Stuttgart & Region

Ausschreitungen in Stuttgart: Alle Entwicklungen rund um die Chaos-Nacht im News-Blog

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Stuttgart: Nach den Krawallen am Wochenende Bundesinnenminister Seehofer macht sich ein Bild vor Ort
Nach den Krawallen will die Polizei am Wochenende verstärkt Präsenz zeigen. © SDMG / Kohls
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Stuttgart: Nach den Krawallen am Wochenende Bundesinnenminister Seehofer macht sich ein Bild vor Ort
Nach den Krawallen am Wochenende gehen die Aufräumarbeiten weiter. © SDMG / Kohls
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Stuttgart: Schwere Ausschreitungen in der Innenstadt – mehrere Verletzte Polizisten – zerstoerte Polizeifahrzeuge und Einkaufsla
In der Nacht zum Sonntag liefern sich im Herzen von Stuttgart dutzende Kleingruppen Straßenschlachten mit der Polizei. © SDMG / Kohls
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Stuttgart Ost: Erste Angeklagte nach Chaios in der Innenstadt vor Gericht
Nach den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt wurden am Montag die ersten der noch in der Nacht festgenommenen Verdächtigen vor den Richter am Amtsgericht Stuttgart geführt. © 7aktuell.de | Andreas Werner

In der Nach zum Sonntag, 21.6., kam es in Stuttgart zu heftigen Krawallen. Bis zu 500 junge Männer zogen randalierend und zerstörend durch die Innenstadt und griffen Polizisten an. 

  • An den Krawallen in der Nacht zum Sonntag waren nach Angaben der Polizei 400 bis 500 Menschen beteiligt.
  • Mindestens 19 Polizisten wurden verletzt. 24 Menschen wurden vorläufig festgenommen.
  • Etliche Videos der Krawallnacht kursieren in den sozialen Medien. In vielen Netzwerken entbrennt eine Diskussion um die mögliche Herkunft der Randalierer. 

Stuttgarter Gemeinderat verurteilt Randale

25. Juni, 19.40 Uhr: Der Stuttgarter Gemeinderat hat die Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes scharf verurteilt. Hemmungslose Gewalttäter hätten versucht, der Stadt «ein Gesicht zu geben, für welches sie noch nie stand und niemals stehen wird», heißt es in einer Resolution, die bei acht Enthaltungen am Donnerstag verabschiedet wurde.

Strobl gibt Polizisten nach Krawallnachteinsatz Sonderurlaub

25. Juni, 13.10 Uhr: Die 280 Polizisten, die in der Nacht zu Sonntag gegen Krawallmacher und Plünderer in Stuttgart im Einsatz waren, erhalten nun Sonderurlaub. Innenminister Thomas Strobl (CDU) habe entschieden, dass die Beamten auch aus Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit einen Tag frei bekommen.

Stuttgart wehrt sich nach Gewaltausbruch gegen Polizeikritik

25. Juni, 13.00 Uhr: Die Stadt Stuttgart hat den Vorwurf zurückgewiesen, sie habe Entwicklungen vor dem Gewaltausbruch in der Nacht zum vergangenen Sonntag ignoriert. «Niemand hatte vor dem Wochenende Hinweise, dass es zu Krawallen mit dieser gewaltigen Dimension kommen könnte», betonte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag.

Suchtexperten fordern nach Randale Alkoholverkaufsverbot

25. Juni, 12.24 Uhr: Nach der Stuttgarter Randale-Nacht fordern Suchtexperten ein erneutes nächtliches Alkoholverkaufsverbot im Südwesten. «Das Verbot ist damals ohne Not eingestellt worden», sagte Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart.

Die Polizeigewerkschaft wirft der Stadt Stuttgart Versäumnisse vor

25. Juni, 8.00 Uhr: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat der Stadt Stuttgart im Zusammenhang mit den Gewaltexzessen in der Innenstadt schwere Vorwürfe gemacht. Eigentlich müsste im Stuttgarter Rathaus niemand über die Auseinandersetzungen in der Nacht zu Sonntag überrascht gewesen sein, sagte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausschreitungen hätten sich schon länger angedeutet. Probleme besonders mit «jugendlichen und heranwachsenden Tätern mit überwiegendem Migrationshintergrund» hätten die Polizei in den vergangenen Wochen vermehrt beschäftigt und seien der Stadtverwaltung seit langem bekannt gewesen.

Polizei stockt für das Wochenende auf

24. Juni, 15 Uhr: Die Stuttgarter Polizei will an den kommenden Wochenenden mehrere Hundertschaften einsetzen, um die Kontrolle in der Innenstadt zu behalten.

Die Polizei wolle dann nachts mit einer guten dreistelligen Anzahl an Beamten unterwegs sein, berichtete der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses, der Abgeordnete Karl Klein (CDU), am Mittwoch aus der nicht öffentlichen Sitzung. Geplant seien mehrere Einsatzhundertschaften, Polizeireiter, Polizeihundeführer und Ermittlungsbeamte. Die Ermittlungsgruppe ist von 40 auf 75 Personen erweitert worden. 

Weiterer Tatverdächtiger gefasst

24. Juni 14.29 Uhr: Die Polizei hat einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen, der im Verdacht steht, sich an den Plünderungen am vergangenen Wochenende beteiligt zu haben. Laut Mitteilung haben Kriminalbeamte den 15-Jährigen am Dienstagnachmittag in Stuttgart verhaftet. Der deutsche Jugendliche wird im Laufe des Mittwochs (24.06.) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter vorgeführt.

Hinweistelefon wird eingerichtet

24. Juni 14.13 Uhr: Die Polizei hat im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht zum Sonntag (21.06.) ein Hinweistelefon eingerichtet. Das teilte das Polizeipräsidium Stuttgart am Mittwoch mit. Das Telefon ist unter der Nummer 0800 503 503 533 zu erreichen."Hier können Bürger Hinweise bezüglich Tatverdächtigen oder beobachteter mutmaßlicher Straftaten abgeben und die Polizei bei ihren Ermittlungen tatkräftig unterstützen", so die Polizei.

Nach Ausschreitungen in Stuttgart: Polizei bedankt sich für Zuspruch aus der Bevölkerung

24. Juni 13.00 Uhr: In einem Schreiben an die Öffentlichkeit bedankt sich die Stuttgarter Polizei bei der Bevölkerung für den Zuspruch, den sie nach ihrem Einsatz am vergangenen Wochenende in Stuttgart erhält. Sehr viele Menschen aus Stuttgart, aus der Region und sogar aus ganz Deutschland hätten Dankesschreiben an die Polizei verfasst.


Warum werden Tatverdächtige barfuß abgeführt?

24. Juni 12.00 Uhr: Auf vielen Fotos und Videoaufnahmen ist zu sehen, wie mutmaßliche Randalierer barfuß von der Polizei abgeführt werden. Auf Nachfragen antwortete das Polizeipräsidium Stuttgart nun via Twitter: "Die Schuhe wurden als Beweismittel sichergestellt. Ersatzschuhe wurden angeboten, aber nicht angenommen."

Polizei ermittelt einen weiteren Tatverdächtigen

24. Juni 10.30 Uhr:
Die Polizei hat nach den Ausschreitungen in Stuttgart einen weiteren mutmaßlichen Randalierer ermittelt. Darüber hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch nach dpa-Informationen in einer nicht öffentlichen Sondersitzung den Innenausschuss des Landtags informiert. Damit sind es nun 26 Tatverdächtige nach den Krawallen am Wochenende. Zudem sei die Ermittlungsgruppe von 40 auf 75 Personen erweitert worden.

Strobl informiert Parlamentarier über Krawallnacht

24. Juni 7.00 Uhr:  Wie konnte die Gewalt in Stuttgart am vergangenen Wochenende so plötzlich ausbrechen? Die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt am vergangenen Wochenende beschäftigen nun auch das Parlament. Innenminister Thomas Strobl (CDU) will in einer nicht öffentlichen Sondersitzung am Vormittag den Innenausschuss über den aktuellen Ermittlungsstand informieren. Auch in der daran anschließenden Landtagssitzung wollen die Parlamentarier über die Krawalle sprechen. 

Innenminister Strobl schlägt Stadt Stuttgart Sicherheitspartnerschaft vor

23. Juni 17.15 Uhr: Nach den schweren Krawallen in Stuttgart hat Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) der Stadt eine enge Zusammenarbeit bei der Sicherheit vorgeschlagen. Das Land habe bereits Sicherheitspartnerschaften mit Freiburg und Heidelberg vereinbart, sagte er am Dienstag. «Selbstverständlich kann ich mir so etwas auch mit Stuttgart vorstellen, wenn die Stadt das wünscht.» Videoüberwachung, Aufenthaltsverbote und Alkoholkonsumverbote seien nur zusammen mit der Stadt möglich. Nur dann sei ein rundes Sicherheitskonzept mit einer nachhaltigen Wirkung möglich.

DGB: Maßnahmenpaket gegen Gewalt im öffentlichen Dienst

23. Juni 16.45 Uhr: Gewalt trifft laut Gewerkschaftsbund nicht nur Polizisten, sondern auch Feuerwehr- und Rettungskräfte, Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr und anderen öffentlichen Institutionen. Der Südwestableger des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) hat deshalb am Dienstag in Stuttgart in einer Resolution ein Maßnahmenpaket gegen die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst gefordert. Es gelte, die Beschäftigten wirksam zu unterstützen. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor wurden demnach in den vergangenen zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen.

Landesregierung beschließt "Stärkung des Rechtsstaats"

23. Juni 16.30 Uhr: Die Landesregierung von Baden-Württemberg zieht aus den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt erste Konsequenzen: Am heutigen Dienstagnachmittag wurde die Kabinettsvorlage "Stärkung des Rechtsstaats" beschlossen. "Wir wollen kriminelle Karrieren im Keim ersticken – gerade auch im Bereich straffällig gewordener Jugendlicher", so Kretschmann in einer Pressemitteilung der Landesregierung. Da mehr als die Hälfte der Festgenommenen jünger als 21 Jahre ist, zielt die Kabinettsvorlage auch auf das Jugendstrafrecht ab. Von der dort geregelten Möglichkeit des Warnschussarrestes soll zukünftig verstärkt Gebrauch gemacht werden. Gerichte können als Ergänzung zu einer Bewährungsstrafe einen kurzen Jugendarrest verhängen, wenn der Richter zu der Auffassung gelangt, dass der Jugendliche sein Fehlverhalten durch die bloße Bewährungsstrafe nicht einsehen wird.

Viele Tatverdächtige der Stuttgarter Randale waren betrunken

23. Juni 14.30 Uhr: Viele der 25 festgenommenen Tatverdächtigen aus der Krawallnacht in Stuttgart waren stark betrunken. Der höchste Alkoholwert sei mit 2,34 Promille bei einem 20-Jährigen festgestellt worden, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Bei vier Festgenommenen lagen die Werte zwischen 1,26 und 2,08 Promille, bei acht weiteren zwischen 0,64 bis 1,1 Promille und bei weiteren acht zwischen 0 und 0,5 Promille.

Kretschmann: Bei Polizei keine amerikanischen Verhältnisse

23. Juni 14.30 Uhr: Die deutsche Polizei ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht mit der Polizei in den USA zu vergleichen. «Wir haben bei unserer Polizei keine amerikanischen Verhältnisse», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Die Beamten in Deutschland zögen nicht sofort die Schusswaffe. In Deutschland sei es auch nicht zulässig, auf dem Hals eines Menschen zu knien. Selbst bei einem so brutalen Vorgehen wie jüngst in Stuttgart habe die Polizei besonnen und umsichtig gehandelt. «Die Polizei hat nicht nur unseren Respekt verdient, sie hat auch unser Vertrauen verdient.»

Polizei bereitet sich auf das kommende Wochenende vor

23. Juni 14.15 Uhr: Nach den Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag bereitet sich die Polizei auf mögliche weitere Auseinandersetzungen am kommenden Wochenende vor. Es würden polizeiliche Maßnahmen entwickelt, um an verschiedenen Punkten in der Innenstadt die Sicherheit zu verstärken, sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger nach Angaben der Stadt beim Auftaktgespräch von Verwaltung und Polizei im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft. «Uns ist es gelungen, eine friedliche Silvesterfeier in der City abzusichern. Das wird uns auch in den Sommernächten gelingen», sagte Berger am Dienstag. Nach Angaben des Stuttgarter Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) prüft die Verwaltung zudem ein Alkoholverbot oder eine Videoüberwachung an bestimmten Plätzen der Stadt. Auch der Einsatz von Streetworkern vor Ort werde beraten.

Acht Männer in Untersuchungshaft

23. Juni 10.30 Uhr: Die Männer im Alter zwischen 16 und 33 Jahren besitzen laut Polizei die deutsche, kroatische, irakische, portugiesische und lettische Staatsangehörigkeit. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen sowie gefährliche Körperverletzung, tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Diebstahl in besonders schwerem Fall. Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 16-Jähriger verantworten. Er soll während der Randale in der Nacht zum Sonntag einen bereits am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben. 16 zunächst vorläufig festgenommene mutmaßliche Beteiligte wurden den Angaben zufolge wieder entlassen.

Gewerkschaft der Polizei beklagt in der Corona-Pandemie eine wachsende Respektlosigkeit

23. Juni 10.00 Uhr: Die Respektlosigkeit gegenüber Polizei und Rettungskräften halte schon einige Jahre an, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek dpa-Informationen zufolge am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin». «Und wir erleben jetzt offensichtlich durch die Pandemie, wie durch ein Brennglas, dass es sich hier noch weiter zuspitzt.»

Zu Anfang der Pandemie seien die polizeilichen Maßnahmen akzeptiert worden, aber je länger die Pandemie mit ihren Auflagen andauere, desto weniger Verständnis gebe es.

"Halten Sie bitte die Fresse": Ein Interview mit Grünen-Chef Cem Özdemir in Stuttgart schlägt Wellen

23. Juni 9.00 Uhr: "Halten Sie bitte die Fresse (...) Ich rede gerade, bitte Maul halten", mit diesen Worten wies Grünen-Chef Cem Özdemir einen Passanten in der Stuttgarter Innenstadt zurecht, der ihn während eines Videointerviews (welt.de auf twitter.com am 22.6.2020) zu den Ausschreitungen in Stuttgart mehrfach unterbrach. Der Passant sprach in dem Videointerview von einer "Polizeidiktatur" und verwendete ebenfalls das Wort "Fresse". Özdemir entschuldigte sich später via Twitter für die Wortwahl und erhielt unzählige Reaktionen.

 

Die Landesregierung will die Öffentlichkeit über den Ermittlungsstand informieren

23. Juni 7.30 Uhr: Die grün-schwarze Landesregierung befasst sich am Dienstag mit den Hintergründen der Krawalle. Nach einer Kabinettssitzung am Vormittag will Innenminister Thomas Strobl (CDU) gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Justizminister Guido Wolf (CDU) die Öffentlichkeit um 12.00 Uhr informieren.

Haftbefehle gegen mutmaßliche Randalierer

23. Juni 7.00 Uhr: Am Montag wurden laut Polizei sieben Haftbefehle beantragt, unter anderem wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa am Dienstagmorgen (23.6.). Am Vorabend waren bereits ein weiterer Haftbefehl erlassen und einer gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Ein 16-Jähriger muss sich sogar wegen versuchten Totschlags verantworten, weil er nach Angaben der Staatsanwaltschaft einem am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben soll. 

Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen wahrscheinlich 

23. Juni 6.30 Uhr: Auf die Frage, ob ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen in Stuttgart kommen werde, sagte der Stuttgarter Ordnungsbürgermeister Martin Schairer am Montagabend in der Fernsehsendung SWR Aktuell: «Leider ja, wir waren bisher stolz darauf, dass wir das nicht mussten, weil wir ja eine der sichersten Großstädte in der Bundesrepublik sind.» Man müsse schauen, dass man diese Sicherheit wieder herstelle. 

Stuttgart will über Alkoholverbote und Videoüberwachung diskutieren

22. Juni, 17.50 Uhr: Nach den Ausschreitungen in Stuttgart wollen Stadt und Polizei gemeinsam die City sicherer machen. «Wir müssen jetzt alle Fragen ohne Tabus diskutieren und schon vor dem nächsten Wochenende erste Lösungen präsentieren», sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Montag. Nach Angaben der Stadt soll ein Leitungsgremium über Themen wie Videoüberwachung, Alkoholverbote oder Aufenthaltsbeschränkungen für öffentliche Plätze beraten.

Hinweisportal der Polizei weiterhin geöffnet

22. Juni, 17 Uhr: Das Hinweisportal ist nach Angaben der Polizei Stuttgart weiterhin geschaltet. Dort sollen Zeugen Videos und Fotos hochladen, aber auch weitere Hinweise geben. 

Strobl nennt Täter "militanten Mob"

22. Juni, 16 Uhr:  Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat im Zusammenhang mit den Stuttgarter Ausschreitungen von einem «militanten Mob» gesprochen. «Die Stuttgarter mögen keinen militanten Mob», sagte er am Montag in der Königstraße, wo es in der Nacht zu Sonntag zu Krawallen und Plünderungen kam. Stuttgarter applaudierten auch nicht, wenn Gewalt gegen Polizisten ausgeübt werde. «Das ist ein besonders schwerer Fall des Landfriedensbruchs, das ist ein schweres Verbrechen», sagte Strobl mit Blick auf die Geschehnisse.

Von zwei Dutzend festgenommenen Tatverdächtigen habe die Hälfte die deutsche Staatsbürgerschaft, sagte Strobl. Woher die Tatverdächtigen im Einzelnen kämen, könne er noch nicht sagen. Er sei aber ganz sicher, dass «bei den Randalierern und den Gewalttätern nicht nur Stuttgarterinnen und Stuttgarter unterwegs gewesen sind». Das sage ihm seine Erfahrung.

Clubbetreiber wehren sich: "Keine Partyszene"

22. Juni: Stuttgarts Clubbetreiber wehren sich gegen die Aussage der Polizei, die Randalierer seien der "Party-Szene" zuzuordnen. Laut einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten sieht das Club-Kollektiv Stuttgart diese pauschale Aussage als "sehr unglücklich". Damit werde eine Branche, die gerade genug zu kämpfen habe, in ein schlechtes Bild gerückt. 

Seehofer fordert harte Strafen

22. Juni, 16 Uhr: «Ich erwarte, dass die Justiz den Tätern, die gestellt werden konnten oder noch können, auch eine harte Strafe ausspricht», sagte der CSU-Politiker am Montag in Stuttgart. «Da geht es auch um die Glaubwürdigkeit unseres Rechtsstaates.» Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warf den Randalieren bei einem gemeinsamen Besuch am Ort der Auseinandersetzungen Landfriedensbruch vor und sprach von einer «Gewaltorgie».

Kriminologe zu Randale: «Viele Verlierer durch Corona»

22. Juni, 16 Uhr: Der Kriminologe und frühere SPD-Justizminister Niedersachsens, Christian Pfeiffer, sieht in den Coronavirus-Beschränkungen eine Ursache für die Krawalle in Stuttgart. «Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden», sagte er der «Augsburger Allgemeinen». «Wir haben viele Verlierer durch Corona.»

Wie die Stuttgarter Polizei sieht auch Pfeiffer keine politischen Motive hinter den Ausschreitungen. «Mit Mut wegen des vermeintlichen Rassismus der Polizei in Stuttgart haben die Ausschreitungen nichts zu tun», sagte er. «Die Stuttgarter Polizei ist nicht rassistisch. Unsere Polizei unterscheidet sich deutlich von der amerikanischen.»

Seehofer prüft Anzeige gegen Taz-Kolumnistin

22, Juni, 15 Uhr:  Nach einer polizeikritischen Zeitungskolumne erwägt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) eine Strafanzeige gegen die Autorin.

Zunächst hatte er angekündigt, diese am Montag zu stellen - nun soll erst am Nachmittag endgültig entschieden werden. Der Beschluss solle nach seiner Rückkehr nach Berlin fallen, sagte der Minister in Stuttgart, wo er sich nach den Ausschreitungen vom Wochenende ein Bild über die Lage machte. Aus der Medienbranche kam heftige Kritik an Seehofers Vorhaben.

Die umstrittene Kolumne einer «taz»-Mitarbeiterin erschien vor einer Woche in der Tageszeitung. In dem Text stellte die Autorin ein Gedankenspiel an, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht.

Sieben Verdächtige werden dem Haftrichter präsentiert 

22. Juni, 15 Uhr: Im Laufe des Tages werden sieben der 25 vorläufig festgenommenen Täter dem Haftrichter vorgeführt. Das teilte die Polizei Stuttgart mit. Die Verdächtigen sind im Alter von 16 bis 33 Jahren. Bereits am Sonntag wurden gegen zwei weitere Beschuldigte im Alter von 18 und 30 Jahren Haftbefehle erlassen. Der Haftbefehl gegen den 18-Jährigen wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.

Den Beschuldigten, die die deutsche, kroatische, irakische, portugiesische und lettische Staatsangehörigkeit besitzen, wird dabei u.a. schwerer Landfriedensbruch (§ 125a StGB), gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB), tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB) und Diebstahl in besonders schweren Fall (§ 243 StGB) vorgeworfen.

Ein 16-jähriger Beschuldigter soll zudem einen bereits am Boden liegenden Studenten, der die Ausschreitungen verbal kritisiert hatte und daraufhin von einer Personengruppe zusammengeschlagen worden war, gezielt gegen den Kopf getreten haben. Die Staatsanwaltschaft wirft diesem Beschuldigten versuchten Totschlag vor, da er den möglichen Tod des Studenten durch den gezielten Tritt gegen den Kopf zumindest billigend in Kauf genommen habe. Bei den übrigen 16 vorläufig festgenommenen Personen wurden derzeit die Voraussetzungen für die Untersuchungshaft verneint und die Betroffenen daher nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Randale in Stuttgart richtete wohl Millionenschaden an

22. Juni, 15 Uhr. Stuttgarts Polizeivizepräsident Thomas Berger beziffert den Schaden durch marodierende Gruppen in Stuttgart auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag. Das sagte der Leiter des Polizeieinsatzes während der nächtlichen Randale in einem Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart.

Alarmsignal für den Rechtsstaat

22. Juni, 14 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat nach den Auseinandersetzungen in Stuttgart harte Strafen für die Randalierer verlangt. «Ich erwarte, dass die Justiz den Tätern, die gestellt werden konnten oder noch können, auch eine harte Strafe ausspricht», sagte der CSU-Politiker am Montag in Stuttgart. «Da geht es auch um die Glaubwürdigkeit unseres Rechtsstaates.» Die Entwicklung vom Wochenende und auch in den Monaten zuvor sei ein «Alarmsignal für den Rechtsstaat», sagte Seehofer. Es gehe nicht nur um Gewalt gegen die Polizei, sondern auch um die Verunglimpfungen der Beamten mit Worten. «Aus Worten folgen immer auch dann Taten.»

Keine politische Motivation

22. Juni, 14 Uhr: Die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt sind nach Polizeiangaben sehr wahrscheinlich nicht politisch motiviert gewesen. «Wir haben noch keine verdichteten Hinweise darauf, dass hier tatsächlich eine politische Motivation oder entsprechend auch eine religiöse Motivation hinter diesen Taten steckt», sagte die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz am Montag in Stuttgart. An den Krawallen in der Nacht zum Sonntag waren nach Angaben der Polizei 400 bis 500 Menschen beteiligt. 24 Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Verdächtige werden Haftrichter vorgeführt

22. Juni, 14 Uhr: Einige der noch in der Nacht festgenommenen Verdächtigen wurden heute dem Haftrichter vorgeführt. 

Stuttgart Ost: Erste Angeklagte nach Chaios in der Innenstadt vor Gericht
Nach den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt wurden am Montag die ersten der noch in der Nacht festgenommenen Verdächtigen vor den Richter am Amtsgericht Stuttgart geführt. © 7aktuell.de | Andreas Werner

Linksfraktionschef: Gewalt gegen Polizisten inakzeptabel

22. Juni, 13 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die Ausschreitungen und Angriffe auf die Polizei am Wochenende in Stuttgart verurteilt. Was in Stuttgart passiert sei, dürfe sich nirgends in Deutschland wiederholen, sagte Bartsch der Deutschen Presse-Agentur. «Gewalt gegen Polizisten ist inakzeptabel.» Er stellte sich zugleich an die Seite von SPD-Chefin Saskia Esken. «Dass Saskia Esken politisch mitverantwortlich gemacht wird für die Angriffe auf Polizeibeamte und Geschäfte in Stuttgart, ist infame Stimmungsmache. Für Stuttgart gibt es keine Rechtfertigung und keine Alibis.»

Merkel verurteilt Gewalt in Stuttgart

22. Juni, 12.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Krawalle am Wochenende in Stuttgart scharf verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Szenen seien «abscheulich» gewesen und mit nichts zu rechtfertigen. Sie seien gegen die Stadt und ihre Bürger gerichtet gewesen.

Steinmeier kritisiert Vandalismus und Gewalt in Stuttgart

22. Juni, 11.50 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende in Stuttgart scharf verurteilt und sich demonstrativ hinter Polizeibeamte gestellt. «Gewalt, Vandalismus, schiere Brutalität – wie am Wochenende in Stuttgart gesehen – müssen mit aller Härte des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden», sagte Steinmeier am Montag in Berlin.

SPD-Innenexpertin zu Stuttgart: Zur Polizei stehen

22. Juni, 11 Uhr: Mit Blick auf die Ausschreitungen in Stuttgart braucht es der innenpolitischen Sprecherin der SPD im Bundestag, Ute Vogt, zufolge ein gesamtgesellschaftliches Handeln gegen Gewalt. Man dürfe nicht alleine auf höhere Polizeipräsenz setzen. «Man darf die Polizei da auch nicht alleine lassen», sagte die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete am Montag im Deutschlandfunk. Es brauche eine gesellschaftliche Initiative. «Wir müssen da alle zeigen, dass wir zur Polizei stehen - das fängt bei der Politik an, aber geht auch in die normale Bürgerschaft.»

Eine Sperrstunde für Stuttgart?

22. Juni, 11.30 Uhr: Nach den Auseinandersetzungen in Stuttgart darf sich die Stadt nach Ansicht der Polizeigewerkschaft nicht mehr gegen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sperren. «Jugendliche haben auch außerhalb der derzeit gesperrten Clubs ausreichend Gelegenheit, sich Alkohol zu kaufen», sagte der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, am Montag. Auch eine Sperrstunde zum Beispiel zwischen 3.00 und 7.00 Uhr morgens müsse diskutiert werden, forderte er. «Die Polizei hat nachts überhaupt keine Ruhe mehr, bevor es morgens wieder losgeht. Es läuft rund um die Uhr durch», sagte Kusterer.

Video: Polizist wird attackiert

Seehofer-Besuch geplant

22. Juni, 8.50 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nach den Ausschreitungen in Stuttgart vor Ort ein Bild von der Lage machen. Dies teilte das baden-württembergische Innenministerium am Montag mit. Innenminister Thomas Strobl (CDU) werde Seehofer zu einem Gespräch in seinem Büro treffen. Danach sei ein Termin vor Ort in der Innenstadt geplant.

Nacht zum Montag blieb ruhig

22. Juni, 7 Uhr: Nach den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt hat es in der Nacht zum Montag keine weiteren Auseinandersetzungen mehr gegeben. Das teilte die Polizei Stuttgart mit.

Strobl in Tagesthemen: «Wir werden mit allem, was uns der Rechtsstaat zur Verfügung stellt, diese Randalierer verfolgen"

21 Juni, 22 Uhr: Wir werden mit allem, was uns der Rechtsstaat zur Verfügung stellt, diese Randalierer verfolgen und sie zur Rechenschaft ziehen», sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Sonntagabend in den «tagesthemen» der ARD. Er sah in den Ereignissen eine Herausforderung für den Rechtsstaat.

OB Kuhn: Auch Geltungssucht im Internet Randale-Grund

21. Juni,  16 Uhr. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat neben Alkohol auch das Geltungsbewusstsein in sozialen Medien als Grund für die Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag genannt. Es könne nicht angehen, dass man aus welchen Gründen auch immer die Polizei angreife und Geschäfte plündere, sagte Kuhn bei einer Pressekonferenz am Sonntag. «Ein Grund wird Alkohol sein, ein anderer die Sucht, in sozialen Medien mit Filmchen zu kommen.» Wenn er Facebook-Filmchen nach dem Muster «Fuck the police» sehe, dann sei das etwas, das in Stuttgart nichts zu suchen habe, sagte Kuhn.

19 verletzte Beamte bei Krawallen

21.Juni, 15 Uhr:  Bei den Krawallen und Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag sind 19 Beamte verletzt worden - einer davon sei dienstunfähig. Das meldet die Stuttgarter Polizei.  Die Zahl könne sich noch erhöhen, da die Beamten im Einsatz sich oft erst später mit Verletzungen meldeten, sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag bei einer Pressekonferenz im Stuttgarter Rathaus. In der Nacht seien insgesamt 24 Personen vorläufig festgenommen worden.

Kretschmann verurteilt Ausschreitungen

21. Juni, 12 Uhr Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt scharf verurteilt. Er sprach am Sonntag von einem «brutalen Ausbruch von Gewalt». «Diese Taten gegen Menschen und Sachen sind kriminelle Akte, die konsequent verfolgt und verurteilt gehören», teilte der Grünen-Politiker mit. «Die Bilder aus der Stuttgarter Innenstadt können uns nicht kalt lassen.» Seine Gedanken seien bei den verletzten Polizeibeamten und den durch die Plünderungen Geschädigten. Nun müsse man die Faktenlage und Erkenntnisse zusammentragen und mit Hochdruck klären, wer dahinter stecke.

Die Glasscherben der zerstörten Schaufenster dürften am Montag weggekehrt sein, doch damit ist der Schaden nicht behoben: Die Aufarbeitung der Chaos-Nacht in Stuttgart vom Wochenende fängt jetzt erst an. 24 Menschen wurden im Zuge der Ausschreitungen in der Nacht zum Sonntag festgenommen, mindestens 19 Polizisten verletzt. Insgesamt sollen 400 bis 500 Menschen an den Krawallen teilgenommen haben. Vielfach wurde am Sonntag die Frage gestellt, wie es dazu kommen konnte - von Bürgern, Geschäftsinhabern, aber auch von Politik und Polizei.