Schwung holen für Berlin und Europa: Der VfB und Demirović im Endspurt-Modus
Bochum. Ermedin Demirović gelingt beim souveränen 4:0-Sieg des VfB Stuttgart in Bochum ein Dreierpack – eine Premiere in seiner Karriere. Doch der Stürmer hadert zunächst mit einer vergebenen Großchance, bevor er spät doch noch jubeln darf. Der VfB sendet ein starkes Signal im Kampf um Europa und zeigt: Die Mannschaft ist heiß auf den Schlussspurt.
Ein Dreierpack ist Ermedin Demirović in seiner bisherigen Laufbahn noch nicht gelungen. Und auch am Samstagnachmittag (05.04.) im Bochumer Ruhrstadion hatte der Stürmer des VfB kein gutes Gefühl, als er in der 59. Minute eine Großchance liegen ließ. Frei vor VfL-Keeper Timo Horn vergab der bosnische Nationalspieler seinen dritten Treffer an diesem Spieltag. „Ich hatte schon oft die Möglichkeit auf drei Tore in einem Spiel“, gab Demirović nach der Partie einen Einblick in die Stürmerseele, „und als ich diese Gelegenheit ausgelassen habe, dachte ich: Nicht schon wieder.“
Dieses Mal kam es jedoch anders. Kurz vor Schluss wurde der Bosnier noch einmal von Außenverteidiger Leonidas Stergiou mustergültig in Szene gesetzt – und der dreifache Demirović war endlich perfekt.
VfB-Stürmer Demirović demütig: „Heute haben wir als Mannschaft performt“
Der demütige Dreierpacker betonte jedoch im Nachgang an das 4:0 beim in dieser Verfassung nicht bundesligatauglichen Kultklub von der Castroper Straße: „Heute haben wir als Mannschaft performt. Am Ende habe ich die Dinger vorne gemacht.“ Genauer gesagt waren es seine Saisontore 11, 12 und 13. In der vergangenen Saison hatte er für den FC Augsburg mit 15 Treffern seine persönliche Bestmarke aufgestellt. Diese soll nun verbessert werden – sieben Spiele bleiben dafür noch. „Ich versuche, weiter Gas zu geben, bekomme viele Chancen, weil wir guten Fußball spielen“, so Demirović, der gemeinsam mit Sturmpartner Nick Woltemade gerade rechtzeitig zur heißen Phase der Bundesliga in Topform ist.
Da fällt die Formschwäche von DFB-Stürmer Deniz Undav, der in Bochum kurzfristig aufgrund von Magenproblemen passen musste, quasi nicht ins Gewicht. Ebenso wenig die Sperren von Angelo Stiller, Maximilian Mittelstädt und Ameen Al-Dakhil. Gleich sechs Startelf-Wechsel hatte Trainer Sebastian Hoeneß im Vergleich zum emotionalen Finaleinzug gegen Leipzig unter der Woche vorgenommen. Einen Spannungsabfall gab es dadurch nicht. Das lag zum einen am erschreckend schwachen VfL, zum anderen aber auch an den topmotivierten Kräften aus der zweiten Reihe, die allesamt überzeugten. „Wir haben eine enorme Qualität. Alle haben uns einen Schub gegeben. Das war heute eine enorme Mannschaftsleistung“, sagte Torjäger Demirović.
VfB-Trainer Hoeneß: „Es war ein wichtiger Sieg für unsere Köpfe“
Die Bedeutung des Leipzig-Spiels für den schwungvollen Stuttgarter Vortrag im Pott unterstrich auch noch einmal Trainer Hoeneß: „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenlob aussprechen. Es war eine emotionale Woche. Das Spiel vom Mittwoch hat uns sehr viel geholfen, da sind ein paar Dinge gelöst worden.“ Der Brustlöser von Bochum nach zuvor sechs sieglosen Liga-Spielen in Serie sei für seine Mannschaft „sehr wertvoll“ gewesen: „Es war ein wichtiger Sieg für unsere Köpfe.“
Zur Belohnung gibt es für die VfB-Profis nach dem sonntäglichen Auslaufen zwei freie Tage. Am Mittwoch startet dann die Vorbereitung auf das kommende Heimspiel gegen Werder Bremen. Derweil läuft der Countdown fürs Pokalfinale am 24. Mai. Und der überzeugende Auftritt der vielen Spieler aus der zweiten Reihe zeigt Trainer Hoeneß bereits jetzt: Dort will jeder dabei sein.
Der VfB will mit dem größtmöglichen Schwung ins Endspiel von Berlin fahren
Sollte der eine oder andere Konkurrent auf einen durch die Pokal-Euphorie abgelenkten VfB gehofft haben, so muss dieser Gedanke seit diesem Samstag zu den Akten gelegt werden. Vielmehr scheinen die Schwaben überaus hungrig auf den Schlussspurt. Viel zu deutlich war das Statement gegen den VfL.
Und für die Konkurrenz auch eine Warnung: Die Qualifikation für Europa über die Liga haben sie am Wasen weiter im Blick – allein schon, um mit dem größtmöglichen Schwung ins Endspiel von Berlin zu fahren.



