger erstmals seit zehn Jahren wieder beide Bundesliga-Duelle mit dem VfB in einer Spielzeit. Torhüter Florian Müller, der diesen Sommer zu den Schwaben gewechselt ist, gehörte in diesen Partien zu den besten SC-Spielern. Drei Bundesliga-Siege gegen Stuttgart nacheinander gelangen dem Sport-Club bislang nur zwischen November 1993 und November 1994. Bejubeln die 1200 Gäste-Fans, die die Breisgauer am Samstag begleiten werden, nun wieder eine derartige Siegesserie über den Nachbarn?