VfB Stuttgart

Kommentar zum VfB-Wirbel um Mislintat: Missglückte Machtdemonstration von Wehrle

Alexander Wehrle
Alexander Wehrle. © Danny Galm

Wer hätte gedacht, dass die Einbindung von Philipp Lahm, Sami Khedira und Christian Gentner beim VfB Stuttgart für solchen Wirbel sorgt? Alexander Wehrle jedenfalls nicht. Der Vorstandschef hat sich den ersten Fauxpas seiner noch jungen Amtszeit geleistet, kommentiert unser Reporter Danny Galm.

Wehrle muss Fehler einräumen

Vorneweg: Die Idee hinter der Rückholaktion der drei Ex-Profis war und ist eine gute. Die Umsetzung und vor allem die Präsentation des Trios wurden jedoch verbockt. Und das fällt in den Verantwortungsbereich von Vorstandschef Alexander Wehrle. Auch auf den Druck der Öffentlichkeit musste er den ersten großen Fehler seiner noch jungen Amtszeit an der Mercedesstraße einräumen.

„Wir hätten es als deutlich zielführender empfunden, von Anfang an in den Prozess zur Verpflichtung von Christian Gentner eingebunden worden zu sein“, kritisierte Mislintat. Gentner wird von Januar an Leiter der Lizenzspieler-Abteilung der Stuttgarter - und damit direkt im Bereich von Sven Mislintat angesiedelt sein. Dennoch war der Sportdirektor in die Gespräche vorab nicht involviert. 

„Es wäre im Nachhinein sicher besser gewesen, Markus Rüdt und Sven Mislintat frühzeitig einzubinden“, gestand Wehrle inzwischen ein. Gegipfelt war die missglückte Kommunikation in einer skurrilen Pressekonferenz Anfang der Woche, die Mislintat im Zuschauerraum und nicht auf dem Podium verfolgt hatte.

Die emotionalen Diskussionen um seine Zukunft am Wasen kochten anschließend hoch. Tausende Fans unterzeichneten sogar eine Online-Petition für den Verbleib des Westfalen im Schwabenland.

Missglückte Machtdemonstration von Wehrle

Der Klub sah sich jedenfalls gezwungen, die Gemüter mit einer gemeinsamen Pressemitteilung zu beruhigen. Zwischen den Zeilen offenbarte sich aber auch eine weitere Lesart des großen Wirbels: Wehrles erste Machtdemonstration im roten Clubhaus ist gehörig missglückt. 

Seine öffentliche Rolle rückwärts hat jedenfalls die Position von Sportdirektor Mislintat weiter gestärkt. Der vom Großteil der Fans verehrte Kaderplaner geht mit einer guten Verhandlungsposition in die mittlerweile auf die WM-Pause vertagten Vertragsgespräche mit seinem Vorgesetzten.