VfB Stuttgart

Wie beim VfB Stuttgart mit Juan José Perea und Josha Vagnoman geplant wird

Juan Jose Perea und Josha Vagnoman
„Beide sind Herausforderer“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat über Juan Jose Perea (li.) und Josha Vagnoman, „aber beide haben eine richtige Qualität, die uns als Team weiterhilft.“ © Danny Galm

Mit 33 Spielern ist der VfB Stuttgart am Samstag (10.07.) ins Trainingslager nach Weiler-Simmerberg gereist. Insgesamt umfasst der schwäbische Tross im Allgäu mit allen Trainern, Analysten, Betreuern und Physiotherapeuten rund 70 Personen. Zwei davon verleben dabei ihre ersten Tage beim Traditionsklub aus Bad Cannstatt: Die Neuzugänge Josha Vagnoman und Juan José Perea. Welche Rolle sollen die beiden künftig im Team einnehmen? 

Lockerer Auftakt für die Zugänge

Selbstredend muss das Duo zunächst einmal im Mannschaftskreis ankommen. Beim 3:2-Sieg im Testspiel gegen den FC Zürich kamen Vagnoman und Perea nicht zum Einsatz. Und auch am Sonntagvormittag (10.07.) ging es auf der Anlage des FV Rot-Weiß Weiler eher gemächlich zu: Vagnoman absolvierte eine Einheit mit Technik-Trainer Nate Weiss, Perea drehte ein paar lockere Runden mit Athletikcoach Martin Franz. „Beide sind Herausforderer“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat, „aber beide haben eine richtige Qualität, die uns als Team weiterhilft.“ 

Vagnoman spielte insgesamt zwölf Jahre für den HSV, durchlief in der Hansestadt alle Nachwuchsteams und debütierte 2018 im Alter von 17 Jahren bei den Profis. In der abgelaufenen Runde kam der deutsche U-21-Nationalspieler verletzungsbedingt allerdings nur zu 680 Einsatzminuten. Was dem VfB zugutekam: „Wenn er nicht verletzt gewesen wäre, wäre er wahrscheinlich bei ganz anderen Vereinen auf dem Tablett gewesen“, so Mislintat, der den 1,87 großen Abwehrmann nach zähen Verhandlungen schlussendlich an den Neckar lotsen konnte. 

Dass der Spieler mit seinen 21 Jahren eine vergleichsweise lange Verletzungshistorie aufweist (hier die Auflistung von transfermarkt.de), ist für Sven Mislintat kein Problem. Der Stuttgarter Kaderplaner begründet das mit der Entwicklung von Konstantinos Mavropanos und Marc Oliver Kempf. Auch die beiden Abwehrspieler galten vor ihrem Wechsel und in der Anfangszeit beim VfB als verletzungsanfällig, bekamen die Thematik aber mit der Zeit in den Griff.

Was Josha Vagnoman mitbringt

„Er bringt was mit: Größe, Dynamik, Physis“, beschreibt Mislintat die Vorzüge seiner jüngsten Verpflichtung. Im bevorzugten System mit drei Innenverteidigern kann Vagnoman auf der Außenbahnposition spielen, in einer Viererkette als klassischer Rechtsverteidiger. Während er im Fall einer Dreierkette auf der rechten Bahn gesetzt sein dürfte, muss er sich bei der Variante mit vier Verteidigern mit Pascal Stenzel um den Platz in der Startelf streiten. 

Als direkte Reaktion auf die Abgänge im Offensivbereich (Thommy, Didavi, Förster, Marmoush; Tibidi steht zudem vor einer Leihe) wurde der Stürmer Juan José Perea verpflichtet. „Ein sehr cooler Charakter, der unsere Gruppe richtig bereichert“, findet Sven Mislintat: „Aber natürlich kommt auch er mit ein paar Themen an. Er ist kein fertiger Spieler. Das können wir uns sowieso nicht erlauben.“ 

Der Kolumbianer war zuletzt in Griechenland für PAS Giannina aktiv. Man habe den 22-Jährigen allerdings schon seit über einem Jahr auf dem Zettel gehabt, berichtet Sven Mislintat: „Er erinnert mich ein bisschen an Silas, ist aber nicht komplett der Typus, nicht ganz so variabel und verspielt im positiven Sinne.“ Vielmehr plant der VfB mit dem 1,80 Meter großen Angreifer als zweite Spitze oder auf dem Flügel.

Perea spricht fünf Sprachen - und bald auch schwäbisch?

Neben seinen Qualitäten auf dem Platz (Dynamik, Linearität und Aggressivität) überzeugt Perea auch durch sein Sprachtalent: Er spricht portugiesisch, spanisch, englisch, griechisch und versteht auch deutsch, da sein Onkel in Tamm bei Ludwigsburg lebt und der kleine Juan seine Ferien immer wieder auch im Schwabenland verbrachte.

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Und vielleicht kann der Stürmer aus Bogotá Dank der vorbildlichen Integrationsarbeit von Zeugwart-Urgestein Michael Meusch bald auch schwäbisch als sechste Fremdsprache in sein Repertoire aufnehmen - was sicherlich nicht nur Onkel Perea begeistern würde.