VfB Stuttgart

Anrie Chase zuletzt nur bei der VfB-Reserve: Trainer Hoeneß erläutert die Gründe

Anrie Chase
Anrie Chase © Danny Galm

Stuttgart. Ameen Al-Dakhil? Fällt verletzt aus. Anthony Rouault? Wurde überraschend verkauft. Die Neuzugänge Finn Jeltsch und Luca Jaquez? Sind erst seit wenigen Tagen im Training – die Personallage in der Innenverteidigung des VfB Stuttgart vor dem Auswärtsspiel in Dortmund ist nicht gerade rosig. Zuletzt im DFB-Pokal gegen Augsburg (1:0) bildeten Jeff Chabot und Ramon Hendriks den zentralen Abwehrblock. Und so wird es vermutlich auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Signal-Iduna-Park sein. Aber was ist eigentlich mit Anrie Chase? Der Youngster war schließlich zu Beginn der Spielzeit regelmäßig gesetzt. Trainer Sebastian Hoeneß erläutert die aktuelle Lage des 20 Jahre alten Verteidigers.

„Er hat ein gewisses Wellental durchlaufen“, sagt Hoeneß über den bisherigen Saisonverlauf von Chase. Dabei ist dem Stuttgarter Coach ein Aspekt wichtig zu betonen: „Es ist nicht so lange her, da war nicht damit zu rechnen, dass Anrie für uns in der Bundesliga und der Champions League spielt. Da hat er gute Sachen gemacht und auch ein Stück weit die damalige Personalsituation für sich genutzt.“

Anrie Chase war eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtet worden

Geholt worden war Anrie Chase im April 2022 vorrangig für die Stuttgarter Reserve. „Wir freuen uns, dass er sich für unser Konzept und den aufgezeigten Weg, sich über die U21 weiterzuentwickeln, entschieden hat“, sagte der damalige Nachwuchsdirektor Thomas Krücken. Es kam anders.

Früher als geplant wurde der junge Innenverteidiger bei den Profis gebraucht. Am 2. und 3. Spieltag der Saison 24/25 stand er bereits in der Startelf, ebenso in den ersten drei Pokalrunden und selbst im Königklassen-Spiel bei Real Madrid wurde er eingewechselt. Verletzungsbedingt war die Ausstattung gerade in der Defensive zu diesem Zeitpunkt äußerst dünn. In diese Lücke stieß Chase, verlor aber im weiteren Lauf der Runde den Anschluss. Auch weil ihm, wenig verwunderlich, die Konstanz fehlte und sich die Personalsituation entspannte. Zuletzt beginnen durfte der Japaner Anfang Dezember 2024 beim 3:2-Sieg gegen Union Berlin.

Im Kalenderjahr 2025 wurde Chase bislang noch nicht für den Profikader nominiert. „Jetzt hat er gerade ein kleines Tief. Und das sieht er auch selber so. Aber“, sagt Hoeneß, „das ist ganz normal für einen jungen Spieler.“ Dafür kam er zuletzt dreimal über die volle Spielzeit in der zweiten Mannschaft von Markus Fiedler zum Einsatz. Chase geht gewissermaßen den ganz normalen Weg eines Talents. Meister fallen schließlich auch im Fußball nicht vom Himmel.

Spielpraxis in der 3. Liga: „Anrie ist voll auf dem Schirm“

„Er ist sehr klar und erkennt auch für sich, dass es für ihn der richtige Weg ist. Und das war ja auch der ursprüngliche Weg, dass er über die 3. Liga sehr viel Spielzeit bekommt und eine Entwicklung nimmt“, sagt Hoeneß, der betont: „Anrie ist voll auf dem Schirm und wird auch für uns wieder eine Rolle spielen“.

Wann das sein wird, ist aktuell schwer absehbar. Zum einen wird Chase im Abstiegskampf der Reserve gebraucht. Zum anderen hat sich der Konkurrenzkampf auf seiner angestammten Position im Abwehrzentrum noch einmal verschärft. Der VfB hat auf den Abgang von Anthony Rouault zu Stade Rennes mit einem Doppelschlag reagiert. Finn Jeltsch (18 Jahre alt/1. FC Nürnberg) und Luca Jaquez (21/FC Luzern) wurden verpflichtet.

Das sagt VfB-Coach Hoeneß zu den Neuzugängen Jeltsch und Jaquez

„Zwei junge Spieler, die trotzdem schon einiges an Erfahrungen gesammelt haben“, findet Hoeneß, der an Jeltsch vor allem dessen Qualitäten im Spielaufbau („außergewöhnlich“) und an Jaquez seine Schnelligkeit („Top-Speed-Spieler“) schätzt. „Es wird nicht lange dauern, dann wird einer von beiden starten“, sagt Hoeneß.

So könnte der VfB in Dortmund starten:

Nübel - Stergiou, Hendriks, Chabot, Mittelstädt - Karazor, Stiller - Leweling, Führich - Undav, Demirovic

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