Woltemade fällt „Stein vom Herzen“: So lacht der VfB-Stürmer über seinen Elfer
Hamburg. Der VfB Stuttgart kann doch noch gewinnen: Nach zuletzt nur einem Sieg aus zehn Ligaspielen gelang den Schwaben bei St. Pauli ein 1:0-Sieg. Matchwinner der Partie war Nick Woltemade, der am Millerntor ein Wechselbad der Gefühle erleben musste. Zuerst verschoss der Angreifer einen Elfmeter kläglich, dann traf Woltemade kurz vor Abpfiff zum wichtigen Auswärtssieg. Nach dem Spiel gab der VfB-Stürmer mit viel Humor einen Einblick in seine Gefühlswelt.
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Wohlgemuth: VfB Stuttgart stößt gegen St. Pauli „den Bock um“
Wie wichtig der Auswärtserfolg am Millerntor für den VfB Stuttgart war, konnte man nach Abpfiff an den Reaktionen der Spieler erkennen. Angelo Stiller und Co. reckten nach Spielende die Fäuste in den Himmel und ließen sich in der Kurve feiern. Man sah den Profis die Erleichterung förmlich an, denn: Trotz spielerischer Überlegenheit belohnten sich die Schwaben erst kurz vor Schluss mit drei Punkten. „Es sah wieder nach den Mustern der vergangenen Wochen aus, wir haben viel Aufwand und Laufarbeit betrieben, die Statistik sprach für uns“, sagte Fabian Wohlgemuth am Sky -Mikrofon. Allerdings: Das Tor wollte wie schon gegen Heidenheim nicht fallen.
Ein verschossener Elfmeter durch Nick Woltemade in der 57. Minute verdeutlichte erneut, wie weit Aufwand und Ertrag bei den Schwaben zurzeit auseinanderliegen. Wohlgemuth sagte daher nach dem Spiel: „Wir mussten den Bock erstmal umstoßen - und das ist uns heute gelungen. Wir haben das Spiel am Ende verdient gewonnen.“ Wie wichtig der Sieg am Millerntor war, weiß auch der Sportvorstand: „Es ist wichtig, uns in eine gute Verfassung für das Pokalfinale zu bringen. Die Verfassung hatten wir auch in den vergangenen Wochen, nur haben die Ergebnisse nicht gepasst. Heute passt das Ergebnis, deshalb fahren wir zufrieden nach Hause.“
Nick Woltemade: „Nein guck mal, das ist doch schlecht von mir“
Für das zufriedenstellende Ergebnis sorgte trotz des verschossenen Elfmeters Nick Woltemade. Der Angreifer schoss den Ball nach einer überlegten Ablage von Ermedin Demirovic klug ins lange Eck. Nach dem Spiel war der VfB-Angreifer mit seinen Nerven sichtlich am Ende. „Ich sag ganz ehrlich: Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen, als ich das Tor gemacht habe.“ An der vergebenen Chance vom Elfmeterpunkt hatte der U21-Nationalspieler sichtlich zu knabbern, wie er am Sky -Mikrofon zugab. Umso mehr freute sich der Stürmer über seinen entscheidenden Treffer: „Ich war so froh, als der Ball drin war.“
Den verschossenen Strafstoß wollte sich Nick Woltemade an den aufgestellten Fernsehern in der Interview-Zone überhaupt nicht anschauen. „Ich habe es noch nicht gesehen und möchte es auch nicht sehen“, sagte der Angreifer nach der Partie zu Thomas Wagner. Doch der Sky -Reporter kannte keine Gnade und ließ die Szene am TV abspielen. Woltemade konnte seinen Fehlschuss selbst nicht fassen: „Nein guck mal, das ist doch schlecht von mir. Der läuft schon ne halbe Stunde vorher rüber und ich schieße genau da hin.“
Warum Nick Woltemade vor den TV-Kameras dann doch lachen konnte
Vor den TV-Kameras erklärte der VfB-Angreifer seinen Elfmeter-Plan. Nach der Gelb-Roten Karte für Van der Hayden benötigte der St. Pauli-Profi gefühlt zwei Minuten, um vom Platz zu gehen. „Ich stand da so lange. Ich habe überlegt, über mein Standbein zu schießen, aber dann hat der eine halbe Stunde gebraucht, um rauszulaufen.“ Woltemade habe sich dann kurz vor dem Schuss dafür entschieden, in die rechte Ecke zu schießen - und scheiterte an Keeper Vasilj. „Die erste Entscheidung ist immer die richtige“, gab der Angreifer lachend zu.
Der 23-Jährige machte auch keinen Hehl daraus, wie viel Druck nach dem 1:0-Siegtreffer von den Schultern des Rechtsfußes abfiel. „Ich habe selten so einen emotionalen Ausbruch gehabt, als der Ball reingeflogen ist.“ Doch nicht nur für ihn, auch für den VfB Stuttgart im Allgemeinen war der Erfolg bei St. Pauli mit Blick aufs Pokalfinale wichtig. „Wir haben noch zwei Spiele, in denen wir uns in die perfekte Form fürs Pokalfinale bringen können.“ Nick Woltemade sei sehr zuversichtlich, dass die Schwaben fürs Pokalfinale „eine sehr gute Form“ haben werden.



