VfB Stuttgart

Warum Talent Lilian Egloff aktuell noch kein Kandidat für die VfB-Startelf ist

Lilian Egloff
Mittelfeldspieler Lilian Egloff. © Alexandra Palmizi

Lilian Egloff hat eine starke Sommer-Vorbereitung absolviert, ist in guter Form - doch das Talent des VfB Stuttgart ist aktuell noch kein Kandidat für die Startelf. Vor dem Bundesliga-Start gegen RB Leipzig hat Trainer Pellegrino Matarazzo die Gründe dafür erläutert.

Lilian Egloff: Zuletzt Joker-Einsatz gegen Dynamo Dresden

Zuletzt wurde der 19-Jährige schon wieder von einer Verletzung ausgebremst, aber nicht gestoppt. Zwar hieß es im Vorfeld der Pokalpartie in Dresden, der Mittelfeldspieler habe im Training einen Schlag auf die Wade bekommen und werde wohl nicht zum Einsatz kommen können. Im Kader stand Egloff dann doch, und ab der 85. Minute sogar auf dem Platz. 

Mehr als ein Kaderplatz plus Einwechslung ist für das Talent aus dem eigenen Nachwuchs aktuell allerdings nicht drin. Jedenfalls noch nicht. „Ich sehe ihn aktuell als Einwechsel-Spieler. Einer, der einen Impuls geben kann, wenn man ein Tor braucht“, so Pellegrino Matarazzo vor dem Liga-Auftakt gegen Leipzig: „Im taktischen Verbund muss er noch den einen oder anderen Schritt machen. Was Aktivität und Online-Sein angeht, ist er noch nicht so weit, dass er bereit ist für mehr. Aber Li ist auf einem sehr, sehr guten Weg.“ 

Matarazzo: „Li ist ein Entscheidungsspieler“

Dabei sind die Qualitäten des Jungprofis unbestritten: „Es ist kein Geheimnis, welches Potential in Li steckt“, sagt Matarazzo, „er ist ein Entscheidungsspieler, einer, der das Spiel extrem beschleunigen kann, weil er eine überragende Übersicht hat.“

Auf dem Feld gehe es allerdings auch um die geschlossene Arbeit gegen den Ball: „Klar gibt es auch eine Defensiv-Aufgabe, die er zu erledigen hat. Und wenn er das noch besser in den Griff bekommt, und immer noch seine Offensiv-Akzente setzt, dann hat er eine noch höhere Wahrscheinlichkeit, dass er von Anfang an auf dem Platz steht.“

Kader- und Startelfplätze sind heiß umkämpft

Darüberhinaus herrscht auf Egloffs Position im zentralen Mittelfeld mit die größte Leistungsdichte im Stuttgarter Kader. Und auf den offensiven Achterpositionen hatten zuletzt Chris Führich und Naouirou Ahamada die Nase vorne.

Hinzu kommen Enzo Millot, Nikolas Nartey (aktuell verletzt) und mit dem 17 Jahre alten Laurin Ulrich klopft bereits die nächste Nachwuchshoffnung an der Türe zum Profikader. „Laurin hat in der Vorbereitung gezeigt, dass er mithalten kann“, findet Matarazzo: „Die Trainingsreize bei uns tun ihm gut. Wir werden ihn deshalb bei uns im Training beibehalten. Spielpraxis soll er aber in der U19 sammeln.“

Lilian Egloff musste sich zudem in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen herumplagen. Seit 2020 steht der gebürtige Heilbronner im Profikader der Schwaben. Der endgültige Durchbruch auf der großen Bühne ist ihm dabei noch nicht gelungen. Vergangene Saison erholte er sich erst langsam von einem Mittelfußbruch und brachte es letztlich nur noch auf vier Kurzeinsätze in der Liga. „Sein größtes Problem zuletzt war die Gesundheit, dass er nicht über einen längeren Zeitraum bei uns trainieren konnte“, sagt auch Matarazzo.

Diese Spielzeit sollen es nun deutlich mehr Minuten im Oberhaus werden. Egloff braucht Spielpraxis und Wettkampfhärte, um den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. Doch er muss sich noch ein bisschen in Geduld üben. Wie schon so oft in der Vergangenheit.