VfB Stuttgart

Kellerduell bei Arminia Bielefeld: Was für und gegen den VfB Stuttgart spricht

Pellegrino Matarazzo
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo stimmt seine Mannschaft auf das Bundesliga-Spiel gegen Arminia Bielefeld ein. © Danny Galm

Pellegrino Matarazzo weiß, dass die akute Abstiegsgefahr des VfB Stuttgart trotz des jüngsten Aufschwungs noch lange nicht gebannt ist. "Wir haben noch nichts erreicht", warnte der Trainer des schwäbischen Fußball-Bundesligisten am Donnerstag (31.03.) auf der Pressekonferenz.

Beim Tabellenvorletzten Arminia Bielefeld geht es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) darum, nicht womöglich wieder auf einen Abstiegsplatz zurückzufallen. Mit einem Sieg könnten die Schwaben dagegen einen weiteren Schritt zum erhofften Klassenerhalt machen. "Mit jedem Erfolgserlebnis wächst man, und ich spüre noch mehr Glaube, noch mehr Energie", sagte Matarazzo. Die Formkurve ist nicht der einzige Hoffnungsschimmer. Ein Pro & Contra im Abstiegskampf.

Das spricht für einen Ligaverbleib des VfB Stuttgart

Psychologie: Wie lange steht der VfB noch auf? Das war eine dominierende Frage, nachdem die Schwaben während ihrer Negativserie Rückschlag um Rückschlag kassiert hatten. Die Stuttgarter gaben sich aber nicht auf. Gegen Borussia Mönchengladbach drehten sie das Spiel (3:2), bei Union Berlin gelang der späte Ausgleich (1:1) und auch gegen den FC Augsburg (3:2) meldete sich der VfB nach zwei Rückständen zurück. Moral und Mannschaftsgefüge sind intakt. "In den letzten Wochen liefen viele Dinge gut für uns", bestätigte Abwehrspieler Waldemar Anton bei "VfB TV".

Ruhe: Bei vielen anderen Club-Verantwortlichen wäre der Geduldsfaden wohl schneller gerissen. Das zeigt auch das Beispiel des Konkurrenten Hertha BSC. In Berlin musste Tayfun Korkut gehen. VfB-Sportdirektor Sven Mislintat verfiel trotz der lange ebenfalls miesen Punkte-Ausbeute nie in Unruhe.

Das war in der Vergangenheit ganz anders, als sich der VfB oft sehr schnell von Trainern trennte. Auch die Abschiedsgerüchte um Borna Sosa, Sasa Kalajdzic, Orel Mangala und Konstantinos Mavropanos seien keine Störfaktoren, sagte Matarazzo: "Der entscheidende Punkt ist, dass ich in den Gesprächen spüre, dass die Spieler mit dem Kopf bei uns sind."

Säulen: Matarazzo hat seine Spieler gefunden, auf die er sich im Abstiegskampf verlassen kann. Leistungsträger haben ihre Form wieder gefunden. Im defensiven Mittelfeld nimmt zudem inzwischen Atakan Karazor eine wichtige Rolle ein. "Er geht auf in seiner Führungsrolle", findet Matarazzo. "Er ist voll fokussiert und erreicht auf dem Platz jeden Spieler, weil er auch laut sein kann."

Restprogramm: Die Stuttgarter treffen noch auf drei Mannschaften aus dem unteren Drittel. Los geht es mit dem Spiel in Bielefeld. Später geht es noch zur Hertha, daheim steht das Spiel gegen Wolfsburg an. Der VfB hat also alles in der eigenen Hand.

Das spricht gegen einen Klassenerhalt des VfB

Individuelle Fehler: Allein Mavropanos hat in der Rückrunde drei Strafstöße verschuldet. Darüber müsse man mit dem Griechen reden, meinte Matarazzo kürzlich. Auch Torhüter Florian Müller war über die Saison hinweg gesehen nicht unantastbar.

Unerfahrenheit: Mit nicht einmal 23 Jahren im Schnitt stellt der VfB die jüngste Mannschaft der Liga. Routine könnte im Abstiegskampf ein entscheidender Faktor sein. Bielefeld weist beispielsweise einen im Schnitt fast zwei Jahre älteren Kader auf.

Abhängigkeit: Eine der wichtigsten Angriffsoptionen des VfB ist inzwischen lange bekannt: Flanken von Sosa, Tore von Kalajdzic. Stellen sich die Gegner darauf ein, müssen die Schwaben schnellstmöglich Lösungen finden. Matarazzo ist darum bemüht.

Hypothek: Der VfB hat sich in eine missliche Lage manövriert, auch wegen der vielen Ausfälle in der Hinrunde. Die zwischenzeitlich lange Serie von neun Spielen ohne Sieg kann sich am Ende als zu langer Durchhänger erweisen. Trotz des jüngsten Aufschwungs und des Sprungs auf Tabellenplatz 14 liegt der VfB mit den anderen Abstiegskandidaten eng beieinander. Der VfB, Hertha und Augsburg haben jeweils 26 Punkte, Bielefeld liegt nur einen Zähler zurück.

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