VfB Stuttgart

Alle Jahre wieder: Warum es hinter den VfB-Kulissen schon wieder rumort

Geschäftsstelle VfB Stuttgart, VfB, Symbolbild
Symbolbild. © Danny Galm

Fast schon traditionell rumort es zum Jahresausklang hinter den Kulissen des VfB Stuttgart. Dieses Jahr geht es um ein Rechtsgutachten und mutmaßliche Sitzungsverstöße. Vorhang auf für das alljährliche Stuttgarter Weihnachtstheater!

Zwei Vereinsbeiräte unfreiwillig auf der Bühne

Unfreiwillig auf der Bühne stehen mit Andre Bühler und Marc-Nicolai Schlecht zwei Vereinsbeiräte. Beide sind also ehrenamtlich für den Verein tätig und dürfen laut Vereinssatzung deshalb keine "ehrenamtliche oder bezahlte Tätigkeit oder Funktion innerhalb der VfB Stuttgart 1893 AG oder deren Tochtergesellschaften" ausüben (Paragraf 12, Absatz 8). Interessenskonflikte sollen dadurch vermieden werden.

Andre Bühler
Vereinsbeirat Andre Bühler. © Danny Galm

Eine Klausel, die als Nachwehe der großen Führungskrise auf der Mitgliederversammlung 2021 in den Satzungstext gewoben wurde. Kurz zur Erinnerung: Damals wollte AG-Vorstand Thomas Hitzlsperger Präsident des eingetragenen Vereins werden. Und mit Rainer Mutschler saß zu dieser Zeit ein AG-Mitarbeiter (Leiter NLZ) im Vereinspräsidium. Die internen Grabenkämpfe eskalierten letztlich in einem in der Öffentlichkeit ausgetragenen Machtkampf zwischen Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt

Jene von VfB-Mitglied Ron Merz angestoßene Satzungsänderung sorgt nun für Ärger. Im Fall von Schlecht geht es um dessen Tätigkeit als Mannschaftsarzt der Frauenmannschaft. Die Damen-Abteilung gehört jedoch seit dem 1. Juli 2022 zur AG. Im Fall von Andre Bühler geht es um seine Tätigkeit für die VfB-Akademie. Dieser Studiengang wird vom VfB in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) angeboten. Akademischer Leiter des sogenannten VfB-Masters ist Professor Bühler.

Erstmals publik wurden die Vorwürfe vor zwei Tagen (20. 11.) ausgerechnet auf dem erst vor wenigen Wochen reaktivierten Blog "Fokus VfB" von Andreas Schlittenhardt, der Fans und Mitgliedern noch als einer der Protagonisten der Daten-Affäre bekannt sein dürfte.

Ebenfalls zurück auf der Bildfläche ist der ehemalige Präsidentschaftskandidat Pierre-Enric Steiger. Der Chef der Björn-Steiger-Stiftung aus Winnenden hat jenes Rechtsgutachten, das die Vorwürfe gegen Bühler und Schlecht in den Blickpunkt rückt, Anfang September bei der Kanzlei Luther in Auftrag gegeben. Nach Informationen unserer Redaktion wurde es am 8. 11. an Präsident Claus Vogt übergeben, der den Vereinsbeirat kurze Zeit später informierte.

So geht es jetzt weiter

Der Vereinsbeiratsvorsitzende Rainer Weninger möchte nun zunächst eine rechtssichere Faktenlage schaffen, „um in einem weiteren Schritt beurteilen zu können, welche Konsequenzen sich daraus ergeben“, so Weninger auf Nachfrage unserer Redaktion. Geprüft wird das Steiger-Gutachten also nun von den VfB-Anwälten. Immerhin steht der Vorwurf im Raum, dass vom Gremium gefasste Beschlüsse ihre Gültigkeit verlieren.

Es droht also einmal mehr ein unruhiger Jahresabschluss für die Fans und Mitglieder des Vereins - was mittlerweile fast schon zur Tradition geworden ist.