VfB Stuttgart

Grund zur Sorge, aber keine Panik: VfB will nach Fehlstart die Ruhe bewahren

Fußball VfB Stuttgart vs. Bayer 04 Leverkusen
Enttäuschte Gesichter beim VfB Stuttgart nach der 1:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen: Marc Oliver Kepmf (links) und Omar Marmoush. © Pressefoto Baumann

Sven Mislintat gab sich bewusst unbeeindruckt. Die mageren vier Punkte, die der VfB Stuttgart in seinen ersten fünf Saisonspielen in der Fußball-Bundesliga gesammelt hat, versetzen den Sportdirektor nicht in Unruhe. «Ich glaube, dass wir da stehen, wo wir uns eingeordnet haben», sagte der 48-Jährige am Montag. Durch das 1:3 gegen Bayer Leverkusen tags zuvor sind die Schwaben in der Tabelle auf Platz 14 abgerutscht. Panisch werden sie deswegen aber nicht. Sie hätten eben auch schon «mit ein paar Themen zu arbeiten» gehabt, betonte Mislintat - und begann sogleich, sie aufzuzählen.

Dem VfB ist die Leichtfüßigkeit abhanden gekommen

Zum einen gelte es die Abgänge von Leistungsträgern wie Torhüter Gregor Kobel (Borussia Dortmund) oder Nicolas Gonzalez (AC Florenz) noch zu kompensieren und die Neuzugänge weiter zu integrieren. Zum anderen war der VfB in den vergangenen Wochen von Verletzungspech geplagt.

Dazu kam die «Qualität der Gegner», die der Sportchef unterstrich. Drei der bisherigen fünf spielen im Europapokal: Leipzig, Frankfurt und Leverkusen. «Wir haben vielleicht einen Punkt zu wenig, nämlich den gegen Freiburg», sagte Mislintat rückblickend auf das 2:3 gegen die Badener. Rückschläge wie dieser seien «jetzt aber auch nichts, was man nicht mit einkalkuliert hätte».

Natürlich gibt es auch im Stuttgarter Spiel selbst Probleme und Steigerungspotenzial. In puncto «Präzision» und «Schärfe» müsse man sich verbessern, sagte Mislintat exemplarisch. Die Leichtfüßigkeit, die die Auftritte der Stuttgarter in Teilen der vergangenen Saison geprägt hatte, sei aber auch nicht von einem Tag auf den anderen abhanden gekommen.

Junge Mannschaft durchläuft aktuell einen Reifeprozess

«Wir haben letztes Jahr eine sehr gute und erfrischende Hinrunde gespielt», sagte Mislintat. Schon in der Rückrunde habe man dann aber mit Verletzungen zu kämpfen gehabt und «mit Mentalität, Charakter und Leidenschaft Punkte hart erarbeitet».

In «genau dieser Phase» stecke die junge Mannschaft des VfB auch momentan. «Wir durchlaufen weiter einen Lernprozess, der ist für mich und uns völlig in Ordnung», sagte Mislintat. Es gelte sich weiter in die Saison reinzuarbeiten. In deren Verlauf der eine oder andere wichtige Spieler zurückkehren wird. Mittelfeldmann Orel Mangala stand schon gegen Leverkusen wieder in der Startelf, Neuzugang Chris Führich könnte kommenden Sonntag in Bochum erstmals zum Kader zählen.

Schlüsselspiel gegen Bochum: Wendepunkt - oder ein unruhiger Herbst?

Ein «wichtiges Spiel» sei das beim VfL, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Immerhin dürfte der Aufsteiger einer der Kontrahenten sein, gegen die der VfB um den Klassenerhalt kämpft. Und genau wie der darauffolgende Gegner Hoffenheim präsentierten sich die Bochumer zuletzt nicht besonders stark. Das kommende ist laut Mislintat also «definitiv ein Spiel, wo wir uns etwas ausrechnen dürfen». Und eines, in dem der VfB punkten sollte, bevor es womöglich doch unruhig wird.

Der angekündigte Abschied von Vorstandschef und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der seinen noch bis Herbst 2022 gültigen Vertrag bei den Schwaben nicht verlängern wird, bringt Mislintat auch nicht aus der Fassung. Eine Beförderung strebt er deshalb nicht an. «Ich möchte diesen Weg, den wir hier angefangen haben, gerne weitergehen», sagte er - in welcher Position auch immer. Und mit welchen Widrigkeiten er dabei auch zu kämpfen hat - auf und neben dem Platz.