VfB Stuttgart

VfB vor Bundesliga-Restart: Neuer Trainer, neues Spielsystem - alte Probleme?

Waldemar Anton und Bruno Labbadia
Waldemar Anton und Bruno Labbadia. © Simeon Kramer

Am Samstag (21. 1.) ist es so weit: Der VfB Stuttgart startet in die Mission „Klassenerhalt“. Zum Bundesliga-Restart empfangen die Schwaben den FSV Mainz 05, ein Heimsieg soll den Grundstein im Abstiegskampf legen. Der VfB hat in der Winterpause viel riskiert, um die Liga zu halten: neuer Trainer, neuer Sportdirektor, neues Spielsystem. Kann das gelingen – oder wiegen die alten Probleme zu schwer? Eine Bestandsaufnahme.

Die VfB-Probleme: Kommunikation, fehlende Führung und kaum Mechanismen

Bruno Labbadia soll es richten. Der neue (und alte) Trainer des VfB soll die Stuttgarter von Rang 16 zum Klassenerhalt führen. Eine schwierige Rettungsmission, wie der 56-Jährige bei seiner Vorstellung deutlich machte. Für das selbst gesteckte Ziel verlängerte der Trainer sogar das Trainingslager in Marbella. Statt sieben mussten die VfB-Profis elf Tage unter der Sonne Spaniens ackern. Mit dem Ziel: die Schwaben wieder auf Kurs bringen.

Doch das könnte schwieriger werden, als Bruno Labbadia sich das vorgestellt hat. Die sportlichen Probleme des VfB Stuttgart sind vielschichtig. Ex-Trainer Pellegrino Matarazzo ließ eine junge und verunsicherte Mannschaft zurück, die im Gegensatz zu Schalke und Bochum nicht auf Abstiegskampf geeicht war. Deutlich wurden diese Schwächen auch im Marbella-Trainingslager. Und der neue Trainer hat keine Scheu davor, diese deutlich anzusprechen.

Zu wenig Kommunikation auf dem Platz, wenige Lautsprecher und Führungsspieler, dünne Personaldecke, fehlende Automatismen - das sind die offensichtlichen Probleme des Stuttgarter Kaders. Für diese kann Labbadia nichts, schließlich leitet er die Geschicke am Neckar erst seit ein paar Wochen. Doch er muss diese hausgemachten Probleme gelöst bekommen – ansonsten wird es nichts mit dem Klassenerhalt.

Marathon-Programm stellt den VfB vor Probleme

In Marbella versuchte der VfB-Coach daher, an den Schwächen des Kaders zu arbeiten. So ließ er Übungen trainieren, bei denen Kommunikation und Führungsstärke gefragt waren. So machte er ein Testspiel gegen Sparta Prag, das mit einer giftigen und aggressiven Gangart auf den Abstiegskampf vorbereiten sollte. Und er implementierte ein neues Spielsystem: Im 4-3-3 soll der VfB in Zukunft spielen. Mit dem Plan, dass die durchaus vorhandenen Stärken des Kaders in dieser Formation besser zur Geltung kommen.

Nach elf Tagen Trainingslager bleibt trotz guter und intensiver Arbeit in Andalusien der Eindruck zurück: Bruno Labbadia hätte noch mehr Zeit gebraucht, um die Probleme des VfB-Kaders zu beheben. „Wir sind erst am Anfang“, erklärte der Trainer selbst. Doch die nötige Zeit dafür hat Labbadia nicht. Mit dem Mainz-Spiel beginnt für die Schwaben ein Marathon-Programm. Fünf Partien in 16 Tagen absolvieren Kapitän Wataru Endo und Co. dann.

Sorgenvoller Blick auf Bundesliga-Restart: Ist der neue VfB bereit?

In diesen zwei aufeinanderfolgenden englischen Wochen bleibt neben Regeneration und Gegner-Analyse kaum Zeit, um weiter am Kader zu feilen. Haben die (zugegeben) knackige Vorbereitung und das lange Trainingslager also gereicht, um den VfB wieder in die Spur zu bringen? Greifen die von Labbadia angestoßenen Veränderungen im Team bereits? Werden stille Führungsspieler nun zu lautstarken Leadern – und sind Automatismen und Abläufe im 4-3-3-Spielsystem zu erkennen?

Viele unbeantwortete Fragen, die sorgenvoll auf den Bundesliga-Restart blicken lassen. Der VfB könnte als gefestigte Einheit aus diesen fünf Spielen gehen. Oder mit einem längst verflogenen Trainereffekt in den Februar taumeln. Die Chancen stehen 50/50, es scheint alles möglich. Durch die lange Winterpause sind die Uhren auf null gestellt – und eine Prognose war wohl noch nie so schwer.

Doch es gibt auch positive Aspekte: Wie es scheint, könnte Bruno Labbadia in der aktuellen Phase der richtige Trainer für den VfB sein. Der erfahrene Coach erkennt die Probleme und Schwächen des Kaders und versucht, diese anzugehen. Ob er sie jedoch so schnell gelöst bekommt, steht auf einem anderen Blatt. Gegen Mainz wird sich das zum ersten Mal zeigen.