VfB Stuttgart

Luca Mack, Antonis Aidonis, Li Egloff und Co.: Das sind die Perspektiven der VfB-Talente

Fußball VfB Stuttgart vs. FC Augsburg
Luca Mack bei seinem ersten Profi-Einsatz im Bundesligaspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Augsburg. © Pressefoto Baumann

Am vergangenen Wochenende war es für Luca Mack so weit: Das 20-jährige Nachwuchstalent des VfB Stuttgart kam gegen den FC Augsburg zu seinem ersten Kurzeinsatz in der laufenden Bundesliga-Saison. Weniger Glück hatten die anderen Talente im Aufgebot der Stuttgarter: Li Egloff kam verletzungsbedingt bislang nur zu zwei Kurzeinsätzen, Antonis Aidonis durfte noch keine Bundesliga-Luft schnuppern – ebenso wie Sebastian Hornung (Regionalliga) und Jordan Meyer (U19). Wie stehen die Chancen der jungen VfB-Profis in der kommenden Bundesliga-Saison - und was sagt Trainer Pellegrino Matarazzo zu den fünf Talenten? 

Luca Mack

Der 20-Jährige absolvierte die gesamte Saisonvorbereitung bei den Profis und durfte sich berechtigte Hoffnungen auf einen festen Kaderplatz und regelmäßige Einsatzzeiten machen. Daraus wurde aber nichts, bis auf den Kurzeinsatz am 32. Spieltag ging Mack leer aus. Der defensive Mittelfeldspieler musste zurück in die zweite Reihe, für die U23 kam er in der Regionalliga auf 18 Einsätze (eine Torvorbereitung). Sein Vertrag läuft noch ein Jahr bis zum Sommer 2022.

Das ist die Perspektive:

"Luca hat aktuell im Training Schritte nach vorne gemacht", so VfB-Coach Pellegrino Matarazzo auf der Pressekonferenz vor dem Gladbach-Spiel. Zuvor war er mit den Leistungen des Talents nicht zufrieden. "Er hatte eine teilweise passive Saison, wo er sich über mehrere Wochen nicht richtig angeboten hat und wenig Präsenz hatte. Er hat mir daher nicht das Gefühl gegeben, dass er bereit ist." In den letzten ein bis zwei Wochen habe sich das aber geändert, so Matarazzo. Daher habe er "verdient seinen ersten Bundesligaeinsatz bekommen."

"Wir haben noch zwei Spiele und da wird er sicherlich im Kader stehen. Wir werden sehen, was er gibt und was er zeigen kann", so der Trainer weiter. Trotz der Steigerung wird Mack das nächste Jahr wohl nicht in Stuttgart verbringen. Es sei noch nichts entschieden, aber eine Leihe stünde für den 20-Jährigen im Raum, so Matarazzo. Zudem läuft der Vertrag des Mittelfeldspielers nur noch ein Jahr bis Sommer 2022. Da ein Verkauf als unwahrscheinlich gilt, heißt es wohl: Leihe plus erneute Vertragsverlängerung.

Antonis Aidonis

Der Innenverteidiger machte wie Luca Mack die Vorbereitung bei den Profis mit. Auch der 19-Jährige schaffte den Sprung zu den Profis nicht, kam auf nur 18 Einsätze in der Regionalliga. Immerhin stand er bei allen absolvierten Partien in der Startelf. Der Vertrag von Aidonis läuft noch zwei Jahre bis zum Sommer 2023.

Das ist die Perspektive:

„Für Antonis gilt dasselbe wie für Luca Mack: er soll sich zeigen", sagt Pellegrino Matarazzo über den jungen Innenverteidiger. Da der 19-Jährige aktuell weit weg von einem Einsatz bei den Profis ist, liegt seine nahe Zukunft wohl ebenfalls nicht am Neckar. Auch für Antonis Aidonis stünde "eine Leihe im Raum", so der VfB-Trainer. Der deutsche U-Nationalspieler wird aller Voraussicht nach in der zweiten oder dritten Liga Spielpraxis sammeln müssen, um sich wieder in den Fokus Matarazzos spielen zu können.

Lilian Egloff

Das aktuell wohl beste Nachwuchstalent der Schwaben hat eine wahre Seuchensaison hinter sich. Immer wieder wurde der 18-Jährigen durch Verletzungen zurückgeworfen. Zuerst warf ihn eine schwere Sprunggelenksverletzung in der Saisonvorbereitung zurück, im Dezember 2020 kam ihm ein Ödem im Mittelfuß in die Quere. Egloff kam deshalb nur auf zwei Kurzeinsätze bei den Profis, in der U23 waren es nur drei. Dabei sollte die Karriere des offensiven Mittelfeldspielers nach seinem neuen Vierjahresvertrag im Sommer 2020 erst richtig losgehen.

Das ist die Perspektive:

„Li Egloff hat die ganze Saison noch nicht richtig mittrainieren können", so Matarazzo. "Deswegen wird er sicherlich in der nächsten Saison bei uns im Kader stehen, ich traue ihm eine gute Zukunft zu.“ Nach diesen Aussagen gilt es als gesichert, dass der 18-Jährige auch in der kommenden Spielzeit zum Profi-Kader des VfB gehört.

Jordan Meyer und Sebastian Hornung

Der 19-jährige Jordan Meyer ist neben Li Egloff das heißeste Eisen im Feuer des VfB-NLZ. Meyer ist Kapitän der U19, kommt im defensiven Mittelfeld oder der Innenverteidigung zum Einsatz und durchlief alle Jugend-Nationalmannschaften des DFB. Der VfB verlängerte seinen Vertrag erst im April 2021 für weitere vier Jahre bis 2025. Sportdirektor Sven Mislintat verkündete bereits: „Jordan wird nach der Sommerpause die Vorbereitung mit der Profimannschaft absolvieren.“ Einziger Haken: Der 19-Jährige kuriert aktuell seinen bereits zweiten Kreuzbandriss aus. Bei den Profis hat er bislang nicht mittrainiert.

Der 20-jährige Torhüter Sebastian Hornung kam 2015 aus Nürnberg zum VfB und durchlief alle Jugend-Teams bei den Schwaben. Aktuell ist er Stammtorhüter der U23 in der Regionalliga, sechs Mal spielte er in dieser Saison zu Null. Er kam bereits zu ein paar Trainingseinheiten bei den Profis, sein Vertrag wurde ebenfalls verlängert (bis 2023).

Das ist die Perspektive:

"Wir müssen sehen, wie die beiden sich anpassen können und in welcher Geschwindigkeit sie die nächsten Schritte gehen können", so Matarazzo. Für beide könnte eine Leihe interessant sein, um auch über der Regionalliga bzw. der U19 Spielpraxis sammeln zu können.

Meyer gehört die Zukunft beim VfB, ihm könnte aber seine bereits zweite schwere Knieverletzung einen Strich durch die Rechnung machen. Der 19-Jährige befindet sich zudem an demselben Punkt, wie Mack oder Aidonis vor einem Jahr. Das bedeutet: Seine Zukunft entscheidet sich wohl erst in einem Jahr. Hornungs Zukunft hängt davon ab, was auf der Torhüterposition der Schwaben passiert. Bleibt Gregor Kobel, dürfte die Türe zu bleiben. Verlässt Kobel den VfB angesichts einiger Angebote, könnte das große Rotieren bei den Keepern beginnen.