Waiblingen

Brand im Bürgerzentrum: Sanierung geht voran

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Von links Astrid Rheiner, Michael Gunser, Oberbürgermeister Andreas Hesky und Sport- und Kulturamtschef Thomas Vuk. © Leonie Kuhn
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Die Scheinwerfer müssen geprüft werden. © Leonie Kuhn
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Im Ghibellinensaal werden von Hand Decken und Wände geputzt. © Leonie Kuhn

Waiblingen. Gut vier Wochen nach dem Brand im Bürgerzentrum sind in Teilen des Gebäudes die Spuren beseitigt. Die Remsstuben nehmen am 1. Mai ihren Betrieb wieder auf, der Welfensaal soll am 1. Juni geöffnet werden. Noch länger dauert’s im Ghibellinensaal, dessen Technik durch Hitze und Rauch total zerstört wurde. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, resümierte Oberbürgermeister Andreas Hesky bei einem Pressegespräch. „Aber es bleibt noch viel zu tun.“

Die Küche des Restaurants verfügt über eine separate Lüftungsanlage, die unabhängig von der stark beschädigten Lüftungsanlage des übrigen Hauses betrieben werden kann. Diese Lüftung wurde geprüft, gereinigt, gewartet und konnte nun wieder in Betrieb genommen werden. Das Restaurant selber war vom Brand kaum betroffen. Nachdem auch die für den Betrieb des Restaurants und der Küche notwendigen übrigen Voraussetzungen wie funktionierende Fluchtwege geprüft wurden, kann das Restaurant am 1. Mai wieder durchstarten. Auch die Nebenzimmer der Remsstuben und das WN-Studio können ab Mai wieder genutzt werden. Der Remskeller und die Kegelbahnen waren dagegen vom Brand und Löschwasser stark betroffen – die Sanierungsarbeiten werden noch einige Monate in Anspruch nehmen. Remskeller und Kegelbahnen bleiben bis auf weiteres geschlossen. Zum 1. Juni soll aber der Welfensaal wieder genutzt werden können. Bis dahin sollen auch der Künstlerflur und die Garderoben wieder intakt sein.

Wichtig sei es, alle Schäden rechtzeitig zu erkennen

Noch kann keiner sagen, wann die Sanierungsarbeiten ganz abgeschlossen sind. „Ende Mai, Anfang Juni wissen wir mehr“, kündigt der Oberbürgermeister an. Bass erstaunt ist Michael Gunser, Fachbereichsleiter Hochbau und Gebäudemanagement, allerdings schon jetzt über den raschen Fortschritt der Sanierung: „Anfangs hatte es überall nach Brand gerochen, wir sind enorm weit gekommen.“ Dennoch bleibt noch viel zu tun, bis im Ghibellinensaal wieder Opern zu hören sein werden. Denn das Feuer war das eine, das andere die zerstörerische Wirkung von Wasser, Hitze und Rauch, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zu sehen ist. Im Foyer des Bürgerzentrums lagern gereinigt und fein säuberlich gestapelt Stühle und Scheinwerfer. Ob die Scheinwerfer noch zu gebrauchen sind, weiß noch niemand. Wichtig sei es, alle Schäden rechtzeitig zu erkennen, sagt der Oberbürgermeister: Weil jeder Schaden, der heute entdeckt werde, ein Versicherungsfall ist.

Im Ghibellinensaal wird von Hand sauber gemacht

Im großen Saal stehen Männer auf zwei Raupenfahrzeugen. Sorgfältig reinigen sie per Hand Wände und Decke, wischen über Lampen und Belüftungskanäle. Noch eine Woche mindestens werden sie zu tun haben. Mehrere Monate wird’s indes noch dauern, bis die komplizierte Bühnen- und Gebäudetechnik erneuert ist und der Brandschutz und die Fluchtwege wiederhergestellt sind. In der Brandnacht war das Feuer glücklicherweise von der Brandwand aus massivem Beton an der Ostseite des Ghibellinensaals aufgehalten worden. Auf der Bühne war der Brandschutzvorhang gefallen und hatte so den Qualm ferngehalten. Während es im großen Saal keine Sprinkleranlage gibt, sei die Berieselung auf der Bühne von der Feuerwehr bewusst abgestellt worden, um Folgeschäden zu verhindern. Stattdessen sei ein Trupp der Wehr auf dem Dach postiert worden, um gegebenenfalls das Übergreifen des Feuers über die Entrauchungsöffnungen in den Saal zu verhindern. „Unsere Aufgabe ist es nicht nur, Feuer zu löschen, sondern auch Schäden abzuhalten“, stellt Volker Damm klar, der bei der Stadt für vorbeugenden Brandschutz zuständig ist. Sandsäcke und Wassersauger seien sofort gegen Wasserschäden eingesetzt worden.

Ostseite des Bürgerzentrums ist eine Baustelle

Völlig ausgebrannt sind neben dem Saal der Lagerraum und der Andienungsbereich. Das Dach musste entfernt werden. Vier Wochen nach dem Brand zeugen verkohlte Leimbinder vom verheerenden Feuer. Auch die Ostseite des Gebäudes ist eine Baustelle: Träger, Gerüste und Abdeckplanen liegen in der Nähe der Abfallcontainer, in denen das Feuer gelegt worden war. „Für den Wiederaufbau wird ein Flächengerüst aufgestellt“, erklärt Hochbau-Abteilungsleiterin Astrid Rheiner. Ersetzt wird auch jene Überwachungskamera, mit der der Täter, ein 22-jähriger Mann aus Waiblingen, in der Brandnacht gefilmt worden war.

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