VfB Stuttgart

Wie Atakan Karazor beim VfB Stuttgart für mehr Stabilität sorgt

Fußball Bayer 04 Leverkusen vs. VfB Stuttgart
So kennt man Atakan Karazor vom VfB Stuttgart: mit vollem Einsatz und viel Leidenschaft. © Pressefoto Baumann

Für den VfB Stuttgart steht am Samstag (19.02.) gegen den VfL Bochum das erste Endspiel um den Verbleib in der Bundesliga an. Mit vier Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und einer Sieglos-Serie von sieben Spielen wird die Luft immer dünner. Obwohl der VfB zuletzt gegen Leverkusen und Frankfurt sieben Gegentore hinnehmen musste, wird Trainer Pellegrino Matarazzo gegen des Ruhrpott-Team wohl wieder auf seine Viererkette zurückgreifen - und davor drei Sechser aufbieten. Der Schlüsselspieler in diesem System: Atakan Karazor. Wir erklären, warum.

Atakan Karazor stabilisiert den VfB - und ändert die Statik des Spiels

„Ich finde, dass wir in der Viererkette zuletzt gut verteidigt haben und einen stabilen Eindruck hinterlassen haben“, erklärt der VfB-Coach. Gemeint ist damit das Leverkusen-Spiel, in dem sein Team die Defensive über weite Strecken der Partie gut im Griff hatte - was angesichts der vier Gegentreffer aber fast grotesk wirkt. „Wir brauchen keine breite Brust, um leidenschaftlich zu verteidigen. Wenn zwei Ketten gut agieren, dann schließen wir viele Räume und haben viele Balleroberungen.“ Das sei in der Bay-Arena der Fall gewesen, so Matarazzo. „Es ist gut möglich, dass wir [gegen Bochum] wieder mit der Viererkette agieren.“

Der Grund, warum der VfB vor allem in den ersten 70 Minuten nicht von der pfeilschnellen Bayer-Offensive überrannt wurde, lag an der veränderten Statik im Spiel der Stuttgarter. Was vor allem mit einer Personalie zusammenhängt: Atakan Karazor. Der 25-Jährige agierte als dritter Sechser direkt vor der Stuttgarter Viererkette und stabilisierte damit den Defensiv-Verbund der Schwaben. „Ata hat gegen Leverkusen ein sehr gutes Spiel gemacht“, so Matarazzo. „Man hat auch schon in der Vorrunde gesehen, wie wirkungsvoll er vor der Kette sein kann.“

Wie viel Einfluss ein einzelner Spieler auf das System und die Statik des Spiels hat, zeigt der Fall Karazor. Mit ihm als dritten Sechser agierten die Schwaben mit einem „Trichter“ im Mittelfeld, statt mit zwei gesetzten zentralen Mittelfeldspielern. Das sorgte für deutlich mehr Stabilität. Die Stuttgarter waren im Zentrum flexibler und wurden seltener überspielt. Zudem konnte einer der drei Sechser im Rückwärtsgang auch Lücken auf den Außenbahnen schließen, da das Zentrum mit zwei Spielern immer noch gut besetzt war.

Orel Mangala und Wataru Endo profitieren vom dritten Sechser

Der schlaksige Mittelfeld-Mann räumte also im zentralen Mittelfeld kompromisslos auf und hielt seinen Nebenmännern Wataru Endo und Orel Mangala den Rücken frei. „Das ist richtig, Ata hat den beiden Halt gegeben“, so der VfB-Coach. Vor allem Mangala haben von der Karazor-Hereinnahme profitiert. „Orel hat dadurch eine Linie weiter vorne agiert. Er hatte mehr Freiheiten, nach vorne zu stoßen und Bälle zwischen den Linien zu sichern. Das hat mir sehr gefallen.“

Wie wichtig Atakan Karazor für das Team ist, erklärt Pellegrino Matarazzo so: „Ata ist ein Spieler, der nicht nur die Räume taktisch gut schließt, sondern auch ein Auge für Zweikämpfe und das dazugehörige Defensiv-Gen hat." Allerdings sei Karazor kein Spieler, der einen 360-Grad-Überblick habe. "Ata tut es gut, wenn er die Bälle mit Blickrichtung gegnerisches Tor hat." Wenn er sich im Aufbauspiel in die Lücken aufdrehen muss, sei das nicht unbedingt sein Spiel.

Matarazzo: "Wir werden in den nächsten Wochen wieder mehr von Ata sehen"

"Wenn wir aber den Fokus auf eine kompakte Verteidigung legen, dann geht das voll in seine Stärken ein", so der Coach. "Wenn er den Ball erobert und das Gesicht nach vorne richten kann, dann hat er eine gute Technik und Übersicht." 

Zudem sei er ein Spieler, der die Mannschaft zusammenführt. „Er hat eine Bindung zu jedem einzelnen Spieler auf dem Platz und kann diese anführen. Das tut der Mannschaft unglaublich gut“, sagt der Trainer. Daher werde er gegen Bochum wieder auf dem Platz stehen. Auch darüber hinaus sagt Trainer Pellegrino Matarazzo: „Wir werden in den nächsten Wochen wieder mehr von Ata sehen.“

So könnte der VfB Stuttgart gegen den VfL Bochum spielen:

Müller - Mavropanos, Anton, Ito, Sosa - Karazor, Endo, Mangala - Silas, Tomas, Führich

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