VfB Stuttgart

Diese Hausaufgaben warten auf den neuen VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth

Fabian Wohlgemuth
VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. © Danny Galm

Kaum ein paar Tage im Amt und schon sitzt Fabian Wohlgemuth am Verhandlungstisch. Aktuell laufen die Gespräche über die Zukunft von Stürmer Silas beim VfB Stuttgart. Und laut Medienberichten könnten die Verhandlungen schon in der ersten Januarwoche zu einem Ende kommen. Mit dem Ergebnis: Mehr Gehalt für den Spieler und ein neuer Vertrag bis 2026. Eine erste Hausaufgabe des neuen Sportdirektors wäre damit erledigt. Aber weitere warten noch auf den Stuttgarter Kaderplaner:

Diese Verträge laufen im Sommer 2023 aus

Gleich vier Spieler aus dem aktuellen Kader haben ein bis zum 30. Juni 2023 gültiges Arbeitspapier beim VfB. Die Offensiven Tiago Tomas (Sporting Lissabon) und Serhou Guirassy (Stade Rennes) sind nur leihweise im Trikot mit dem roten Brustring unterwegs. In beiden Fällen gibt es eine Kaufoption, die für Guirassy bei neun Millionen Euro und für Tomas bei 15 Millionen Euro liegen soll. Hier muss Wohlgemuth entscheiden, ob im Sommer die jeweilige Option gezogen wird. Was aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen maßgeblich am Ligaverbleib der Stuttgarter hängen dürfte. 

Tanguy Coulibaly könnte derweil bereits im Winter den Verein wechseln, damit der VfB immerhin noch eine kleine Ablösesumme kassieren kann. Zuletzt hatte der Mittelfeldmann einen schweren Stand, kam nur noch selten zum Einsatz. Bei einem passenden Angebot, dürfte der VfB dem Franzosen keine Steine in den Weg legen. Das Branchenportal transfermarkt.de taxiert den Marktwert des 21-Jährigen aktuell auf zwei Millionen Euro. 

Ungewiss ist auch die Zukunft von Innenverteidiger Antonis Aidonis, der in der vergangenen Saison zur SG Dynamo Dresden verliehen worden war. Wie und ob es für den Deutsch-Griechen beim VfB weitergeht, ist offen.

Diese Verträge laufen im Sommer 2024 aus

Im Blick haben muss Sportdirektor Wohlgemuth auch die Personalien Wataru Endo, Pascal Stenzel, Fabian Bredlow, Florian Schock und Lilian Egloff. Wie bei Silas laufen deren Verträge im Sommer 2024 aus. Will der Klub Leistungsträger wie Kapitän Endo halten, muss auch hier frühzeitig über eine vorzeitige Verlängerung gesprochen werden. Im Fall von Talenten wie Keeper Schock und Mittelfeldmann Egloff stellt sich vor allem die Fragen nach der sportlichen Perspektive am Wasen.

Eine Übersicht mit den aktuellen Vertragslaufzeiten aller VfB-Profis finden Sie bei transfermarkt.de.

VfB unzufrieden mit zwei Leihgeschäften

Wie sein Vorgänger Sven Mislintat zeigt sich auch Wohlgemuth unzufrieden mit der Situation der in die 2. Liga verliehenen Offensivkräfte Mateo Klimowicz (Arminia Bielefeld) und Ömer Beyaz (1. FC Magdeburg). „Mit den Einsatzzeiten beider Spieler können wir nicht zufrieden sein“, so Wohlgemuth: „Es ist schon so, dass wir mit beiden Vereinen darüber reden, sie zurückzuholen, beziehungsweise auch weiterzuverleihen. Ich denke, dass wir in den nächsten zwei Wochen eine Lösung finden werden.“ 

Bis die Situation geklärt ist, trainiert Beyaz beim VfB. Eine Rückkehr nach Stuttgart gilt jedoch in beiden Fällen als unwahrscheinlich. Vielmehr dürften sowohl für Beyaz als auch für Klimowicz neue Leihvereine gesucht werden.

Was Wohlgemuth über Wintertransfers denkt

„Es ist für mich kein unbekanntes Thema, mit einem niedrigen Budget zu arbeiten“, sagt Fabian Wohlgemuth, der zuletzt in der 2. Liga beim SC Paderborn und Holstein Kiel tätig war. In Stuttgart muss er nun ebenfalls aus überschaubaren Mitteln das Maximale herausholen. 

Auf die Frage nach möglichen Wintertransfers sagte er bei seiner offiziellen Vorstellung: „Der übliche Reflex, als erstes etwas am Kader zu machen, kommt mir jetzt noch zu früh.“ Wie der neue Trainer Bruno Labbadia will sich auch Wohlgemuth zunächst ein exaktes Bild vom Kader machen. Von außen betrachtet schätzt er dessen Qualität jedenfalls als „sehr gut“ ein. Man werde abwarten, wie die neue Herangehensweise mit Labbadia als Nachfolger von Interimscoach Michael Wimmer greife: „Dann können wir uns damit beschäftigen, ob wir tatsächlich was am Kader verändern müssen.“

Was wird aus Borna Sosa?

Vieles dürfte dabei an der Personalie Borna Sosa hängen. Mit Kroatien schaffte es der Außenbahnspieler des VfB bei der WM in Katar bis ins Halbfinale. Während des Turniers sagte er: „Natürlich will jeder Spieler seine Karriere weiterentwickeln. Ich bin mir sicher, dass es nach der WM auch bei mir so sein wird.“

Bei einer Summe zwischen 15 und 20 Millionen Euro dürften die VfB-Verantwortlichen zumindest ins Grübeln kommen. Ein Sosa-Verkauf würde eine Menge Geld in die klammen Klubkassen spülen und dem neuen Kaderplaner Spielraum für personelle Nachjustierungen eröffnen, die Mannschaft auf dem Platz aber auch einen Stammspieler kosten.

So oder so: Auf Wohlgemuth warten in den kommenden Wochen einige komplizierte Hausaufgaben.