VfB Stuttgart

War der VfB-Punkt sogar glücklich? Das sagt Trainer Hoeneß zum Union-Spiel: 

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß wusste nach dem Spiel: Sein Team hätte gegen Union durchaus mit leeren Händen dastehen können.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß wusste nach dem Spiel: Sein Team hätte gegen Union durchaus mit leeren Händen dastehen können. © Volker Mueller

Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat gegen Union Berlin in der Bundesliga 1:1 gespielt. Zwar gingen die Schwaben durch Chris Führich in Führung, brachten den Sieg aber nicht über die Zeit. Wir liefern die Gründe für den Punktverlust und erklären, warum sich die Hoeneß-Elf am Ende sogar glücklich schätzen muss, nicht als Verlierer vom Platz gegangen zu sein.

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Ekliger Gegner macht VfB das Leben schwer

Schon vor der Partie war klar: Spiele gegen Union sind schwer und eklig. Das zeigte sich auch am Sonntagnachmittag auf dem Platz der MHP-Arena. „Wir haben heute gespürt, wie schwer sie zu bespielen sind“, sagte auch VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach der Partie. Tief stehende Berliner machten dem VfB das Offensivspiel schwer und versuchten es selbst immer wieder mit langen Bällen oder Standards.

Da war es eigentlich die ersehnte Erlösung, als Chris Führich die Stuttgarter in der 59. Minute in Führung brachte. Auch in den Minuten danach kontrollierte der VfB weiterhin Ball und Gegner, ließ kaum etwas zu – bis zur Schlussphase. Hoeneß stellte mit der Einwechslung von Finn Jeltsch auf eine Dreierkette um. „Wir haben gesehen, dass Union offensiv gewechselt hat, da wollten wir Körperlichkeit und Schnelligkeit dagegensetzen“, erklärte Hoeneß nach dem Spiel auf Nachfrage unserer Redaktion den Wechsel. Am Ende brachte die Umstellung dennoch nicht das gewünschte Ziel: Der Sieg glitt den Gastgebern durch den Ausgleich des Ex-VfBlers Wooyeong Jeong noch aus den Händen.

Wooyeong Jeong trifft gegen seinen Ex-Verein

Jeong hätte seinem ehemaligen Verein – gegen den er seinen insgesamt vierten Bundesligatreffer erzielte – sogar noch mehr wehtun können: In der 88. Minute tauchte er frei vor VfB-Keeper Nübel auf, der stark parierte. Auch Oliver Burke hatte noch eine Kopfballchance. „Am Ende waren wir eher die Glücklichen, die froh sein müssen, dass es nur 1:1 ausgeht“, sagte auch Trainer Hoeneß zur offenen Schlussphase, in der die Gäste mehr Momentum hatten. Schon in Halbzeit eins hätte Union durch eine hundertprozentige Chance von Andrej Ilic in Führung gehen können.

Ein klarer Grund dafür, dass Berlin überhaupt nochmal ins Spiel kam, war auch die Stuttgarter Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Josha Vagnoman, Deniz Undav und – kurz vor dem Ausgleich – Angelo Stiller hätten die Partie bereits entscheiden und den Sieg in trockene Tücher bringen können. „Ich weiß nicht, ob Union dann nochmal zurückkommt“, sagte Hoeneß. So kam es zum späten Ausgleich – ein bekanntes Problem: Stuttgart kassierte elf seiner 26 Gegentore in dieser Saison in der Schlussviertelstunde. Kapitän Atakan Karazor ärgerte das: „Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir denken, dass alles von alleine klappt. Da erwarte ich ein bisschen mehr Konzentration von meinen Jungs.“

Hoeneß zu Unentschieden: „Gilt, das auch mal zu akzeptieren“

Fest steht: Der VfB Stuttgart war gegen Union Berlin nicht die schlechtere Mannschaft. Vielmehr war es eine gerechte Punkteteilung, bei der die Schwaben in der Schlussphase das nötige Quäntchen Glück hatten. An anderen Tagen gingen solche Bundesliga-Spiele auch schon verloren. Sebastian Hoeneß wusste aber auch, den Punkt ins Gesamtbild einzuordnen: „Wir sind gerade enttäuscht, trotzdem haben wir sieben Punkte aus einer englischen Woche gegen gute Mannschaften geholt. Da gilt es, das auch mal zu akzeptieren.“

Am Ende war es nicht der maximale Rückenwind, den der VfB mit ins wichtige Europa-League-Auswärtsspiel nach Rom nehmen konnte. Es war ein Tag, wie er in der Fußball-Bundesliga gegen Mittelfeld-Kaliber wie Union Berlin eben vorkommen kann: Zäh, eklig und kampfbetont, bei dem das Pendel in beide Richtungen ausschlagen hätte können.

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