VfB Stuttgart

VfB Stuttgart im Abstiegskampf: Alexander Wehrle hofft auf ein Happy End

Alexander Wehrle
Alexander Wehrle. © Danny Galm

Knapp zehn Jahre lang hat Alexander Wehrle den 1. FC Köln durch turbulente Zeiten geführt. Letzte Saison retteten sich die Rheinländer in letzter Sekunde in die Relegation - und sicherten gegen Kiel den Klassenverbleib in der Bundesliga. Inzwischen ist der gebürtige Schwabe zurück in seiner Heimat und hofft wieder auf ein Happy End im Abstiegskampf. Dazu braucht der VfB Stuttgart am Samstag (14.05.) jedoch einen Sieg gegen Köln. Und Schützenhilfe von Borussia Dortmund. 

Wehrles Wunsch ging nicht in Erfüllung

Als Wehrle vor acht Wochen offiziell den Posten von Thomas Hitzlsperger als Vorstandsvorsitzender der VfB-AG übernahm, äußerte er mit Blick auf den 34.Spieltag und das Wiedersehen mit „seinem FC“ einen frommen Wunsch: „Am liebsten wäre es mir, wenn der VfB bis dahin den Klassenerhalt geschafft hat und der FC die Europa League schon sicher hätte.“ Hat nicht geklappt. Ganz im Gegenteil.

Die Szenarien für den letzten Spieltag

Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale ist klar: Der VfB braucht einen Heimsieg und eine Niederlage von Hertha BSC Berlin im Parallelspiel beim BVB, um direkt die Klasse zu halten. Andernfalls geht es in die Relegation.

Es sei denn: Bielefeld schafft wundersames und schießt RB Leipzig aus dem Stadion und die Schwaben zerfallen gegen Köln in ihre Einzelteile. In der Theorie ein mögliches Szenario, in der Praxis allerdings eher unwahrscheinlich.

Die Kölner wiederum benötigen die drei Punkte aus Stuttgart und einen Ausrutscher von Union Berlin in Bochum, um nächste Saison in der Europa League starten zu dürfen. 

„Relegation ist keine Bestrafung, sondern eine Chance“ 

Im Hintergrund laufen bei Alexander Wehrle seit Wochen die Planungen sowohl für die Bundesliga als auch für die 2. Liga. Dabei helfen dem 47-Jährigen die Erfahrungswerte der letzten Jahre.

„Für mich ist es nichts Neues, zweigleisig zu planen“, sagt Wehrle. „Es gibt natürlich schon seit mehreren Wochen innerhalb der verschiedenen Szenarien sogenannte Schattenkader, die man intensiv plant. Da ist man auch schon in Gesprächen. Wir sind also für beide Szenarien vorbereitet. Das ist völlig normal und professionell.“ 

Ebenfalls von Vorteil sind für ihn die beiden Relegationsspiele gegen Holstein Kiel aus dem letzten Jahr: „Es hilft auch für die innere Ruhe, wenn man schon einmal Relegation gespielt hat.“ Für Wehrle ist klar: „Relegation ist keine Bestrafung, sondern eine Chance.“ 

Doch zunächst einmal ruhen die Stuttgarter Hoffnungen auf der direkte Rettung. Der CEO ist dabei zuversichtlich, dass die junge Mannschaft dieses Mal (und nicht wie zuletzt in Berlin) mit einer extremen Drucksituation klar kommen wird.

FC-Coach Baumgart zollt dem VfB Respekt

Sein Optimismus speist sich dabei aus der Leistung beim 2:2 in München und der Unterstützung der 60.000 Fans in der Arena: „Es wird ein Hexenkessel werden.“

Respekt zollt jedenfalls FC-Coach Steffen Baumgart dem kommenden Gegner: „Stuttgart bringt von allen Mannschaften, die unten stehen, die stärkste Leistung und gehört am wenigsten dorthin.“ Der gute Auftritt bei den Bayern sei „keine Eintagsfliege“.

Das hoffen auch die Fans - und natürlich Alexander Wehrle: „Anspannung ist der falsche Ausdruck. Ich freue mich auf das Spiel. Wir haben eine neue Ausgangssituation seit dem letzten Wochenende: Mit einem Sieg gegen Köln und der Unterstützung der Dortmunder können wir die Klasse direkt halten. Das war letzte Woche nicht möglich.“

Ein Happy End im Abstiegskampf könnte also schon am Wochenende gefeiert werden.