Waiblingen

Großbrand im Bürgerzentrum: Schneller Ermittlungserfolg der Polizei

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Brand Bürgerzentrum
Das Dach des Bürgerzentrums nach dem Brand. © Büttner / ZVW
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Brand Bürgerzentrum in Waiblingen der Tag danach Foto: Buettner © Büttner / ZVW
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Aufräumarbeiten
Brand im Bürgerzentrum in Waiblingen Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten Foto: Buettner © Büttner / ZVW
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Brand im Bürgerzentrum in Waiblingen Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten Foto: Buettner © Büttner / ZVW
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Brand Bürgerzentrum
Brand Bürgerzentrum in Waiblingen der Tag danach Foto: Buettner © Büttner / ZVW

Waiblingen. Nach dem Großbrand im Bürgerzentrum hat die Kriminalpolizei am Mittwochnachmittag einen 22-Jährigen Deutschen festgenommen, der unter dringendem Tatverdacht steht, den Brand im Waiblinger Bürgerzentrum gelegt zu haben. Die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen führten auf die Spur des 22-Jährigen, der in Waiblingen wohnt. Nähere Informationen dazu hat die Polizei für diesen Donnerstag angekündigt.

Derweil haben nach dem Großbrand die Aufräumarbeiten begonnen. Friedlich liegt das Bürgerzentrum in der Frühlingssonne. Wer aus der Altstadt kommt, kann sich beim Blick auf das aus dieser Richtung unversehrt scheinende Gebäude kaum vorstellen, was in der Nacht zum Dienstag geschehen ist. Wie berichtet, war an der Ostseite des Bürgerzentrums ein Brand ausgebrochen und hatte Teile des Gebäudes schwer verwüstet. Schnell ging die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus.

„Wir wissen nicht, wie die Kontaminationen im Gebäude sind“

An diesem Morgen hat der Krisenstab der Stadtverwaltung bereits getagt, doch das Ausmaß des Schadens ist noch lange nicht klar bezifferbar. „Wir wissen nicht, wie die Kontaminationen im Gebäude sind“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky. Weil der Qualm durch die Lüftungsanlage des Gebäudes vordringen konnte, ist der Aufenthalt im Gebäude möglicherweise auch dort gefährlich, wo Feuer und Wasser nichts oder nur wenig zerstört haben. Zehn Tage wird es Heskys Angaben zufolge dauern, bis die Ergebnisse der Messungen im Welfen- und im Ghibellinensaal, in den Remsstuben und im Foyer vorliegen.

Stromversorgung funktionierte zum Teil

Immerhin, zwei Lichtblicke sind nach dem Großbrand bereits zu vermelden. Bei einem Probelauf funktionierte in Teilen die Stromversorgung – ob sie auch einem Dauerbetrieb standhalten würde, muss sich allerdings noch weisen.

Hausmeister kann zurück in seine Wohnung 

Zum anderen konnten Teile der Verwaltungsräume und vor allem die Hausmeisterwohnung freigegeben werden: Das Feuer hatte die Räume nicht erreicht, Wasserschäden sind nicht zu beklagen, die Raumluft ist in Ordnung. Das Hausmeisterehepaar kann also wieder nach Hause. Groß ist laut Hesky auch die Hoffnung, dass die Technikerräume im Erdgeschoss in Kürze freigegeben werden können: „Das wird sich bald herausstellen.“

Brandmeldeanlage schlug gleich an 

Dass nicht alles noch viel schlimmer gekommen ist, ist der Brandmeldeanlage zu verdanken, die in der Nacht gleich anschlug und den Hausmeister weckte. Der Brandschutz habe funktioniert, Fluchtwege und Notbeleuchtung seien vorhanden, allerdings keine Sprinkleranlage. Die sei nicht Pflicht, sagt der Oberbürgermeister, und in diesem Fall ist er ausgesprochen froh darüber: „Wenn eine Sprinkleranlage losgegangen wäre, hätten wir jetzt einen kompletten Wasserschaden.“

Einsatz eines Hubschraubers wäre sinnlos gewesen 

Anders als mancher mutmaßte, wäre aus seiner Sicht bei der Brandbekämpfung auch der Einsatz eines Hubschraubers sinnlos gewesen. Dieser hätte gar nicht nah genug an den Brandherd ranfliegen können. Zudem sei die Schwierigkeit gewesen, das Feuer unter dem Kupferblech zu löschen, das deshalb erst mühsam entfernt werden musste. Auch strömender Regen, sagt Hesky, hätte nichts genützt.

Notabdeckung für das Dach 

Noch ist an den Wiederaufbau nicht zu denken. Am Tag nach dem Brand müssen die Schäden freigelegt, die deprimierenden Reste weggefahren werden. Für den Fall, dass das Wetter umschlägt, muss eine Notabdeckung angebracht werden. In Kürze soll für die Dacharbeiten ein Kran aufgestellt werden.

„In vielen Bereichen wird es wohl einen Neubau geben“

Derweil versuchen Sachverständige im Inneren, die Schäden zu ermitteln. „Noch haben wir kein Ergebnis des Statikers“, sagt der Oberbürgermeister. Zerstört sind weite Teile der Technik und Elektrik, die Brandmeldeanlage und natürlich das in Teilen verbrannte Dach: „In vielen Bereichen wird es wohl einen Neubau geben“, vermutet Hesky. Viel Einsatz und viel Geld wird nötig sein, damit das Bürgerzentrum Ende des Jahres wieder in altem Glanz erstrahlen kann.

Prioritäten müssen gesetzt werden 

Fürs Geld wird wohl die Versicherung sorgen – die Sachverständigen der WGV sind vor Ort. Die Arbeit muss das Rathaus selber stemmen, ein je nach Thema fünf- bis zehnköpfiger Krisenstab soll den Weg weisen. Sicher ist, sagt der OB, dass in nächster Zeit Prioritäten gesetzt werden müssen. „Manches werden wir zurückstellen müssen.“ Was genau, darüber soll in Ruhe entschieden werden.

Spendenkonto für den Wiederaufbau 

Noch geht’s schlicht um eine erste Orientierung. „Gestern war der Schock, jetzt müssen wir uns finden.“ Die Motivation seiner Mitarbeiter sei enorm. Groß ist nach dem Brand aber auch die Solidarität der Waiblinger: Viele Menschen meldeten sich per Mail im Rathaus, um ihre Bestürzung zum Ausdruck zu bringen. Auf Anregung der Bürger soll ein Spendenkonto für den Wiederaufbau des Bürgerzentrums eingerichtet werden. Andreas Hesky freut das. Jetzt, sagt er, müsse der Blick in die Zukunft gehen: „Es gilt, mit klarem Kopf voranzugehen.“

Veranstaltungen in anderen Räumen

Nach aktuellem Stand werden die beiden großen im Bürgerzentrum geplanten Veranstaltungen des kommenden Wochenendes (Candide, Komische Oper in zwei Akten von Leonard Bernstein am Freitag, 31. März, sowie das Konzert mit Nikolai Tokarev am Sonntag, 2. April, am geplanten Termin stattfinden können, allerdings in Ausweichräumlichkeiten.

Weitere Informationen hierzu wird die Stadt an diesem Donnerstag geben können, diese sind dann auch auf der städtischen Homepage abrufbar.

Die Stadt bittet darum, alle Anfragen im Zusammenhang mit Veranstaltungen im Bürgerzentrum an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerzentrumsverwaltung zu richten, die unter der Hotline 07151 5001-2650 oder 5001-2648 erreichbar sind.