Weinstadt

Alte Ortsschilder von Weinstadt für guten Zweck versteigert - so viel haben sie eingebracht

Ortsschilder Weinstadt
Die alten Weinstädter Ortsschilder sind versteigert worden. © Alexandra Palmizi/ Montage Joachim Mogck

Die ausgedienten Ortseingangsschilder von Beutelsbach, Endersbach und Co. haben bei einer von der Stadt Weinstadt organisierten Versteigerung reißenden Absatz gefunden. Insgesamt haben heimatverbundene Souvenirjäger genau 2.774,74 Euro für die alten gelben Schilder mit den einzelnen Stadtteilnamen ausgegeben. Das geht aus einer Pressemitteilung aus dem Rathaus hervor.

Die erzielte Summe hat nun Oberbürgermeister Michael Scharmann offiziell an die Bürgerstiftung Weinstadt übergeben. „Wir freuen uns sehr, dass die Schilderversteigerung auf so großes Interesse unter unseren Bürgerinnen und Bürgern gestoßen ist“, wird Scharmann von der coronabedingt kurz gehaltenen Scheckübergabe unter freiem Himmel zitiert. So könnten nun mit dem Erlös gemeinnützige Projekte in der Stadt unterstützt werden. „Statt beim Altmetall zu landen, erfüllen die Schilder noch einen guten Zweck – sei es über die Bürgerstiftung oder vielleicht im Wohnzimmer des einen oder anderen Weinstädters“, sagte Scharmann.

Das höchste Gebot: 400 Euro

Auch von der Bürgerstiftung kamen lobende Worte: „Ich bin ehrlich überrascht, dass bei der Versteigerung so viel herausgekommen ist“, wird Günther Häußler, Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung, in der Pressemitteilung zitiert. Er nahm den großen Scheck in der winterlichen Sonne vor dem Rathaus Beutelsbach gerne entgegen. Das Mindestgebot für die Schilder bei der Online-Auktion lag bei 25 Euro. Eines der Schilder ging sogar meistbietend für 400 Euro in neuen Besitz über.

Noch höher hätte die Spendensumme freilich sein können, wenn nicht einige Ortsschilder verschwunden wären, kurz nachdem die Stadt angekündigt hatte, sie austauschen zu wollen. Unbekannte hatten die Schilder abmontiert. Ein Aufruf der Verwaltung, sie straffrei zurückzugeben, verhallte ungehört.

Warum wurden die Schilder überhaupt ausgetauscht?

Ein Grund dafür, dass die Schilder überhaupt ausgetauscht worden sind, ist, dass bislang der Hinweis auf den Status der „Großen Kreisstadt“ gefehlt hat. Dabei kommt Weinstadt mit seinen Stadtteilen Endersbach, Beutelsbach, Großheppach, Strümpfelbach und Schnait auf knapp 27.000 Einwohner und trägt diesen Titel, der in Baden-Württemberg ab 20.000 Einwohnern vergeben wird, schon seit 1979. Die auffälligste Neuerung ist allerdings, dass jetzt nicht mehr der Stadtteil in großen Lettern auf den Schildern steht, und darunter klein „Stadt Weinstadt“, sondern umgekehrt.

Insgesamt sind in Weinstadt 31 neue Schilder an den Ortseingängen aufgestellt worden, von denen 15 die Stadt Weinstadt bezahlt hat, 13 der Rems-Murr-Kreis und weitere vier Schilder das Land Baden-Württemberg – abhängig davon, an welcher Straße das jeweilige Schild steht.